Weißenburg – mittelalterliche Idylle in Mittelfranken

Weißenburg ist eine überaus sehenswerte Stadt in Mittelfranken, etwa 1 Autostunde südlich von Nürnberg entfernt. Mit ihren vielen denkmalgeschützten Fachwerkhäusern eignet sich die ehemalige Freie Reichsstadt als abwechslungsreiches Ausflugsziel.

Wir unternehmen einen Tagesausflug nach Weißenburg und sind fasziniert von der schönen Altstadt, die komplett denkmalgeschützt ist. Sie besteht aus sehr vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern aus dem späten Mittelalter und barocken Bürgerhäusern. Bummel durch die Straßen und entdecke viele liebevolle Details. Besuche eines der Museen oder kehre in eines der Cafés am Marktplatz ein.

Sehenswürdigkeiten in der Weißenburg Altstadt

Der Marktplatz von Weißenburg

Zentraler Punkt der Altstadt ist das Alte Rathaus aus dem 15. Jahrhundert. Dieser gotische Bau aus Sandsteinquadern sollte Anfang des 19. Jahrhundert abgerissen werden. Zum Glück wurde der Plan nie verwirklicht. Das Alte Rathaus steht direkt am Marktplatz, um den einige Cafés und Restaurants angesiedelt sind. Gegenüber des Rathauses wird dir ein ganz schmales Fachwerkhaus auffallen. Dies ist das Lebküchnerhaus, in dem sich mehrere Kleingewerbetreibende befanden, unter anderem eben auch eine Lebküchnerei.

Altes Rathaus in Weissenburg
Das Alte Rathaus mit Schweppermannsbrunnen

Mittelalterliche Fachwerkhäuser

Direkt vom Marktplatz aus gelangst du auf die Luitpoldstraße, auch Holzmarkt genannt. Diese breite Straße säumen Bürgerhäuser von der Spätgotik bis zur Barockzeit. Hier befindet sich auch das älteste Gebäude von Weißenburg: die ehemalige Brauerei „Goldener Stern“. Früher wurde auf diesem Platz das Brenn- und Bauholz für das Handwerk gelagert.

Wir schlendern über den großen Platz und bewundern die vielen verschiedenen Fassaden. Auch die Karmeliterkirche des Klosters Weißenburg steht hier.

Holzmarkt Weißenburg
Ehemaliger Holzmarkt

Was ist die Schranne?

Die Luitpoldstraße macht einen Bogen nach rechts und führt uns zur Schranne. Bei diesem Gebäude sind wir uns nicht einig, um was es sich genau handeln soll.
Auf den ersten Blick wirkt es wie eine Kirche. Oder ist es etwa eine Markthalle? Beim näheren Betrachten, einigen wir uns schließlich auf eine frühere Feuerwache. Tja, was soll ich sagen? Wir hatten mit allem recht.

Es handelt sich um eine neugotische Markthalle mit langer Geschichte. Einst stand hier eine Kirche aus dem Jahr 700, die 1534 in der Reformation profaniert (aufgegeben) wurde. Stattdessen diente das Gebäude als Lager- und Verkaufshalle für Getreide und Mehl. Im 19. Jahrhundert wurde der ehemalige Sakralbau abgebrochen und durch den heutigen Neubau im Stile des Historismus ersetzt. Anfangs wurde das Gebäude als Feuerwehrhaus genutzt. Heute dient es als Markthalle, in der auch Künstler ihre Werke ausstellen dürfen.

Schranne in Weißenburg
Die Schranne

Ein weiteres Gebäude, das im Stile des sogenannten Historismus errichtet wurde, ist das märchenhafte Schloss Drachenburg.

Stadtmauer mit Scheibleinsturm

Den Altstadtkern umgibt eine noch fast vollständig erhaltene Stadtmauer. Sie beinhaltet 38 Türme und Holzwehrgänge. Teilweise wurden direkt an die Stadtmauer kleine Wohnhäuser gebaut. Einer der Türme ist der Scheibleinsturm an der Schanzmauer. Er ist der einzige noch bestehende runde Turm der Stadtmauer. Einst wurde er als Gefängnis genutzt, heute ist er bewohnt. Wir spazieren an der Stadtmauer entlang, die ein begrünter Weg umgibt.

Das Ellinger Tor

Das Ellinger Tor ist das einzig erhaltene Stadttor und gilt als Wahrzeichen von Weißenburg. Es besteht aus einem Hauptturm sowie einem Vorwerk und zwei kleineren Türmen. Das Tor zieren drei Wappen, eines davon das Reichswappen. Als Freie Reichsstadt unterlag Weißenburg damals direkt dem Kaiser. Heute ist im Ellinger Tor die historische Ratsbibliothek der Stadt untergebracht.

HÄTTEST DU ES GEWUSST?
Das Ellinger Tor war 1964 und 1967 jeweils auf einer 80-Pfennig-Briefmarke der Deutschen Bundespost abgebildet.

Ellinger Tor Weißenburg
Blick auf Weißenburg mit Ellinger Tor

Apothekenmuseum im „Blauen Haus“

Das „Blaue Haus“ auf der Rosenstraße ist nicht nur hübsch anzusehen. Es beherbergt auch nicht bloß die Einhorn-Apotheke. Nein, es wurde in den alten Kellergewölben des barocken Gebäudes auch ein Apothekenmuseum eingerichtet. Zu besichtigen gibt es eine vollständige Apothekeneinrichtung aus dem 19. Jahrhundert mit all den vielen Gerätschaften und Utensilien aus vergangenen Zeiten sowie eine Kräuterkammer.

Apothekenmuseum Weißenburg
Apothekenmuseum im „Blauen Haus“

Apothekenmuseum Weißenburg
Rosenstraße 3
91781 Weißenburg
www.apothekenmuseum-weissenburg.de

Führungen:
Mo, Di, Do, Fr: 11.00 h und 14.30 h
Mi, Sa: 11.00 h
Eintrittspreise:
Erwachsene 3,00 €, Kinder 1,50 €

Der Martin-Luther-Platz

An diesem Platz findest du gleich mehrere Sehenswürdigkeiten. Zum einen steht hier die Kirche St. Andreas. Du kannst den Andreasturm besteigen und von dort oben die Aussicht auf die Weißenburger Altstadt genießen. Direkt gegenüber befindet sich die Alte Lateinschule aus dem 16. Jahrhundert, heute ist es das Mesnerhaus. Zudem sind hier an diesem Platz das Reichsstadtmuseum und das Römermuseum angesiedelt. Infos zu den beiden Museen findest du unter: www.museen-weissenburg.de/de/unsere-museen. Im Römermuseum findest du auch die Tourist-Information.

Römermuseum Weißenburg
Kirche St. Andreas und rechts das Römermuseum
Alte Lateinschule Weissenburg
Ehemalige Alte Lateinschule, jetzt Mesnerhaus

Das Wildbad

Das Badehaus stammt aus dem 16. Jahrhundert. Eine dazugehörige Quelle, der eine heilsame Wirkung bescheinigt wurde, verhalf Weißenburg zu einem lebhaften Kur- und Badebetrieb. Heute befinden sich in dem Gebäude Veranstaltungsräume.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Weißenburg

Die Wülzburg

Bei der Wülzburg handelt es sich um eine Hohenzollernfestung aus dem 16. Jahrhundert. Das Besondere daran: Sie wurde als Fünfeck (Pentagon) errichtet, was sich als vorteilhaft gegenüber einer rechteckigen Anlage herausstellte. An ihrer Stelle stand vorher ein Benediktinerkloster aus dem 11. Jahrhundert, das aber aufgelöst und eingeebnet wurde.

Im Ersten Weltkrieg wurden in der Wülzburg Kriegsgefangene untergebracht. 1918 war einer der Kriegsgefangenen der spätere französische Präsident Charles de Gaulle.

Um die Festungsanlage herum verlaufen diverse Wanderwege, so dass sich die Besichtigung der Wülzburg mit einer Wanderung verbinden lässt.

Wülzburg
Eingang zur Wülzburg

Kastell Biriciana und Römische Thermen

Westlich von Weißenburg befindet sich auf einer Anhöhe das Kastell Biriciana, ein ehemaliges Militärlager der Römer. Der Limes war übrigens nicht weit entfernt. Zu besichtigen gibt es das nachgebaute Nordtor und Mauerbereiche des fast quadratischen Lagers. Nicht weit entfernt befinden sich die Römischen Thermen, eine gut erhaltene Bäderanlage der Römer.

Fossa Carolina

Karl der Große ließ 793 den Bau eines Kanals als Verbindung zwischen der Schwäbischen Rezat (die in den Main fließt) und der Altmühl (sie mündet in die Donau) beginnen. Damit sollten die beiden Flusssysteme von Rhein und Donau miteinander verbunden werden, um den Warenverkehr per Schifffahrt durchgehend zu ermöglichen. Bislang mussten die Güter für eine kurze Landstrecke auf Fuhrwerke umgeladen werden. Diese kurze Landstrecke sollte durch den Karlsgraben überbrückt werden. Das Projekt scheiterte allerdings an den geologischen Schwierigkeiten und wurde daher nie vollendet. Es gilt aber als Vorläufer für den heutigen Main-Donau-Kanal. Den errichteten Teil kannst du dir anschauen und auf Hinweistafeln gibt es weiter Infos über den Karlsgraben zu lesen.

Fossa-Carolina
Der unvollendete Karlsgraben

Tipps zum Parken in Weißenburg

Sofern du nicht mit der Bahn anreist, kannst du dein Auto entweder auf dem Parkplatz Schulzentrum (An der Hagenau) oder im Parkhaus Dörflervilla (Schulhausstr. 8) abstellen.

Mein Fazit

Ich finde das Städtchen Weißenburg einfach bezaubernd. Die vielen schnuckeligen Fachwerkhäuser laden zum Schlendern durch die Gassen und Straßen ein. Ein Ort wie im Bilderbuch und daher empfehle ich ihn dir unbedingt für einen Ausflug.

Weißenburg Altstadt
Denkmalgeschützte Altstadt

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6 Gedanken zu “Weißenburg – mittelalterliche Idylle in Mittelfranken

  1. Liebe Annette,

    ich liebe Städtchen mit Fachwerkhäusern. Ich finde deinen Beitrag sehr inspirierend und ansprechend geschrieben. Besonders gefällt mir der Mix aus Hintergrundgeschichte und Aktuellem samt der Tipps. Vielen Dank für den tollen Stadtrundgang, Weissenburg steht jetzt definitiv auf meiner To-Visit-Liste.

    Viele Grüße,
    Tanja

    1. Liebe Tanja,

      vielen Dank. So ein Lob von einer Bloggerkollegin hört man gerne. Schön, dass ich dir Weißenburg schmackhaft machen konnte.

      Liebe Grüße
      Annette

  2. Hallo Annette,

    ich bin ein großer Fan von so hübschen Kleinstädten mit viel Fachwerk und historischen Bauten. Mein Mann und ich waren in diesem Jahr auch vermehrt in der näheren Umgebung und allgemein in Deutschland unterwegs. Da gibt es noch so viel zu entdecken. Herzlichen Dank für den Tipp.

    Liebe Grüße
    Renate

    1. Hallo Renate,

      es freut mich, dass dir mein Tipp gefällt. Auch wir haben noch so viele andere schöne Ziele in Deutschland auf unserer To-Do-Liste stehen. Daheim ist eben auch schön.

      Liebe Grüße
      Annette

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