Rösrather Bergbauweg: Wandern auf den Spuren von Erz, Wald und Geschichte

Last Updated on 10. März 2026 by Annette

Erlebe auf dem Rösrather Bergbauweg die Geschichte von 2000 Jahren Erzbergbau. Auf dem Rundwanderweg begleiten dich Stolleneingänge, Schächte und Fördertürme. Ich zeige dir, wie der Wanderweg beschaffen ist und was du unterwegs alles entdecken kannst. Erfahre, wo du hübsche Unternehmervillen bewundern kannst, was der Kölner Dom mit dem Erzabbau in Lüderich zu tun hat und woraus das Freibad in Hoffnungsthal entstanden ist.

Beschreibung des Wanderwegs

Der Rösrather Bergbauweg ist ein Rundwanderweg im Bergischen Land. Auf rund 12 Kilometern führt der Wanderweg über breite Forstwege, schmale Pfade und ruhige Waldabschnitte rund um den Höhenzug Lüderich. Hier haben schon vor 2000 Jahren römische Legionäre nach Erz gegraben.

Die Bergwerke sind mittlerweile nicht mehr in Betrieb. Dennoch kannst du mit dem Rösrather Bergbauweg den Spuren der Bergbaugeschichte folgen. Anhand von Hinweistafeln am Wegesrand erfährst du mehr zur Technik und Geschichte des Rösrather Erzbergbaues. Außerdem erzählen sie diverse Legenden, die sich um den Berg Lüderich ranken.

Rösrather Bergbauweg
Der Rösrather Bergbauweg führt oft durch Wälder

Besondere technische Kenntnisse sind für den Rundweg nicht erforderlich. Eine gute Grundkondition sollte vorhanden sein, ebenso wie Trittsicherheit, da der Weg öfter mal sehr uneben und holprig sein kann. Es geht mal Auf und Ab und auch über Treppenstufen sowie Wurzelpfade. Der Rösrather Bergbauweg ist daher nicht für Kinderwagen oder Rollstühle geeignet.

Unterwegs und auch am Start beziehungsweise Ende der Wanderung gibt es Einkehrmöglichkeiten. Außerdem sind auf dem Rösrather Bergbauweg diverse Sitzgelegenheiten vorhanden. Der Wanderweg ist sehr gut ausgeschildert. Folge einfach den roten Hinweisschildern „Bergischer Streifzug 15“.

Rösrather Bergbauweg
Folge den roten Hinweisschildern

Wie gelange ich zum Rösrather Bergbauweg?

Anfahrt: Du erreichst den Startpunkt des Rösrather Bergbauwegs am besten über die Autobahn A4 (Ausfahrt Untereschbach). Dann fährst du links Richtung Rösrath/Hoffnungsthal.
Parken: Am Bahnhof Rösrath-Hoffnungsthal gibt es einen P+R Parkplatz.

Alternativ kannst du auch mit der Regionalbahn 25 bis zum Bahnhof Hoffnungsthal fahren.

Sehenswertes auf dem Rundwanderweg

Reusch Villen

Wir starten unsere Wandertour in Rösrath-Hoffnungsthal. Hier ist heute mächtig was los, denn es findet ein großer Straßentrödelmarkt mit Live-Musik statt. Daher sind gerade viele Leute unterwegs. Doch die lassen wir samt dem Trubel recht schnell hinter uns und marschieren an restaurierten Fabrikhallen und hübschen Unternehmensvillen vorbei. Sie gehörten zum früheren Hammerwerk, in dem unter anderem das Metall aus dem Lüderich verarbeitet wurde. Gegründet wurde es 1775. Neben dem ehemaligen Pförtnerhaus des Hammerwerks und einem stattlichen Fachwerkhaus kommen wir auch an den sehenswerten „Reusch Villen“ vorbei. Hierbei handelt es sich um die ehemaligen Wohnsitze sowie den Verwaltungssitz der Familie Reusch, die 1816 das Hammerwerk übernahm.

Hammerwerk Rösrath
Das Pförtnerhaus in Rösrath

Franziska-Schacht

Der Rösrather Bergbauweg führt uns anschließend am Rothenbach entlang, der durch oxidiertes Eisen rot gefärbt ist. Einige Zeit später tauchen wir in den Wald ein und erreichen den ehemaligen Franziska-Schacht. Hier befindet sich das Wohnhaus des damaligen Steigers, der die Aufsicht über einen Teil des Bergwerks und eine Gruppe von Bergleuten führte. Rechts daneben können wir die Waschkaue sehen. Hier zogen sich die Bergleute um und wuschen sich nach ihrer Schicht unter Tage. Übrigens wurden nach jeder Schicht alle Bergleute namentlich aufgerufen, um sicher zu gehen, dass jeder wohlbehalten wieder ans Tageslicht gekommen ist. In der Waschkaue hängt mittlerweile keine Arbeitskleidung mehr, denn das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt.

Für uns geht es nun ziemlich steil über einen schmalen Wurzelpfad hinauf. Oben angekommen, erwartet uns der Förderturm des Franziska-Schachts. Mit seiner Hilfe wurden die Förderkörbe im Schacht hinauf- und heruntergelassen. In der Nähe finden wir noch einen eingestürzten Stollen.

Rösrather Bergbauweg Steigerhaus
Das Steigerhaus
Förderturm Franziskaschacht Rösrath
Der Förderturm Franziska-Schacht

Auf den Lüderich

Wir folgen dem Rösrather Bergbauweg zum Lüderich. Der Wanderweg verlässt den Wald und vollzieht nun eine Schleife in Form von einer 8 um den Höhenzug. Ende des 19. Jahrhunderts stand am Lüderich die größte Erzaufbereitungsanlage Deutschlands. Am 27. Oktober 1978 wurde jedoch aus dem Lüderich die letzte Tonne Erz gefördert. Übrigens soll im Mittelalter durch den Kölner Erzbischof hier Erzabbau betrieben worden sein. Aus dem gewonnen Silber sollen Münzen geprägt worden sein und das gewonnene Blei wurde möglicherweise für die Bleiverglasung des Kölner Doms genutzt.

Tipp: Wer möchte, kann diese Schleife auslassen und so den Wanderweg abkürzen.

Der Schleife folgend, kommen wir am alten Maschinenhaus Frühlingsschacht vorbei, das hier einsam und verlassen steht. Der Wanderweg verläuft jetzt über breite Wirtschaftswege und bietet eine weite Sicht auf das Bergische Land. Fast exakt auf der Hälfte der Schleife erreichen wir den Förderturm Lüderich.

Wo einst Blei und Zink abgebaut wurde, befindet sich heute ein Golfclub. Der wurde auf den alten Bergbauhalden angelegt. In dem ehemaligen Maschinenhaus ist heute ein Café untergebracht. Wir nutzen diese Gelegenheit für eine kleine Kaffeepause.

„Bislang gefällt uns die Rundwanderung auf dem Rösrather Bergbauweg sehr gut.“

Lüderich
Der Förderturm Lüderich

Barbarakreuz

Frisch gestärkt verlassen wir den Golfclub, bei dem heute eine Veranstaltung stattfindet, und kommen nach kurzer Zeit am Barbarakreuz vorbei. Das fünfzehn Meter hohe Edelstahlkreuz steht auf der Spitze der Berghalde und ist den Bergleuten gewidmet. Die Heilige Barbara war die Schutzpatronin der Bergleute.

Nachdem wir die Schleife vollendet haben, kommen wir am Ortsrand von Bleifeld an einem Rastplatz vorbei. Hier stehen eine Holzbank und ein runder Steintisch zur Rast zur Verfügung. Da wir schon eine Pause eingelegt haben, wandern wir durch den Ort und auf Feld- und Wiesenwegen entlang bis uns der Rösrather Bergbauweg wieder in einen Wald hineinführt.

Eisenbahntunnel

Als nächstes können wir den circa ein Kilometer langen Eisenbahntunnel erblicken, der 1909 durch den Berg geschlagen wurde, um das Tal der Agger und das der Sülz miteinander zu verbinden. Durch ihn entstand eine neue Direktverbindung zwischen Overath und Köln. Nicht nur Güter wurden auf dieser Strecke befördert, sondern auch Großstädter nutzten damals die Möglichkeit, schnell zur „Sommerfrische ins Bergische“ zu fahren. Ein Stück weiter entdecken wir eine Bachbrücke, mit deren Hilfe der Bach die Gleise überquert. Am Wegesrand können wir mitunter rosafarbene Blüten entdecken, die von Hummeln belagert werden.

Rösrather Bergbauweg
Seit mehr als 100 Jahren fährt hier die Bahn
Rösrather Bergbauweg Eisenbahntunnel
Der Eisenbahntunnel, vorne die Bachbrücke

Freibad Hoffnungsthal

Wir befinden uns nun auf der Schlussetappe des Rösrather Bergbauwegs. Es geht nochmal ein wenig bergauf über schmale Pfade. Schließlich erreichen wir wieder Hoffnungsthal und kommen am Freibad vorbei. Das entstand übrigens aus einem früheren Klärteich. In dem Klärteich („Neue Kluus“) wurde bis Anfang des 20. Jahrhunderts das Wasser aus der Aufbereitung der Grube Bergsegen gereinigt. Zum Schwimmen ist es heute definitiv zu kalt, daher gehen wir die letzten Schritte bis zur Ortsmitte und besuchen den heutigen Stadttrödelmarkt, bevor wir wieder nach Hause fahren.

Weitere Ausflugsmöglichkeiten in der Umgebung

Bensberger Schlossweg: Du liebst es zu wandern und dabei interessante Dinge zu entdecken? Dann habe ich genau das richtige für dich: den Bensberger Schlossweg. Auf diesem Rundwanderweg kannst du die Schlösser und Burgen von Bergisch Gladbach entdecken sowie eine Menge interessanter geschichtlicher Eindrücke erhalten. Ich verrate dir, wer im prachtvollen Schloss zur Schule gehen durfte, was es mit den Massengräbern im Wald auf sich hat und wie früher die Trinkwasserversorgung stattfand.

Bauernhofweg Lohmar: Der Bauernhofweg Lohmar im Rhein-Sieg-Kreis führt durch das idyllische Aggertal zur Gammersbacher Mühle. Die Wanderroute ist gespickt mit tollen Panoramaaussichten und abwechslungsreichen Highlights. Ich zeige dir, was es unterwegs alles zu entdecken gibt, angefangen von Mühlen und Fachwerkhäusern bis hin zu Burgen und Schlösser.

Altenberger Dom: Verbinde doch eine Besichtigung des Altenberger Doms und dem dazugehörigen Klostergelände mit einer schönen Tour durch das Tal der Dhünn. Ich zeige dir die schöne Klosterkirche und verrate dir, was das Berliner Blau mit der Abtei Altenberg angerichtet hat. Begleite uns auf unserer abwechslungsreichen Wandertour mit königlicher Aussicht und entdecke die Wiege des Bergischen Landes.

Rösrather Bergbauweg
Auch durch Wiesen und Felder führt der Rösrather Bergbauweg

Weitere Ausflugsmöglichkeiten in NRW

Burgen- & Schlösser-Route: Die Burgen & Schlösser-Route am Niederrhein verläuft auf etwa 50 Kilometern durch die niederrheinische Ebene. Sie verbindet dabei die Städte Kevelaer, Weeze, Goch und Geldern. Unterwegs passiert man getreu ihrem Namen unter anderem so manche Burg beziehungsweise Schloss. Ich zeige dir, welche für den Niederrhein typischen Wasserburgen an der Fahrradstrecke liegen. Erfahre, wie wir mit der Fähre übersetzen, wo wir das niederrheinische Gold entdecken und wo seit Jahrhunderten gepilgert wird.

Schloss Drachenburg: Wer ein märchenhaftes Schloss in NRW besichtigen möchte, sollte sich nach Königswinter ins Siebengebirge begeben. Hier thront hoch oben auf dem Drachenfels das Schloss Drachenburg. Der Name verspricht Programm, denn hier gibt es noch die Mythen und Sagen samt Drachen und ihrer Drachentöter.

Münster: Die westfälische Studenten- und Fahrradstadt versprüht ein lässiges Flair. Hier finden Alt und Jung viele Ausgehmöglichkeiten, Kulturangebote, ausgefallene Geschäfte und eindrucksvolle Gebäude. Erfahre, welcher bedeutender Friedensvertrag in Münster geschlossen wurde, warum drei Eisenkörbe am Kirchturm hängen und was man auch bei Regenwetter in Münster erleben kann.

Mein Fazit zum Rösrather Bergbauweg

Der Rösrather Bergbauweg ist sehr abwechslungsreich und mit seinen 240 Höhenmetern angenehm zu gehen. Die Hinweistafeln sind informativ und gewähren einen guten Einblick in die Geschichte des örtlichen Bergbaus. Ideal für alle, die sich für die Industriekultur interessieren. Man läuft durch den Wald und weiß doch, dass unter den eigenen Füßen jahrhundertelang gearbeitet wurde. Wir haben den Rundwanderweg sehr genossen und können ihn dir nur empfehlen.

Hinweis:
Einige der Bergbaurelikte befinden sich im Bergischen Museum für Bergbau, Handwerk und Gewerbe in Bensberg und können dort besichtigt werden.

Wie hat dir der Rösrather Bergbauweg gefallen? Magst du Wanderungen, bei denen du etwas über die Geschichte der Gegend erfährst? Hast du Tipps für weitere Ausflugsmöglichkeiten in der Umgebung? Ich freue mich auf dein Feedback in den Kommentarten.

Falls du jemanden kennst, dem der Rösrather Bergbauweg ebenfalls gefallen könnte, dann leite dieser Person doch den Artikel gerne weiter. Oder teile den Beitrag in den sozialen Medien, damit auch andere von dem abwechslungsreichen Rundwanderweg erfahren. Vielen Dank.

(Gewandert im September 2025)

Bergischer Streifzug 15
Es geht auch Auf und Ab

Info
Länge: Unsere Wanderroute ist etwa 12 km lang und dauert ungefähr 2,5 Stunden reine Gehzeit.
Höhenmeter: Der Weg besitzt circa 240 Höhenmeter.
Schwierigkeit: einfach

Wenn du auch gerne einmal den Rösrather Bergbauweg wandern möchtest, kannst du dir unsere Route wie immer auf www.komoot.de genauer anschauen und herunterladen.

Du suchst nach weiteren tollen Ausflugszielen?

Bergbauwanderweg Muttental: Der Bergbauwanderweg Muttental in Witten ist eine gute Möglichkeit, bei einer Wanderung durch die Natur viele interessante Dinge über den Bergbau in dieser Gegend zu erfahren. Dabei führt er an vielen Stolleneingängen und Schächten vorbei, sowie an so manche Sehenswürdigkeit.

Externsteine: Es gibt ja sehr viele außergewöhnliche Ausflugsziele in NRW. Eines davon sind definitiv die Externsteine bei Detmold im Teutoburger Wald. Auf unserem Rundwanderweg konnten wir nicht nur das spektakuläre Naturdenkmal bewundern, sondern auch die Ruine Falkenburg und die Sachsentaufe besichtigen.

Kettwig: Wusstest du eigentlich, dass es im Ruhrgebiet so manches Juwel gibt? Eines davon ist Essen-Kettwig. Erfahre mehr über die Tuchmacherstadt, die ihr ursprüngliches Gesicht wahren konnte. Einer Stadt, in der es Märchen, Engeln und einen Hexenberg gibt. Ich erzähle dir, was eine Bleichinsel ist und warum die Menschen früher Knüppel auf die Straße geworfen haben.

Verpasse zukünftig keinen Beitrag mehr! Abonniere den Blog und du wirst per e-Mail benachrichtigt, sobald ein neuer Beitrag online ist.


Loading

Merke dir den Rösrather Bergbauweg jetzt auf Pinterest:

Rösrather Bergbauweg Pinterest
Auf Pinterest merken
Sei der Erste, der diesen Beitrag teilt und somit auf die Reise schickt!
Avatar-Foto

Annette

Annette schreibt seit 2018 auf ihrem Reiseblog persönliche Reiseberichte mit praktischen Tipps zu Reisezielen, Wanderungen und Radtouren. Ihr Fokus liegt dabei auf individuelles Reisen, ehrliche Eindrücke und umsetzbare Empfehlungen.

Alle Beiträge ansehen von Annette →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert