Birgeler Urwald: Spannender Premium-Wanderweg durch den Naturpark Maas-Schwalm-Nette

Wir sind in den Urwald eingedrungen. Nein, nicht in weiter Ferne, sondern in NRW. Gibt’s nicht? Doch! Tatsächlich haben wir eine tolle Wanderstrecke in Wassenberg entdeckt, die sich Birgeler Urwald nennt. Und es mutet sich teilweise wirklich wie ein Gang durch den Urwald an. Aber sieh selbst:

Premium-Wanderweg der Wasser.Wander.Welt

Premium-Wanderweg durch den Birgeler Urwald
Durch den Birgeler Urwald

Wassenberg liegt in der Nähe zur niederländischen Grenze im Kreis Heinsberg in NRW. Zudem erstreckt sich hier auch der Naturpark Maas-Schwalm-Nette. Dieser bietet viele schöne Wanderrouten, eine davon haben wir für dich getestet: den Premium-Wanderweg durch den Birgeler Urwald.

Info
Unsere Wanderung erstreckte sich über eine Strecke von ca. 13 km und dauerte ungefähr 3 Stunden.
Der Wanderweg ist hervorragend ausgeschildert. Folge stets den Hinweisschildern von Wasser.Wander.Welt: ‚Birgeler Urwald‘.

Birgeler Urwald: umgestürzte Bäume und Wildwuchs

Gleich zu Anfang ging es ziemlich steil hinauf, aber nur ein winziges Stück. Was uns sofort auffiel: der Boden ist herrlich weicher. Ich liebe es, auf weichem Waldboden zu laufen. Der gibt so schön nach, als ob man auf einer Gymnastikmatte läuft.

Und so wanderten wir stets durch einen nicht enden wollenden Eichen- und Buchenwald, der alles andere als aufgeräumt bezeichnet werden kann. Viele Baumstämme sind umgefallen und auch genau dort an Ort und Stelle liegen gelassen. Selbst auf den Wegen mussten wir uns ab und zu unter umgefallen Baumstämmen hindurchducken oder über sie hinweg steigen. Zwischendurch gab es immer mal wieder ein kurzes Stück an einem Feld entlang oder auch mal über eine Straße. Aber das störte nicht wirklich. Denn die meiste Zeit gab es nur Wald, soweit das Auge reichte. Links und rechts wuchs der Farn, der allerdings aufgrund des extrem trockenen Frühlings komplett braun war.

Umgestürzte Baumstämme im Birgeler Urwald
Manchmal mussten wir über umgestürzte Baumstämme steigen.
Meterhoher Farn
Der meterhohe Farn war leider vertrocknet

Der Wanderweg war sehr abwechslungsreich, es ging sprichwörtlich über Stock und Stein (wobei mehr Stöcke und Wurzeln als Steine), vorbei an kleinen Bachläufen und vorbei an Feldern, Wiesen und sogar an Moorlandschaften. Wundervoll war auch der Gang durch einen Buchenhallenwald.

Wald, Wiesen, Moor und auch Spargelfelder

Wir verließen kurz den Wald und wanderten an einem Spargelfeld entlang. Der Spargel trieb schon aus, denn niemand hatte ihn geerntet. Sicherlich eine Folge der Corona-Pandemie, sei es mangels Erntehelfer oder weil die Gaststätten aufgrund der Schließung zur Zeit keinen Spargel abnahmen. Vereinzelt lauerten allerdings kleine Spargelköpfe aus der Erde, die es gerade erst geschafft hatten, aus dem Boden empor zu wachsen.

Doch dann führte uns der Weg wieder ins Grüne und wir konnten unsere Wanderroute durch den Wald fortführen.

Oh, Tannenbaum…

Was ist das? Plötzlich sahen wir vor uns jede Menge Nadelbäume. Wo wir gerade noch ausschließlich von Laubbäumen umringt waren, standen jetzt auf einmal zahlreiche Tannenbäume auf einem Feld aufgereiht. Hier kannst du dir einen Weihnachtsbaum aussuchen. Die meisten waren allerdings noch ganz klein, aber weiter hinten zeigten sich auch schon sehr große Exemplare. In wessen Wohnzimmer die einmal stehen sollen, ist mir allerdings schleierhaft.

Tannenbaum-Plantage zum Aussuchen
Welcher Weihnachtsbaum darf es denn sein?

Auf Stegen durch die Moorlandschaft

Die Wanderroute führte uns schließlich auf Stegen durch das Moor. Der ‚Traumweg wildes Schaagbachtal‘ war eine wundervolle Abwechslung zum bisherigen Waldanblick. Hier findest du auch eine Traumliege, auf der du eine kleine Rast einlegen kannst, während du den Ausblick auf das Moor genießt. Leider war die Bank bereits besetzt, also einen letzten Blick auf die Landschaft werfen und wieder hinein ins Dickicht des Birgeler Urwalds.

Auf Stegen durch das Moor
Auf Stegen durch das Moor

Wie der Biber den Wald verändert

Es ging über viele kleine Brücken und Stege. Sei immer achtsam, wohin du trittst, denn es gibt viele Wurzeln auf dem Weg. Auf einmal sahen wir mitten im Wald eine Wasserfläche. Beim Näherkommen erkannten wir, dass hier Biber am Werk waren. Sie haben einen beeindruckenden Damm gebaut. Der dahinter gestaute See, aus dem die Bäume herausragten, wirkte wie in einem Fantasy-Film. Die fein säuberlich abgenagten Baumstämme sahen aus wie große angespitzte Bleistifte.

Biberdamm im Birgeler Urwald
Wie der Biber den Wald verändert hat

Ein Stückchen weiter führte uns unsere Wanderung auch auf einem alten Bahndamm entlang. Hier verlief früher die Bahnstrecke von Jülich nach Dalheim. Alte Schienen sind jedoch keine mehr zu finden, denn die Bahnstrecke ist inzwischen demontiert. Aber dafür ist der Weg verläuft der Weg hier schnurgerade und ganz glatt ohne ‚Wurzel-Stolper-Fallen‘.

Alter Bahndamm von Jülich nach Dalheim
Wandern auf dem alten Bahndamm

Naturschutzstation Haus Wildenrath

Weiter ging es durch die Bruchlandschaft, teilweise ganz schön hügelig. Wir näherten uns dem nächsten Highlight. Dem Haus Wildenrath. In dieser historischen Hofanlage ist die Naturschutzstation untergebracht, die diverse Veranstaltungen anbietet. Nähere Infos dazu findest du unter www.naturschutzstation-wildenrath.de.

Tipp
Im Holzhaus hinter dem Lehmbackofen kannst du Streuobstwiesenapfelsaft kaufen.

Gleich um die Ecke gelangst du zum Naturerlebnisgelände. Hier steht ein großes, nein ein gigantisches Insektenhotel. Zudem gibt es einen Teich, einen Barfußpfad und Schafe. Dahinter erstrecken sich Streuobstwiesen.

Naturschutzstation Haus Wildenrath
Naturschutzstation Haus Wildenrath
Insektenhotel
Ein Insektenhotel von gewaltigen Ausmaßen

In der Stille den Vögeln lauschen

Da wir heute extrem wenigen Menschen begegneten, herrschte im Wald eine unglaubliche Stille. Halt nein, ganz so still war es eigentlich gar nicht. Denn die Vögel gaben sich gerade ein um-die-Wette-Zwitschern. Wir lauschten eine Weile dem Vogelkonzert und hörten viele unterschiedliche Singvögel heraus.

Ab durch die Hecke

Den größten Teil unserer heutigen Wanderung hatten wir bereits hinter uns. Es folgte ein Zwischenstück auf der Straße. Zum Glück handelte es sich um eine kaum befahrene Straße. Sie führte uns am Entenpfuhl und an einem Friedhof vorbei. Außerdem kamen wir an einem Jugendzeltplatz vorbei. Die haben hier den größten Abenteuerspielplatz vor der Tür: nämlich reichlich Natur und Wald.

Für uns ging es jetzt aber runter von der Straße und dafür ab durch die Hecke. Und das meine ich wörtlich. Denn links und rechts von uns türmten sich fein säuberlich geschnitten die Hecken wie eine Mauer empor und bildeten so eine lange Gasse. Ich war sehr froh, als wir wieder in den Wald eintauchen durften.

Wanderroute zwischen zwei Hecken
Erinnert mich an ein Heckenlabyrinth

Westwall: Relikte aus dem Weltkrieg

Zurück in den Wald ging es aber nun mit einem recht steilen Anstieg. Gerade eben kam hier ein Jogger munter hinunter gelaufen, alle Achtung. Wir befanden uns auf dem sogenannten Westwall, einer militärischen Befestigung aus dem 2. Weltkrieg. Hier gibt es viele Überreste von Schützengräben und Bunkern, wobei sich die Natur ihr Territorium im Laufe der Zeit zurückerobert hat. Und so liefen wir den Rest unserer Wanderroute durch den Birgeler Urwald, bevor wir wieder an unserem Anfangspunkt zurück gelangten.

Westwall in Birgelen
Steil hinauf zum Westwall

Fazit zum Birgeler Urwald

Dies war eine sehr schöne Wanderroute. Die Wanderung war unheimlich abwechslungsreich, er führte durch den Wald, aber auch an Wiesen und Feldern vorbei und über Brücken und Stege. Es gibt viel zu bewundern und Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Zwischendurch kannst du eine kleine Rast in einer der Schutzhütten einlegen, die immer mal wieder auf dem Weg liegen.

Der Wanderweg durch den Birgeler Urwald wird als mittelschwer eingestuft, für normal sportliche Menschen aber durchaus gut zu bewältigen. Trittsicher solltest du sein und ich empfehle dir wegen der vielen Wurzeln gutes Schuhwerk. Für mich eine empfehlenswerte Wanderroute, die die Auszeichnung „Premium-Wanderweg“ mehr als verdient hat.

Tipp
Wir starteten unsere Wanderung nicht am Parkplatz Haus Wildenrath, wie offiziell empfohlen , sondern ‚Am Stadion‘ in Birgelen. Weitere Informationen findest du unter www.nrw-tourismus.de und www.wa-wa-we.eu/de.

Alle Details zu unserer Wanderung kannst du dir auf www.komoot.de ansehen.

Wanderung durch den Birgeler Urwald
Eine schöne Wanderstrecke durch den Birgeler Urwald

Jetzt bist du dran: Liebst du es auch, in der Natur zu wandern? Welche Wanderroute gefällt dir dabei? Ich bin gespannt auf deine Meinung. Bitte hinterlasse doch dein Feedback unten als Kommentar. Vielen Dank.


Hast du schon den Rundweg zur Grube 7 und Gruiten-Dorf ausprobiert?

Du bist lieber mit dem Fahrrad unterwegs? Dann erfahre doch mehr über den Erft-Radweg.


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