Verona – Auf den Spuren der Geschichte

Verona ist eine sehr beeindruckende Stadt, mit sehr vielen Sehenswürdigkeiten. Und natürlich zählt ein Besuch zu unserem Pflichtprogramm. Aber der Reihe nach.

Bereits nachts schüttet es aus allen Wolken. Die Berge sind vor lauter Regenwolken kaum zu erkennen. Aber dafür entdecken wir einen Regenbogen.

Nach dem Regen folgt der Regenbogen
Nach dem Regen folgt der Regenbogen

Leider hält der Regen an. Also müssen wir zum Hauptgebäude des Hotels, in dem das Frühstück stattfindet, schnell durch den Wolkenguss rennen. So wie viele andere Gäste auch, es ist die reinste Rennstrecke.

Dem Regen entfliehen

Nach dem Frühstück brechen wir auf und fahren nach Verona. Wir parken recht zentral und sind innerhalb weniger Minuten an der Scaligerbrücke.

Scaligerbrücke zum Castelvecchio

Imposant und sehenswert führt uns die mittelalterliche Wehrbrücke direkt zur Scaligerburg (Castelvecchio). Die Scaliger waren die damaligen Herrscher, unter anderem von Verona. Auffallend sind die vielen Schwalbenschwanz-Zinnen, die die Brücke verzieren. Über enge Stufen kann man an der Seite auf die Brückenmauer klettern und dort entlang laufen bzw. die Aussicht auf Verona genießen.

Die Scaligerburg beherbergt ein Kunstmuseum, für das wir aber heute keine Zeit haben.

Scaligerbrücke mit Castelvecchio in Verona
Scaligerbrücke mit Castelvecchio

Piazza Brà mit Arena

Wir verlassen die Burg und wenden uns der Altstadt zu, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Wir gelangen auf einen großen Platz, der Piazza Brà. Der Platz an und für sich ist schon sehr schön, da er sehr groß ist und sich in der Mitte eine Grünanlage befindet. Doch die eigentliche Attraktion ist die Arena am Ende des Platzes. Hier finden jährlich von Juni bis August unter freiem Himmel Opernfestspiele statt. Vor der Arena stehen und liegen riesige Bühnen-Dekorationen für die heutige Vorstellung.

Die Arena von Verona auf dem Piazza Brà
Die Arena von Verona auf dem Piazza Brà
Bühnendeko für das Opernfestspiel in Verona
Bühnendeko für das Opernfestspiel in Verona

Es ist möglich, die Arena von innen zu besichtigen, jedoch ist uns die Warteschlange am Ticketverkauf definitiv zu lang. Und so ziehen wir weiter durch die Via Mazzini, einer Einkaufsstraße mit noblen Geschäften, bis zur Piazza delle Erbe. Dort biegen wir rechts in die Via Capello, auf der Suche nach dem Haus von Julia.

Romeo und Julia – Casa Guilletta

Natürlich steht auch das Haus von Julia, das Casa Guilletta auf unserem Programm. Gerne möchten wir den berüchtigten Balkon von Romeo und Julia besichtigen. Doch schon von weitem sehen wir die Menschenmassen, die sich vor dem Hauseingang drängen. Daher bleibt diese Attraktion für uns leider außer Betracht. Wir kommen kaum durch die Menschenmenge, um unsere Tour durch die Stadt fortzusetzen.

Zum Mittag gibt es Piadine

Wir gönnen uns eine kleine Pause und essen leckere Piadine. Das sind dünne, knusprige Fladenbrote gefüllt mit herzhaften Zutaten wie z.B. Tomaten, Schinken, Käse, Salat etc. oder mit süßer Füllung, z.B. Schokocreme. Die müsst ihr unbedingt mal probieren. Hier findet ihr ein Rezept zum Selbermachen: Piadine-Rezept

Danach trennen sich unsere Wege und wir Erwachsenen ziehen ohne die Kinder weiter, die statt Sightseeing lieber Shopping machen wollen.

Piazza delle Erbe

Der längliche Platz ist gerade gefüllt mit Marktständen, hier herrscht reges Markttreiben. Schon zu Römerzeiten war dies der zentrale Platz von Verona. Es gibt hier viel zu bestaunen:

– Casa dei Mazzanti

Bei diesem alten Haus kann man lauter Freskenmalereien an der Fassade bewundern.

Casa dei Mazzanti in Verona
Das Casa dei Mazzanti ist mit lauter Freskenmalereien verziert.

– Markuslöwe

Am Ende des Platzes steht eine Marmorsäule mit geflügeltem Markuslöwen als Symbol der Herrschaft Venedigs.

– Casa dei Mercanti

Das Haus mit den typischen Schwalbenschwanz-Zinnen ist das ehemalige Versammlungsgebäude der Kaufleute.

Casa dei Mercanti in Verona
Casa dei Mercanti

– Arco della Costa

Nachdem wir durch den Bogen Arco della Costa schreiten, an dem der Rippenknochen eines Wals befestigt ist, gelangen wir auf die Piazza dei Signori.

Arco della Costa in Verona
Am Arco della Costa hängt der Rippenknochen eines Wals

Piazza dei Signori

Dieser etwas kleinere Platz ist der Standort der Regierung und der Gerichtsbarkeit.

– Torre dei Lamberti

Neben dem Arco della Costa befindet sich der Lamberti-Turm, der zum Palazzo del Comune gehört. Diesen kann man besichtigen und sich einen Überblick über die Altstadt verschaffen.

– Palazzo del Comune

Der Palazzo del Comune oder auch Palazzo della Ragione genannt, war ehemals Sitz der Stadtverwaltung. Er besitzt einen großen Innenhof und eine Freitreppe. Unter den Rundbogenarkaden befanden sich im Mittelalter Kaufläden, daher stammt auch der Name Cortile del Mercato Vecchio (Alter Markt).

Palazzo del Comune mit dem Torre dei Lamberti
Palazzo del Comune mit dem Torre dei Lamberti

– Palazzo del Podestà

Am anderen Ausgang des Piazza dei Signori steht der frühere Herrschersitz der Scaliger, der Palazzo del Podestà. Auch hier findet man wieder die typischen Schwalbenschwanz-Zinnen.

Der Palazzo del Podestà auf dem Piazza dei Signori
Der Palazzo del Podestà auf dem Piazza dei Signori

Grabmäler der Scaliger

Wir verlassen den Piazza dei Signori und kommen an den auffälligen Grabmälern der Scaliger vorbei. Dabei handelt es sich um aufwendig verzierte Steinsarkophage, die neben der Kirche Santa Maria Antica stehen, der Hauskirche der Scaliger-Familie.

Scaliger-Grabmäler
Scaliger-Grabmäler

Als nächstes spazieren wir ein Stück am Fluss entlang und erreichen dann die Brücke Pietra.

Ponte Pietra

Die steinerne Bogenbrücke führt über die Etsch und stammt aus der Römerzeit. Sie wurde im Laufe der Geschichte einige Male zerstört (durch Hochwasser und Kriege), aber immer wieder aufgebaut. Von der Brücke aus blicken wir auf das gegenüberliegende Ufer und sehen wir das Castel San Pietro, eine alte Festung, die auf einem Hügel angelegt ist.

Castel San Pietro / Foto: © 2019 netreisetagebuch
Castel San Pietro / ©2019 netreisetagebuch

Ein Unwetter braut sich zusammen

Den ganzen Tag über schauert es zwischendurch immer mal wieder und alle versuchen, sich irgendwo unterzustellen oder suchen Schutz in einem der vielen Geschäfte. Glücklicherweise dauern die Schauer nur wenige Minuten, so dass wir unsere Besichtigungstour immer wieder fortsetzen konnten.

Nun aber wird es immer dunkler und es erweckt den Anschein, als ob ein Weltuntergang bevorstünde. Daher eilen wir zum vereinbarten Treffpunkt und sammeln unsere Kinder ein, um uns schleunigst auf den Heimweg zu machen, als auch schon das Unwetter losbricht.

Fazit zu Verona

Verona ist eine wundervolle Stadt. Überall gibt es sehr schöne Häuser und Fassaden zu bewundern. Die Stadt besitzt so viele Spuren der Geschichte. Sie alle an einem einzigen Tag zu entdecken ist gar nicht möglich. Zudem laden viele Geschäfte und Boutiquen zum Bummeln bzw. Einkaufen ein.

In der Altstadt sind alle wichtigen Plätze und Sehenswürdigkeiten gut durch Wegweiser und Hinweisschilder zu finden. Daher findet man sich auch ohne Stadtplan gut zurecht. Die Touristen-Information findet ihr in der Via degli Alpini 9, in der Nähe der Piazza Brà.

Leider zieht es sehr viele Touristen in die geschichtsträchtige Stadt, daher sind die Straßen recht voll und die Sehenswürdigkeiten teilweise überlaufen. Deswegen sollte eine Besichtigung nach Möglichkeit außerhalb der Hauptsaison und eventuell früh am Tag stattfinden.

Portoni della Brà, Verona
Stadttor Portoni della Brà, © 2019 netreisetagebuch

(Stand: August 2019)


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2 Gedanken zu “Verona – Auf den Spuren der Geschichte

  1. Danke für die vielen Anregungen zu Verona. Die Stadt steht definitiv noch auf meiner Liste. Wir sind sehr gerne im Friaul und da wäre ein Abstecher natürlich gut möglich. Ich hatte bisher nur das römische Amphitheater auf dem Plan, die anderen Gebäude, die Du hier zeigst, finde ich aber auch sehr schön. Ich fange schon mal an zu suchen, wo ich mit dem Wohnmobil übernachten oder sicher parken kann. LG Katja

    1. Hallo Katja,
      wenn ihr mit dem Wohnmobil nach Verona fahrt, könntet ihr ja sogar mehr als nur einen Tag dort verbringen. Das lohnt sich sicherlich, denn wir haben bei unserem Tagesausflug sicherlich längst nicht alles gesehen.
      Viele Grüße Annette

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