Willkommen zu einer neuen Ausgabe meiner Interview-Serie „Netreisetagebuch trifft“! In dieser Reihe sprechen wir mit spannenden Reisebloggern aus aller Welt, erfahren ihre Geschichten, Lieblingsziele und persönlichen Tipps. Dabei bekommen wir Einblicke, die man so nicht in jedem Reiseführer findet.
Heute lernen wir Gudrun von Reisebloggerin kennen. Sie berichtet seit 2011 über ihre Reisen. Erfahre, was ihr skurrilster Moment unterwegs war, was sie unterwegs vermisst und welches Reiseziel sie wärmstens empfehlen kann. Zuerst gibt es einen kompakten Steckbrief und dann tauchen wir auch schon ins Interview ein.
Reisebloggerin im Überblick

- Name: Gudrun Krinzinger
- Beruf(ung): Buchhändlerin
- Lieblingsreiseziel:
Ein Lieblingsziel fällt mir nicht ein, ich fahre gerne noch einmal in alle Städte und Länder, die ich bereits bereist habe. Aber es gibt zwei Städte, wo es mich immer wieder hinzieht, und das sind Venedig und Paris. - Traumziel (noch unerfüllt):
Puh, die Liste der unerfüllten Reiseziele ist lang! Ganz spontan möchte ich hier Madagaskar nennen, dann Amsterdam und Rom, wenn es um Reiseziele in Europa geht. - Ich reise am liebsten… mit meinem Lieblingsmenschen, mal mit meinen Freundinnen und auch selten mit mir allein. Mal im Camper, sehr gerne mit dem Zug.
Interview mit Gudrun
Wann hast du mit deinem Reiseblog begonnen und warum?
Meinen Reiseblog gibt es seit 2011 und ich wollte meiner Familie und den Freunden mittteilen, wo ich mich gerade befinde bzw. was ich auf Kuba erlebt habe.
Welche Art von Reisen spricht dich am meisten an: Abenteuer, Kultur oder Entspannung?
Meine Reisen sind meist eine Mischung zwischen Kultur, Abenteuer und Natur. Also Safaris im südlichen Afrika gehören genauso dazu wie Städtetrips und Wohnmobilreisen in ganz Europa. Gekrönt wird das ganze noch mit Roadtrips (zB Georgien) oder geführte Reisen mit Fahrer und Guide (zB. Usbekistan oder Bhutan). Die Mischung machts!
Was war dein schönster oder skurrilster Moment unterwegs?
Sehr skurril war eine Hochzeitseinladung in Sulawesi. Wir sind mit einem Fahrer von A nach B gefahren, als uns ein riesiges Zelt in einem Garten auffiel. Wir fragten nach dem Anlass, der Fahrer sprach von einer Hochzeit und wir könnten auch teilnehmen. Wir hatten nur unsere Outdoorklamotten an und fühlten uns nicht angemessen gekleidet. Der Fahrer wischte unsere Bedenken zur Seite. So marschierten wir also ins Zelt. Das Brautpaar, in prächtige Gewänder gekleidet, saß auf einer Bühne und erhob sich, die Livemusik endete abrupt und circa 200 Personen starrten uns an.
Wir wussten zuerst nicht, wie wir uns verhalten sollten! Aber wir wurden herzlich eingeladen, bekamen zu essen und zu trinken und alle, wirklich alle, wollten sich mit uns fotografieren lassen.
Was vermisst du unterwegs?
Ich vermisse das Leitungswasser, das ich in Wien ohne Bedenken trinken kann. Auf so vielen Ländern der Welt fehlt diese sichere und saubere Wasserversorgung. Das gibt mir oft zu denken, wenn ich unterwegs bin.

Was war die größte Herausforderung, die du auf Reisen gemeistert hast?
Ich finde das Fliegen mittlerweile sehr anstrengend und bin froh, wenn ich nach den ganzen Sicherheitsvorkehrungen im Flugzeug sitze und mich auf die Reise selbst freuen kann.
Wie findest du Orte, die nicht im Reiseführer stehen?
Also in Städten, wo ich schon oft war, ist das sehr einfach: Ich meide einfach die 10 TOP Reiseziele. Bzw. ich habe eigentlich nie das Gefühl, ich MUSS unbedingt in ein bestimmtes Café oder Museum. Wenn man nicht mit einer Liste reist und bestimmte Sehenswürdigkeiten Abhaken möchte, gibt es genug Alternativen.
Welches Reiseziel würdest du allen Lesern wärmstens empfehlen?
Oh, das ist schwer! Ich fand Rumänien außergewöhnlich schön, besonders das Maramureș.
Das Baltikum möchte ich auch allen empfehlen und dann noch Italien. Italien geht eigentlich immer!
Hat sich dein Reiseverhalten über die Jahre verändert?
Also als Reisebloggerin reise ich mit einem anderen Blickwinkel. Ich suche nach besonderen Geschichten und Orten, die ich erzählen möchte. Ich versuche auch möglichst lange in einem Land zu reisen, das war früher nicht so.
Und zum Schluss: Kaffee oder Tee?
Kommt darauf an, wo ich unterwegs bin. Zuhause trinke ich in der Früh meistens Kräutertee, am Nachmittag gibt’s dann einen Espresso. Auf jeden Fall sitze ich gerne in Kaffeehäusern.

Zum Abschluss
Ich finde, man merkt sofort, wie sehr Gudrun für das Reisen brennt. Und wie wichtig echte Erfahrungen abseits vom Mainstream sind. Ich meine, wer kann schon behaupten, im Urlaub spontan auf eine Hochzeitsfeier eingeladen worden zu sein?
Liebe Gudrun, vielen Dank für das offene Gespräch und deine persönlichen Einblicke.
Schon neugierig, welchen Gast wir beim nächsten Interview in meiner Serie „Netreisetagebuch trifft“ begrüßen dürfen? Lass dich überraschen, es wird wieder sehr persönlich.
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