Last Updated on 2. April 2026 by Annette
Es begann mit einer Meldung, die ich spontan für einen schlecht übersetzten Presseartikel hielt. Irgendwo zwischen Klimaschutz, nachhaltigem Tourismus und „neuen Wegen des Reisens“ war plötzlich von einer „Barfußpflicht für Touristen“ die Rede. Ich scrollte zurück, las den Absatz noch einmal, und dann ein drittes Mal. Übersetzungsfehler? Satire? Oder doch ein ernst gemeinter Vorstoß aus irgendeinem Ministerium? Ich gebe zu, ich musste erst einmal lachen, bis mir allmählich klar wurde: „Moment, das meinen die ernst“.
Was dahinter steckt
Laut mehreren internationalen Gremien soll ab 2027 in ausgewählten Regionen ein neues Modellprojekt starten, das das Reiseverhalten in stark frequentierten Regionen grundlegend verändern könnte. Damit reagieren die Verantwortlichen auf zunehmende Probleme in beliebten Reisezielen, nämlich der Überlastung historischer Altstädte sowie steigendem Verschleiß von Bodenbelägen. Außerdem führt auch die Lärmbelastung durch Rollkoffer und das hohe Besucheraufkommen zu immer mehr Problemen. Und schließlich missfällt den Tourismusverbänden die fehlende Sensibilität vieler Besucher für ihre Umgebung. Daher wird es ab dem kommenden Jahr offiziell Reiseziele geben, in denen Schuhe strengstens verboten sind. Die Idee dahinter sei erstaunlich simpel: Wer barfuß reist, bewegt sich langsamer, rücksichtsvoller und bewusster. Ich muss zugeben, dass der Gedanke etwas hat.
„Nachhaltigkeit beginnt bei den Füßen.“

Diese Regionen sollen betroffen sein
In einer ersten Phase ist von klar abgegrenzten Zonen die Rede. Genannt werden unter anderem historische Altstädte mit empfindlicher Bausubstanz, aber auch Nationalparks und Schutzgebiete sowie kleinere Inseln mit hohem touristischem Druck. Die Regelung würde allerdings ausschließlich für Touristen gelten. Einheimische seien ausgenommen. Man kenne das Gelände schließlich. Zugegeben, die klassischen Touristenhotspots sind mittlerweile wirklich mehr als überlaufen. Ich kann verstehen, dass sich die Tourismusverbände diesbezüglich so ihre Gedanken machen. Wird es die Barfußpflicht dann demnächst auch in den deutschen Altstädten geben? Möglich wäre dies sicherlich in den beliebten Reisezielen, wie zum Beispiel Rothenburg o.d.T., Heidelberg oder Bamberg. Und werden wir zukünftig Touristen sofort anhand ihrer fehlenden Schuhe erkennen?
Was genau bedeutet „barfuß reisen“?
Die bislang bekannten Eckpunkte klingen recht konkret:
- Keine Schuhe in Altstädten zwischen 8 und 20 Uhr
- medizinische Ausnahmen nach Vorlage entsprechender Nachweise
- Flipflops, Sandalen und Minimal-Schuhe werden ausdrücklich nicht anerkannt
- Socken sind erlaubt, aber „nicht empfohlen“
Ich muss unweigerlich an Kopfsteinpflaster denken und ziehe reflexartig die Zehen ein. Aber ja, auf Socken zu laufen bedeutet, unverhältnismäßig oft neue Socken kaufen zu müssen. Sicherlich nicht sehr nachhaltig. Rollkoffer sollen ebenfalls eingeschränkt werden, da sie zu laut sind und für Erschütterungen sorgen. Die meisten Touristen knattern rücksichtslos ihre Rollkoffer laut über das Pflaster, egal zu welcher Uhrzeit. Dass sich da gerade die Anwohner in den Metropolen Rom, Avignon, Funchal oder Valletta gestört fühlen, kann ich gut nachvollziehen.
Durch die neuen Maßnahmen erhofft man sich neben einer geringeren Lärmemission, auch eine Reduzierung der durchschnittlichen Gehgeschwindigkeit sowie ein bewussteres Bewegen im öffentlichen Raum. Barfußgehen würde dazu führen, dass Reisende weniger hetzen und dafür genauer hinschauen, auch häufiger mal stehen bleiben und vor allem Wege bewusster wählen. Frei nach dem Motto:
„Wer barfuß unterwegs ist, bewegt sich anders.“
Schließlich rennt niemand barfuß achtlos durch eine Gasse.
Erste Reaktionen: zwischen Entsetzen und Zustimmung
Die ersten Reaktionen zur Barfußpflicht für Touristen fallen erwartungsgemäß unterschiedlich aus. Es gibt sehr verhaltene Stimmen, aber die Idee wird nicht grundsätzlich abgelehnt. Kommunen erhoffen sich eine Entlastung stark frequentierter Bereiche. Umweltverbände begrüßen den Fokus auf Verhaltensänderung statt Verbote. Hoteliers äußern jedoch Bedenken wegen der Hygiene. Und Influencer kündigen bereits „Barefoot Travel Challenges“ an. Ein Kommentar ist mir bei der kontroversen Diskussion in den sozialen Netzwerken besonders im Kopf geblieben:
„Vielleicht lernen wir so endlich wieder, wo wir eigentlich hintreten.“
Meine ganz persönlichen Zweifel
Unabhängig von der tatsächlichen Umsetzung wirft der Vorschlag eine interessante Frage auf: Wie stark lassen sich Reisegewohnheiten durch kleine, körperlich spürbare Veränderungen beeinflussen? Mir fallen eine Reihe Fragen ein, die ich mir sonst nie stelle: Wie heiß wird Asphalt im Sommer? Wie scharf sind diese kleinen Kieselsteine wirklich? Und was passiert mit LEGO-Steinen in Ferienwohnungen? Wahrscheinlich wird es zukünftig nicht mehr nur den Begriff geben „oben ohne“, sondern auch „unten ohne“. Und was machen wir eigentlich mit unseren Schuhen? Die wollen wir ja sicherlich nicht die ganze Zeit in der Hand halten. Werden die dann demnächst galant an unseren Handtaschen befestigt? Oder wird es hierfür extra Schließfächer zur Aufbewahrung geben?

Gleichzeitig frage ich mich, wann ich das letzte Mal bewusst langsam gereist bin. Nicht entschleunigt im Sinne von „weniger Programmpunkte“. Sondern wirklich langsam. Wird das Barfuß-Reisen also wirklich kommen? Offiziell heißt es, es handele sich um ein Pilotprojekt, das freiwillig, zeitlich begrenzt und wissenschaftlich begleitet wird. Ob es bei einer Barfußpflicht für Touristen bleibt? Das ist schwer zu sagen, denn Tourismus verändert sich. Manches, was vor ein paar Jahren noch absurd klang, ist heute bereits Realität. Ob das ganze im touristischen Alltag praktikabel ist, bleibt allerdings noch offen.
Ein kleiner Hinweis zum Schluss
Falls du gerade überlegst, ob deine nächste Reise barfuß stattfinden wird: Heute ist der 1. April. Diese Meldung gehört daher in die Kategorie Gedankenexperiment mit Augenzwinkern. Aber wie so oft gilt: Manche Ideen klingen zunächst absurd und fühlen sich erst beim zweiten Hinsehen gar nicht mehr so fremd an. Nur…lasst uns bitte vorher über heißen Asphalt sprechen.
April, April – und danke fürs Lesen
Na, wie war mein Aprilscherz? Ab wann hast du gemerkt, dass diese Nachricht nicht ernst gemeint ist? Oder findest du die Barfußpflicht für Touristen gar nicht so abwegig und könntest dir das tatsächlich vorstellen? Ich bin schon sehr gespannt auf deine Reaktion. Erzähle es mir bitte unten in den Kommentaren, vielen Dank.
Falls du heute auch jemanden in den April schicken möchtest: schicke demjenigen doch diesen Beitrag! Oder teile ihn ganz einfach in deinen Sozialen Medien, dann haben noch viel mehr Menschen heute etwas zum Schmunzeln.
Übrigens habe ich 2023 das letzte Mal meine Leser in den April geschickt. Hier gab es ein Top Angebot für alle Reisende: das exklusive Reisetagebuch – Limited Edition.
Dir hat dieser Artikel gefallen? Dann lies doch hier weiter:
Wenn du wissen möchtest, wer hinter diesem Reiseblog steckt, dann schau doch mal in meiner Über-mich-Seite vorbei.
Wer auf Reisen geht, sammelt zahlreiche Erfahrungen. Doch manchmal bekommt man neben Land und Leuten auch skurrile Dinge auf Reisen zu sehen und erlebt echt schräge Situationen. Zumindest geht uns das so, denn wir haben auf unseren Reisen schon so manche Kuriosität erlebt. Mit einigen von diesen sonderbaren Dingen möchte ich dich in diesem Beitrag erheitern. Erfahre, was du in Nürnberg niemals bestellen solltest, mit welchem Kopfschmuck du auf alle Fälle auffallen wirst und welcher Schuh der neue Trend für alle Fälle ist.
Ljubljana Sehenswürdigkeiten gibt es viele und doch bleibt die charmante Hauptstadt Sloweniens für viele noch ein echter Geheimtipp. Dabei zieht das kulturelle Zentrum Sloweniens mit ihrer malerischen Architektur und grünen Parks Reisende schnell in ihren Bann. Auch wenn Ljubljana zu Europas kleinsten Hauptstädten zählt, so gibt es doch zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die deinen Städtetrip unvergesslich machen. Ich zeige dir, was dich in der romantischen Altstadt erwartet. Erfahre, warum Ljubljana die Stadt der Drachen ist, welche wundervollen Brücken es gibt und wer das Stadtbild maßgeblich gestaltete.
Wenn Minderjährige ohne Begleitung der eigenen Eltern verreisen, gibt es neben den organisatorischen Dingen auch rechtliche Anforderungen zu beachten, wie zum Beispiel das Erstellen einer Reisevollmacht für Kinder. Ich verrate dir, wann sie benötigt wird und was alles in einer Reisevollmacht stehen sollte.
Der Rösrather Bergbauweg ist ein Rundwanderweg im Bergischen Land. Auf rund 12 Kilometern führt der Wanderweg über breite Forstwege, schmale Pfade und ruhige Waldabschnitte rund um den Höhenzug Lüderich. Hier haben schon vor 2000 Jahren römische Legionäre nach Erz gegraben. Ich zeige dir, wie der Wanderweg beschaffen ist und was du unterwegs alles entdecken kannst. Erfahre, wo du hübsche Unternehmervillen bewundern kannst, was der Kölner Dom mit dem Erzabbau in Lüderich zu tun hat und woraus das Freibad in Hoffnungsthal entstanden ist.
Verpasse zukünftig keinen Beitrag mehr! Abonniere den Blog und du wirst per e-Mail benachrichtigt, sobald ein neuer Beitrag online ist.
MEINE KAFFEEKASSE
Dir gefallen meine Geschichten, Bilder und Tipps und du möchtest meinen Blog unterstützen oder Danke sagen? Lade mich zu einer virtuellen Tasse Latte Macchiato ein und hilf mir, die Webseite weiterhin ohne lästige Werbung zu betreiben. Herzlichen Dank!
Du fragtest: „Ab wann hast du gemerkt, dass diese Nachricht nicht ernst gemeint ist“. Ungefähr dort, wo du schriebst „Heute ist der 1. April.“ kam mir ein erster leiser Verdacht. Ev. liegt es aber auch daran, dass ich grundsätzlich, d. h. 24/7, barfuß unterwegs bin. Vielen Dank für das geteilte Gedankenexperiment! ^^