Rund um den Altenberger Dom wandern – von der Wiege des Bergischen Landes zum Kloster

Die Wanderlust hat uns mal wieder gepackt, trotz des grauen Himmels heute. Ein Ziel ist schnell gefunden, das steht nämlich schon länger auf unserer Wanderliste: Wir werden heute im Bergischen Land um den Altenberger Dom wandern. Dort erwarten uns eine beeindruckende Basilika, historische Relikte und unheimliche Begegnungen mit Wildschweinen.

Ich zeige dir die schöne Klosterkirche mit den dazugehörigen Klostergebäuden, das bewaldete Tal der Dhünn sowie des Pfengstbaches und verrate dir, was das Berliner Blau mit der Abtei Altenberg angerichtet  hat. Begleite uns auf unserer abwechslungsreichen Wandertour mit königlicher Aussicht und entdecke die Wiege des Bergischen Landes.

Um den Altenberger Dom wandern

Unsere Rundwanderung verbindet eine Besichtigung des Altenberger Doms und dem dazugehörigen Klostergelände mit einer schönen Tour durch das Tal der Dhünn. Du kommst an vielen Bächen und Flüssen vorbei, wandelst auf geschwungenen Wegen durch den Wald und läufst auch manchmal auf und ab. Besondere technische oder körperliche Anforderungen bestehen nicht. Beachten solltest du aber, dass zu dieser Jahreszeit (Herbst/Winter) manche Wege recht matschig sein können. Ich empfehle dir daher festes Schuhwerk. Die Wanderstrecke ist sehr abwechslungsreich und daher recht kurzweilig. Einkehrmöglichkeiten hast du am Anfang bzw. am Ende der Wanderung in der Abtei Altenberg.

Altenberger Dom wandern
Es wartet eine schöne Wanderung auf uns

Wie gelange ich zum Altenberger Dom?

Der Altenberger Dom befindet sich in der Gemeinde Odenthal im Bergischen Land, rund 20 km nordöstlich von Köln entfernt.

Um zum Altenberger Dom zu gelangen, kannst du zwischen einer Anreise mit dem Auto und einer Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wählen:

Anreise mit dem Auto

Anfahrt: Du erreichst den Altenberger Dom über die Autobahn A1 (Ausfahrt Burscheid), dann auf der B51 in Richtung Buscheid/Altenberg fahren. Anschließend der Kölner Straße folgen und die Hauptstraße bis Carl-Mosterts-Straße in Odenthal fahren.
Parken: Vor dem Gasthaus Küchenhof gibt es einen Parkplatz.
Adresse für Navigationsgeräte: Altenberger-Dom-Straße, 51519 Odenthal

Anreise mit der Bahn

Wenn du mit der Bahn anreist, steuerst du am besten den Bahnhof Leverkusen Mitte an. Hier kommen zum Beispiel S-Bahnen und Regionalzüge aus Düsseldorf und aus Köln an. Von dort aus fährt dann ein Bus bis zur Haltestelle Odenthal Altenberg. Die Haltestelle ist circa 500 Meter vom Altenberger Dom entfernt und daher sehr gut zu Fuß erreichbar.

Highlights auf auf dem Rundwanderweg

Bevor wir um den Altenberger Dom wandern, wollen wir erst einmal die Abtei Altenberg näher erkunden. Diese wurde 1133 von den Zisterziensern gegründet. Im 13. Jahrhundert begann der Bau des gotischen Altenberger Doms an Stelle der vorherigen Klosterkirche. Lass dich nicht von dem Namen der dreischiffigen Basilika in die Irre leiten: Altenberg ist und war auch nie Bischofssitz.

Altenberger Dom
Der Altenberger Dom

Wenn du schon einmal hier bist, dann besichtige den Altenberger Dom unbedingt auch von innen. Zu bewundern gibt es vor allem das Westfenster gleich über dem Haupteingang: bei Tageslicht erstrahlt es in leuchtenden Farben. Zudem wurden bis ins 16. Jahrhundert die Herren von Berg in der Kirche beigesetzt.

Westfenster Altenberger Dom
Das Westfenster strahlt bei Sonnenschein

An den Altenberger Dom schließt sich direkt ein weißes Gebäude an: die Jugendbildungsstätte Haus Altenberg. Gegenüber steht das Alte Brauhaus und ganz in der Nähe die Markuskapelle. Auf dem Klostergelände findest du außerdem den sogenannten Küchenhof. Dabei handelt es sich um den ehemaligen Wirtschaftshof der Abtei Altenberg. Der Vierkanthof beinhaltet die Klosterwirtschaft, einen Gemüse- und Kräutergarten, ein Gewächshaus und Stallungen. Heute hast du die Möglichkeit, nach deiner Wanderung im Restaurant Küchenhof einzukehren und dich zu stärken.

Abtei Altenberg
Die Markuskapelle

Anfang des 19. Jahrhunderts befand sich auf dem Klostergelände eine Chemiefabrik, die „Berliner Blau“ herstellte. Leider löste diese Fabrik 1815 eine Explosion aus, die die Klostergebäude und das Dach der Abteikirche vernichtete. Zum Glück wurden die Gebäude und auch die Kirche saniert, so dass sie sich heute wieder in voller Pracht zeigen.

HÄTTEST DU ES GEWUSST?
Der Altenberger Dom wurde genauso wie auch der Kölner Dom aus Drachenfelser Trachyt errichtet. Dieses vulkanische Gestein stammt vom Drachenfels im Siebengebirge.

Königlicher Ausblick am Prinzenblick

Nun starten wir mit unserer Wanderroute. Die sieht einen kleinen Abstecher zum Prinzenblick vor. Und so durchqueren wir die historische Klosterpforte (einen barocken Torbogen) gegenüber des Doms und gelangen über eine kleine Brücke auf die andere Seite der Dhünn.

Klosterpforte Altenberg
Hinter der Klosterpforte geht’s zum Prinzenblick

Dann geht es ein ganzes Stück über Treppen bergauf, doch schließlich erhalten wir anschließend einen wunderbaren Ausblick auf den Altenberger Dom. Übrigens soll 1833 genau an dieser Stelle Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. seinen Vater davon überzeugt haben, den damals beschädigten Dom zu Lasten der Staatskasse wiederaufzubauen. Bedingung war allerdings: Die Kirche sollte künftig simultan von der katholischen und der evangelischen Gemeinde genutzt werden. Wie wir sehen, hat es geklappt, denn du blickst heute auf die prächtige Klosterkirche hinab.

Prinzenblick
Vom Prinzenblick aus hast du einen tollen Ausblick auf den Altenberger Dom

Reste der alten Klostermauer

Nun begeben wir uns auf demselben Weg wieder hinab und zurück zum Dom. Am südlichen Ende des Klostergeländes tauchen wir dann in den Wald ein. Dort entdecken wir Reste der ehemaligen Klostermauer. Das gesamte Klostergelände war früher von einer 1.600 m langen Klostermauer umgeben, die aus Grauwacken aus dem Bergischen Land errichtet wurde.

Klostermauer Altenberg
Ein Rest der ehemaligen Klostermauer

Burg Berge – Stammsitz der Grafen von Berg

Das nächste geschichtliche Highlight lässt nicht lange auf sich warten. Wir erreichen den Standort der ehemaligen Burg Berge. Sie wurde im 11. Jahrhundert errichtet und war Stammburg der Grafen von Berg, bis die Adeligen 1133 in ihre neue Burg umzogen (nämlich Schloss Burg).

Die alte Burg überließ der damalige Graf Adolf II. den Zisterziensern, die in den Gemäuern ein Kloster einrichteten. Doch schon bald zogen die Mönche an den heutigen Standort der Abtei Altenberg und die Burg Berge fiel im Laufe der Zeit dem Steinraub zum Opfer. Übrig geblieben sind nur noch einzelne Mauerreste. Dennoch gilt die Burg Berge als Wiege des Bergischen Landes.

Burg Berge
Das Bodendenkmal der ehemaligen Burg Berge

Wildpark Altenberg mit unheimlicher Begegnung

Die Wandertour führt uns nun über geschwungene Wege an der Dhünn entlang und durch eine schöne Allee. In der Ferne können wir das gelbe Schloss Strauweiler erkennen. Und dann setzen wir unsere Wanderung durch den Wildpark Altenberg fort. In diesem großen eingezäunten Waldgelände leben Hirsche, Rehe, Mufflons sowie Wildschweine. Der Boden ist noch fast vollständig vom braunen Laub bedeckt. An manchen Stellen wurden ganze Flächen abgeholzt, was gerade im Winter einen wirklich tristen Eindruck hinterlässt.

Ich bin eine Heldin

Jetzt wird es heldenhaft, denn ich rette meinem Mann das Leben. Im aller letzten Moment verhindere ich eine unbequeme und sehr wahrscheinlich schmerzhafte Begegnung mit einem Wildschwein. Okay, ganz so dramatisch läuft es nicht ab, aber fast:

Während mein Mann zügig voranschreitet, beobachte ich plötzlich aus den Augenwinkeln eine verdächtige Bewegung. Und tatsächlich kann ich bei genauerem Hinsehen ein Wildschwein ausmachen, dass neben dem Weg im hohen Gras auf Höhe meines Mannes läuft.

Durch ein leichtes Räuspern schaffe ich es, die Aufmerksamkeit meines Mannes auf das Wildschwein zu lenken. Zum Glück begreift er und stoppt sofort. Wir beide bleiben einfach ganz ruhig stehen und behalten das Tier im Auge. Es scheint sich wohl nicht für uns zu interessieren, denn es geht weiter seiner Wege. Doch auf einmal bleibt es stehen und blickt genau in unserer Richtung. Es hat uns anscheinend gewittert.

Wildpark Altenberg
Kannst du das Wildschwein entdecken?

In diesem Moment überdenke ich unsere Optionen. Wenn wir wegrennen, wären wir dann schneller als das Wildschwein? Also, ich vermutlich nicht. Würde es helfen, irgendwo hinauf zu klettern? Können Schweine klettern? Ich würde wahrscheinlich auch auf keinen Baum hinaufkommen. Würde sich das Tier von lauten Rufen beeindrucken lassen? Mist, wie lautet denn bloß die Verhaltensregeln bei einer Wildschweinbegegnung?

Oder vielleicht doch ein Feigling

Doch urplötzlich wendet sich das Tier um und rennt eilig davon. Doch statt erleichtert zu sein, macht mir genau diese Reaktion viel mehr Angst. Das ist so unheimlich, dass ich mich besorgt umdrehe. Ist etwa gerade hinter meinem Rücken ein noch viel schlimmeres Ungeheuer aufgetaucht? Unwillkürlich muss ich an Jurassic Park denken. Doch nein, es ist kein Dino und auch kein Bär aus dem Wald getreten.

Was immer auch das Tier erschreckt hat, es erhält meinen Dank. Wir setzen unsere Wanderung fort, behalten aber von nun an unsere Umgebung besser im Auge. Mein belegtes Brötchen packe ich wohl besser nicht aus, sondern esse es erst, wenn wir den Wildpark wieder verlassen haben.

Wanderung Altenberg
Weiter geht die Wanderung durch den Wildpark

Kurz die Zivilisation genießen

Bis wir wieder zur Zivilisation zurückkehren, heißt es für uns, noch ein ganzes Stück weiter durch den Wildpark zu wandern. Obwohl uns entgegenkommende Wanderer auch von einem Treffen mit Wildschweinen berichten, begegnen uns zum Glück aber keine weiteren Tiere. Und dann verlassen wir auch das große Areal wieder und laufen ein Stück durch eine Ortschaft.

Doch schon bald tauchen wir wieder in die Natur ein. Wir entdecken eine Schonung, laufen an Bächen entlang und wandern durch den hügeligen Wald. Dabei bewegen wir uns auf einem Teilstück des Bergischen Wegs.

Altenberg wandern
Es geht auch hügelig zu

Spezarder Mühle mit Mühlenteich

Der Weg hält ein Hindernis für uns bereit, aber glücklicherweise nur ein kleines. Vom Mühlenteich aus verläuft ein kleiner Bach direkt über den Weg, so dass wir durch das Wasser waten müssen. Ich finde eine Stelle, an der dank großer Steine das Wasser nur wenige Zentimeter hoch steht und kann so meine Schuhe direkt mal von dem ganzen Schlamm befreien.

Ein Stückchen weiter gelangen wir zur ehemaligen Spezarder Mühle, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in Betrieb war. Von der Kornmühle können wir nichts mehr entdecken, aber dafür stehen noch Reste der gemauerten Rückwand des zur Mühle gehörenden Wohnhauses.

Tipp: Nur wenige Meter entfernt findest du einen überdachten Rastplatz.

Mühlenteich Altenberg
Wenn der Bach den Weg kreuzt, waschen wir halt mal unsere Schuhe
Spezard Mühle
Bis ca. 1955 war das Wohnhaus der Mühle bewohnt

Kultur- und Waldlehrpfad Altenberg im Pfengstbachtal

Unsere Wanderstrecke führt uns nun durch das idyllische Pfengstbachtal. Dabei verläuft die Route auch auf dem Kultur- und Waldlehrpfad Altenberg entlang, auf dem du an mehreren Stationen interessante Dinge erfährst. Die Spezarder Mühle ist übrigens auch Teil des Kultur- und Waldlehrpfads Altenberg gewesen. Zu sehen gibt es aber auch den kleinen Steinbruch, in dem Grauwackesandstein abgebaut wurde, der dem Bau der Mühle und Dämmen diente. Sogar Erz-Schürfgruben und Abraumhalden gab es hier. Und zu guter Letzt kommen wir noch an den Fischteichen vorbei, die von den Zisterzienser Mönchen angelegt wurden, um die Selbstversorgung des Klosters zu sichern.

Schließlich befinden wir uns auch schon auf der Schlussetappe und werden geradewegs zurück zum Altenberger Dom wandern. Dabei erhalten wir zum Abschied noch einen schönen Blick auf die Rückseite des Doms.

Fischteiche
Diese Fischteiche legten die Zisterzienser Mönche an

Ausflugsziele in der Umgebung

Märchenwald Altenberg: Nur knapp 600 m vom Altenberger Dom entfernt befindet sich der Märchenwald Altenberg. In diesem Park findest du viele Gebäude aus den Märchen der Gebrüder Grimm.

Papiermühle Alte Dombach: In Bergisch Gladbach erfährst du im LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach alles über die Papierherstellung. Dabei kannst du ein Mühlrad, ein Lumpenstampfwerk und eine Laborpapiermaschine in laufendem Betrieb erleben.

Müngstener Brücke: Die Müngstener Brücke ist die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Du hast die Möglichkeit, diese zu besteigen. Ein Klettersteig über die Brücke macht dies möglich, doch du solltest dafür schwindelfrei sein.

Kolonie-Museum Leverkusen: Im Kolonie-Museum in Leverkusen erhältst du in ehemaligen Werkswohnungen der Bayer AG Einblicke in die Wohn- und Lebenskultur der 1930er Jahre.

Mein Fazit zur Wanderung um den Altenberger Dom

Kloster Altenberg
Ein lohnenswertes Ausflugsziel

Die Strecke um den Altenberger Dom ist sehr abwechslungsreich. Bei einer Wanderung durch die umliegenden Wälder erfährst du viele interessante Dinge zur Wiege des Bergischen Landes. Du solltest nicht nur um den Altenberger Dom wandern, sondern auch unbedingt das Kloster erkunden. Es ist ein lohnenswertes Ausflugsziel. Obwohl das Wetter heute recht trüb war, haben wir diesen Tagesausflug im Tal der Dhünn und dem Pfengstbachtal sehr genossen und es hat Spaß gemacht, die vielen sehenswerten Dinge auf der Tour zu entdecken.

Übrigens ist der Altenberger Dom Teil des Bergischen Wegs, der auf rund 260 km vom Baldeneysee in Essen durch das Neanderland an den Bergischen Städten Wuppertal, Remscheid und Solingen vorbei bis zum Drachenfels im Siebengebirge führt.

Wie hat dir unsere heutige Wanderung um den Altenberger Dom gefallen? Hattest du auch schon einmal eine tierische Begegnung auf deiner Wanderung? Welchen Tipp kannst du mir geben? Ich freue mich, von dir zu lesen. Teil mir doch unten in den Kommentaren dein Feedback mit. Vielen Dank.

Info
Länge: Unsere Wanderroute ist etwa 11,2 km lang und dauert ungefähr 3 Stunden reine Gehzeit.
Höhenmeter: Der Weg besitzt circa 170 Höhenmeter.
Schwierigkeit: mittelschwer
Wenn du auch gerne einmal um den Altenberger Dom wandern möchtest, kannst du dir unsere Route auf www.komoot.de genauer anschauen und herunterladen.

(Erlebt im Januar 2022)

Weitere schöne Wanderrouten in NRW

Auf unserer Wanderung rund um Kloster Knechtsteden konnten wir ebenfalls eine Wanderung durch die Natur mit der Besichtigung eines Klosters verbinden.

Im Muttental in Witten waren einst zahlreiche Kleinzechen angesiedelt, die die Steinkohle aus Stollen und Schächten förderten. Noch heute ist die Gegend durchzogen von den stillgelegten Stollen, die in den Berg hinein geschlagen wurden, um an das „schwarze Gold“ zu gelangen. Der Bergbauwanderweg Muttental ist eine schöne Gelegenheit, um mehr über die Steinkohleförderung in dieser Gegend zu erfahren.

Es gibt ja sehr viele außergewöhnliche Ausflugsziele in NRW. Eines davon sind definitiv die Externsteine bei Detmold im Teutoburger Wald. Erfahre mehr über dieses spektakuläre Naturdenkmal und unsere Wanderung dorthin.

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