Ruhrtalradweg Etappe: Mülheim Sehenswürdigkeiten mit dem Fahrrad entdecken

Eine Fahrradtour auf dem Ruhrtalradweg ist eine sehr gute Gelegenheit, um einige der Mülheim Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Wir radeln auf dem Ruhrtalradweg entlang von Mülheim an der Ruhr bis nach Essen-Kettwig. Ich zeige dir, was die Fahrradstrecke auf diesem Teilstück des Ruhrtalradweges zu bieten hat. Außerdem darfst du dich auf ein paar Sehenswürdigkeiten von Mülheim freuen. Denn eins kann ich dir schon vorab verraten: Es gibt so manches Sehenswerte in dieser Großstadt im Ruhrgebiet zu entdecken.

Unsere heutige Ruhrtalradweg Etappe

Der Ruhrtalradweg verläuft von der Ruhrquelle bei Winterberg bis nach Duisburg über 240 km. Wir nehmen uns heute einen Teil dieser Strecke vor, nämlich von Mülheim an der Ruhr bis nach Essen-Kettwig und radeln anschließend auf der anderen Ruhrseite wieder zurück. Insgesamt 23,5 km beträgt unsere heutige Fahrradroute.

Mülheim Sehenswürdigkeiten
Wir entdecken viele Sehenswürdigkeiten in Mülheim, wie z. B. die Schleuseninsel

Gestartet wird also in Mülheim an der Ruhr, genauer gesagt am Ringlokschuppen. Von hier aus gelangen wir sehr schnell auf den Ruhrtalradweg, der sehr gut beschildert ist. Zunächst verläuft der Ruhrtalradweg auf einer ehemaligen Bahntrasse entlang.

Tipp:
Hier verläuft auch die GeoRoute Ruhr, eine 180 km lange Wanderroute, die durch das Tal des schwarzen Goldes führt. Weitere Informationen dazu findest du auf der Homepage des GeoParks Ruhrgebiet.

Schon bald erhalten wir auch den ersten Blick auf die Ruhr. Anschließend geht es über eine langgezogene Holzbrücke und schließlich begleitet uns die Ruhr fortan auf unserer Radtour. Es geht vorbei an grünen Wiesen, Feldern und Pferdekoppeln, ebenso wie an den Ruhrauen. Und dann können wir schon von weitem die Mintarder Ruhrtalbrücke sichten, der wir uns immer weiter nähern.

Die Mintarder Ruhrtalbrücke

Imposant überquert die Mintarder Ruhrtalbrücke in einem weiten Bogen die Gegend samt der Ruhr. Sie ist mit ihren 1.830 Metern die längste stählerne Straßenbrücke in Deutschland und ermöglicht dem Verkehr eine ungehinderte Überfahrt durch das Ruhrgebiet. Sie mag vielleicht kein idyllischer Anblick sein, aber dafür ein sehr beeindruckender.

Fachwerkliches Mintard

Nachdem wir die Mintarder Ruhrtalbrücke hinter uns gelassen haben, erreichen wir auch schon den kleinen Ort Mintard. Dieser im 11. Jahrhundert aus einem Fronhof gegründete Ort wurde 1930 geteilt und den Orten Mülheim und Kettwig zugewiesen. 1975 wurde auch der letzte Teil von Kettwig gelöst und in die Stadt Mülheim eingegliedert. In Mintard sehen wir heute die ersten Fachwerkhäuser, so zum Beispiel die ehemalige Mintarder Dorfschule.

Mintarder Dorfschule
Mintarder Dorfschule

Historische Kettwig Altstadt

Für uns geht es weiter, vorbei an Obstwiesen und immer wieder an Feldern entlang. Bis wir schließlich Essen-Kettwig erreichen und dort auf der Ruhrbrücke Kettwig hinüber zur historischen Altstadt von Kettwig fahren. Da wir uns jetzt auf der Hälfte unserer Strecke befinden, streifen wir durch die idyllische Altstadt und legen eine kleine Pause ein, bevor es wieder gemächlich zurück geht.

Auf der gegenüberliegenden Ruhrseite zurück

Für den Rückweg wählen wir diesmal die andere Ruhrseite. Auch hier lässt es sich wunderbar mit dem Rad fahren. Dabei sind wir ebenfalls überwiegend auf einem Fahrrad- und Wanderweg unterwegs, nämlich dem Leinpfad.

Hättest du es gewusst?
Als Leinpfad oder Treidelpfad werden Wege direkt am Fluss genannt, auf denen Frachtschiffe mit Seilen flussaufwärts gezogen werden.

Nur selten müssen wir mal ein Stück auf der Straße entlang radeln. Wir passieren ein „Kunstwerk“: hölzerne Kletterstangen für sportliche Wanderer.

Auch unter der Mintarder Ruhrtalbrücke fahren wir wieder durch und genießen stets den Blick auf die Ruhr. Und so nähern wir uns dem Zentrum von Mülheim an der Ruhr und entdecken schon auf dem Weg dorthin so manche Sehenswürdigkeit.

Ruhrtalradweg Etappe
Rückfahrt auf der gegenüberliegenden Ruhrseite

Die Mülheim an der Ruhr Sehenswürdigkeiten

Uns war gar nicht bewusst, dass es so schöne Sehenswürdigkeiten in Mülheim an der Ruhr gibt. Schon allein die vielen sehenswerten Gebäude, die die ehemalige Leder- und Montanstadt zu bieten hat, macht den Radausflug abwechslungsreich. Es sind uns eine Menge alter prächtiger Stadtvillen aufgefallen. Außerdem hätten wir nie vermutet, in Mülheim ein Schloss zu entdecken.

Doch als erstes kommen wir am Mülheimer Kanusportverein und an der ehemaligen Jugendherberge Kahlenberg vorbei. Sie steht oberhalb des Ruhrufers und wurde 1889 ursprünglich als Ausflugsrestaurant errichtet. Nun befinden sich Luxuswohnungen in dem denkmalgeschützten Gebäude.

Als nächstes erreichen wir dann das Kahlenbergwehr.

Tipp:
Unternehme einen kurzen Abstecher zum nahegelegenen Bismarckturm. Dieser Aussichtsturm wurde 1909 zu Ehren des Reichskanzlers Otto von Bismarck eingeweiht. Wegen erheblicher Bauschäden ist ein Aufstieg zwar derzeit nicht möglich, aber der Turm aus Ruhrsandstein ist dennoch einen Besuch wert.

Kahlenbergwehr

Das Kahlenbergwehr liegt am Schleusenkanal und ist Teil eines Wasserkraftwerks. Über eine Fußgängerbrücke, der Florabrücke, gelangst du zum Kahlenbergwehr und kannst nach dessen Überquerung die Saarner Auen erreichen. Im 15. Jahrhundert stand hier ganz in der Nähe eine historische Fruchtmühle. Als nächstes Highlight durchqueren wir wenig später den Thyssenpark.

Thyssenpark

Der Thyssenpark ist öffentlich zugänglich und daher lassen wir es uns nicht nehmen, ihn zu erkunden. Als erstes erfreuen wir uns an den zahlreichen Krokussen, die hier in zarten Farben blühen. Doch das eigentliche Prunkstück ist die Villa Josef Thyssen von 1900. Erbaut im neobarocken Stil diente es als Wohngebäude für den Industriellen Josef Thyssen.

Auf dem Gelände des Thyssenparks stand vorher eine Textilfabrik. Übrig geblieben davon ist der ehemalige Stauteich, in dem Enten ihre Runden drehen.

Thyssenpark in Mülheim
Die Villa Josef Thyssen

Schleuseninsel

In direkter Nachbarschaft zum Thyssenpark befindet sich die sogenannte Schleuseninsel, die definitiv auch zu den Mülheim Sehenswürdigkeiten zählt. Sie liegt am Schleusenkanal und lockt Radfahrer und Spaziergänger an, ebenso wie Ausflügler, die eine Tagesfahrt mit dem Schiff unternehmen wollen. Auf der Schleuseninsel sind diverse Bauten vorzufinden:

Mülheimer Wasserbahnhof

Zunächst einmal wäre da der Mülheimer Wasserbahnhof. Dieses in den 1920ern errichtete Gebäude erinnert an ein Schiffsbug. Von hier aus starten die Passagierschiffe der „Weißen Flotte“ ihre Linienfahrten nach Kettwig. Du kannst aber auch einfach eine kleine Pause im Biergarten des Wasserbahnhofs einlegen.

Museum Haus Ruhrnatur

An der Schleusenspitze ist in dem ehemaligen Bootshaus mittlerweile ein Museum untergebracht: das Museum Haus Ruhrnatur. Dort dreht sich alles um die Themen Wasser, Bionik, Klima und regenerative Energien.

Wasserkraftwerk Kahlenberg

Bei einem Spaziergang auf der Schleuseninsel passierst du sicherlich auch das Wasserkraftwerk Kahlenberg. Es versorgt seit 1927 die Wasserwerke Dohne und Styrum mit Strom. Vor dem Gebäude aus Ruhrsandstein steht eine alte Dampfpumpe. Hinter dem Wasserkraftwerk führt dich die Kassenbergbrücke hinüber auf die andere Ruhrseite.

Wasserkraftwerk Kahlenberg
Wasserkraftwerk Kahlenberg auf der Schleuseninsel

Alte Schleuse

Am Ende der Schleuseninsel befindet sich die Alte Schleuse. Sie war bereits 1780 nötig, um die Bodenschätze aus dem Kohlebergbau per Schiff zu transportieren.

Stadthalle

Nur ein Stückchen von der Schleuseninsel entfernt, kommen wir erst an einem Spielplatz vorbei und erhalten anschließend einen sehr schönen Ausblick auf die Stadthalle. Sie steht auf der gegenüberliegenden Ruhrseite direkt am Ufer. Das imposante Bauwerk von 1926 im neo-klassizistischen Stil können wir bei der Überquerung der Schloßbrücke ausgiebiger betrachten.

Schloss Broich

Fast am Ziel erwartet uns eine weitere Sehenswürdigkeit von Mülheim: das prächtige Schloss Broich. Die einstige Karolingerburg entstand im 9. Jahrhundert zum Schutz vor den Normannen und wurde im 17. Jahrhundert zur Residenz ausgebaut. Umgeben von einer Ringmauer besteht die Burganlage aus einem Hochschloss und einem Palas. Von dem quadratischen Bergfried sind nur noch die Fundamente erhalten geblieben. Der Rest wurde in den letzten Jahren komplett saniert und bildet so ein prächtiges Baudenkmal.

Schloss Broich Mülheim
Schloss Broich

Im Hochschloss befindet sich das Historische Museum des Mülheimer Geschichtsvereins. Es gewährt dir Einblicke in die Stadtgeschichte Mülheims. So kannst du neben Grabungsfunden und mittelalterlichen Waffen auch das Zimmer für die preußische Königin Luise besichtigen, die hier zu Besuch bei ihrer Großmutter war.

Der Schlosshof ist zu den folgenden Zeiten öffentlich zugänglich:
März – Oktober: 8 – 20 Uhr
​​​​​​​November – Februar: 8 – 18 Uhr

Vom Schlosshof aus gelangst du direkt in den MüGa-Park, der Mülheimer Gartenschau.

Der MüGa-Park – Mülheims Gärten an der Ruhr

Der MüGa-Park ist aus der Landesgartenschau von 1992 entstanden. Es ist eine sehr schöne Freizeitanlage mit Rosengarten, Spielplatz, Biogarten, Brunnen, Wasserspielplatz und vielem mehr. Er befindet sich unter anderem auf der ehemaligen Bahnanlage und beinhaltet daher auch den Ringlokschuppen mit dem dazugehörigen Wasserturm. Zudem liegt das Schloss Broich und auch die Stadthalle mitten in diesem Naherholungsgebiet.

Tipp:
Im Bereich der Partnerstadtgärten stehen zwei Originalelemente der Berliner Mauer.

Ringlokschuppen

Unser Fahrradausflug endet schließlich wieder dort, wo wir heute Vormittag gestartet sind: am Ringlokschuppen. In diesem ehemaligen Dampflokomotiven-Depot ist heute ein Kulturzentrum für Theater und Tanz untergebracht. Am Ort der ehemaligen Drehscheibe befindet sich eine Freilichtbühne. Der Ringlokschuppen ist ebenfalls Teil des MüGa-Parks.

Camera Obscura

Die Dampflokomotiven im Ringlokschuppen wurden damals von dem benachbarten Wasserturm versorgt. Mittlerweile führt dieser Turm kein Wasser mehr, sondern enthält in seiner Kuppel eine Camera Obscura. Außerdem befindet sich in dem ehemaligen Eisenbahnwasserturm ein Museum zur Vorgeschichte des Films.

Camera Obscura in Mülheim
Camera Obscura im ehemaligen Wasserturm

Camera Obscura
Am Schloß Broich 42
45479 Mülheim an der Ruhr
www.camera-obscura-muelheim.de

Mein Fazit zur Fahrradtour von Mülheim nach Kettwig

Der heutige Fahrradausflug hielt viele schöne Überraschungen für uns bereit. Die Fahrt mit dem Fahrrad war sehr angenehm, da wir fast ausschließlich auf Radwegen entlang gefahren sind. Dabei verläuft die gesamte Strecke meist an der Ruhr entlang und besitzt glücklicherweise keine nennenswerten Höhenmeter.

Leider ist es heute recht kühl gewesen und der Himmel war grau und wolkenbehangen. Wer hatte denn eigentlich die Idee, bei so einem Wetter einen Fahrradausflug zu unternehmen? Vor allem, weil die Fotos jetzt auch etwas trist und karg wirken. Sicherlich wirst du jetzt denken: „Ich habe doch gewusst, dass es im Ruhrpott nur grau und trist ist.“ Aber das stimmt nicht, absolut nicht! Nur wenige Wochen später und bei Sonnenschein ist die Gegend viel grüner und schöner. Und die vielen schönen Sehenswürdigkeiten, die wir unterwegs eingesammelt haben, haben das nicht allzu schöne Wetter auf alle Fälle wieder wettgemacht.

Wenn du unsere Route gerne nachradeln möchtest, kannst du sie dir auf www.komoot.de herunterladen.

Anfahrt und Parken

Anfahrt: Unser heutiger Tagesausflug startete am Ringlokschuppen in Mülheim an der Ruhr. Du erreichst ihn über die Autobahn A52 (Ausfahrt Ratingen-Breitscheid), dann Kölner Straße/B1 und B223 bis Am Schloß Broich folgen.
Oder aber über die Autobahn A40 (Ausfahrt MH-Styrum), dann B223 Richtung MH-Styrum bis Am Schloß Broich folgen.
Parken: Parkplatz am Ringlokschuppen in Mülheim an der Ruhr
Adresse für Navigationsgeräte: Am Schloß Broich 38, 45479 Mülheim an der Ruhr

Ausflugsziele in der Umgebung

  • Leder- und Gerbermuseum: Einblicke in die Geschichte der Mülheimer Lederindustrie und die Entwicklung der Lederherstellung erhältst du im Leder- und Gerbermuseum.
  • Kettwig Altstadt: Unternehme einen Bummel durch die malerische Altstadt von Essen-Kettwig und bewundere die vielen historischen Gebäude.
  • Villa Hügel: Besuche das ehemalige Wohn- und Repräsentationshaus der Industriellenfamilie Krupp in Essen-Bredeney. Du kannst neben der Parkanlage auch die historischen Räume der prachtvollen Villa Hügel besichtigen.
  • Schloss Linnep: Bei einer Wanderung von Ratingen nach Essen-Kettwig kommst du sowohl an Schloss Linnep als auch an Schloss Landsberg vorbei.
  • Tetraeder Bottrop: Wie wäre es mit einer Wandertour von Halde zu Halde im Ruhrgebiet? Bewundere dabei das Schloss Wittringen und das spektakuläre Tetraeder in Bottrop.
  • Rundwanderweg Eignerbach: Kennst du den Kalksteinbruch in Velbert? Hier wird seit mehr als 60 Jahren Kalk abgebaut. Die stillgelegten Schlammgruben wurden bereits renaturiert und zu einem Naherholungsgebiet ausgebaut. Der Rundwanderweg Eignerbach führt dich um dieses neu angelegte Naturschutzgebiet herum.

(Erlebt im März 2021)


Wie hat dir unsere Etappe des Ruhrtalradweges und die Mülheimer Sehenswürdigkeiten gefallen? Welche weiteren Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele kannst du in und um Mülheim an der Ruhr empfehlen? Ich freue mich über deine Meinung. Bitte hinterlasse doch unten dein Feedback als Kommentar. Vielen Dank.

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In Hilpoltstein erwartet dich eine reizende Altstadt mit vielen schönen Fachwerkhäusern. Und über allem thront die Burgruine von Hilpoltstein.

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