Rundwanderweg Eignerbach: rund um den Kalksteinbruch in Velbert

Einst ein Absetzbecken des Kalksteinbruchs, heute ein Naherholungsgebiet: Der Rundwanderweg Eignerbach führt uns um dieses neu angelegte Naturschutzgebiet herum.

Kennst du den Kalksteinbruch in Velbert? Hier wird seit mehr als 60 Jahren Kalk im Tagebau abgebaut. Das dafür benötigte Sedimentationsbecken „Eignerbach“ wurde im Laufe der Zeit stillgelegt. Es wurde bereits wieder renaturiert und zu einem Naturschutzgebiet ausgebaut. Das ehemalige Schlammbecken wurde mit Wasser gefüllt und bildet so heute einen reizenden See. Der Rundwanderweg Eignerbach wird uns heute komplett um dieses ehemalige Sedimentationsbecken herum führen.

Beschreibung des Wanderwegs

Rundwanderweg Eignerbach
Der Wanderweg führt um die ehemaligen Sedimentationsbecken

Der Rundwanderweg Eignerbach verläuft durch das renaturierte Gebiet des ehemaligen Absetzbeckens des Kalksteinabbaus der Wülfrather Kalksteinwerke. Dieses befindet sich in Velbert in NRW. Bis auf den anfänglichen Anstieg stellt der Wanderweg keine besondere Schwierigkeit dar. Besondere technische oder körperliche Anforderungen bestehen nicht. Daher kann dies durchaus als nette Runde bezeichnet werden und eignet sich auch gut für Familien mit Kindern. Die Wege sind recht gut ausgebaut. Du solltest jedoch bedenken, dass der Weg im Sommer oft keinen Schatten spenden wird. Auf dem Rundweg finden sich immer wieder Infotafeln, die etwas zu dem Naturschutzgebiet erklären.

Info
Länge
: Der Rundwanderweg Eignerbach ist etwa 7,3 km lang und dauert ungefähr 2 Stunden.
Schwierigkeit: leicht, keine besonderen Anforderungen
Folge stets den grünen Hinweisschildern „Rundwanderweg Eignerbach“.

Alle Details zu unserer Wanderung kannst du dir auf www.komoot.de ansehen.

Anfahrt und Parken

Anfahrt mit dem Auto

Du erreichst den Kalksteinbruch am besten über die Autobahn A46. Am Sonnborner Autobahnkreuz auf die Autobahn A535 Richtung Velbert wechseln. An der Ausfahrt Wülfrath abfahren und Richtung Wülfrath fahren.
Adresse für Navigationsgeräte: Wimmersberger Str. 125, 42553 Velbert

Parken

Am Restaurant ‚Kleine Schweiz‘ gibt es einen Parkplatz.
Weitere Parkmöglichkeiten gibt es auf der Burgstraße oder Burgfeld. Dann beginnst du die Wanderung am künstlich angelegten See etwa auf der Hälfte der Strecke.

Diese Highlights erwarten dich auf der Wanderung

Los geht es für uns vom Parkplatz des Restaurants ‚Kleine Schweiz‘ in Velbert. Hier erwartet uns auch schon die erste Attraktion: ein Wildgehege direkt hinter dem Parkplatz. Tatsächlich sehen wir auch eine Gruppe Rehe grasen und sogar einen Hirsch entdecken wir, der ein wachsames Auge auf seine Herde wirft.

Gut gelaunt machen wir uns auf den Weg. Wir marschieren rechts an dem Restaurant vorbei und gehen an einem Ziegengehege entlang. Anschließend kommen wir an dem Kalksteinbruch vorbei, der noch in Betrieb ist und in dem auch heute gearbeitet wird. Kaum sind wir die ersten paar Meter des Kalksteinbruchs passiert, hallt plötzlich ein dumpfer „Krawumm“ durch die Luft. Im Steinbruch finden gerade Sprengungen statt. Na, was für eine krachende Begrüßung.

Kalksteinbruch Velbert
Kalksteinbruch mit „Krawumms“

An der Weggabelung entscheiden wir uns, als erstes rechts bergauf zu steigen. So winden wir uns serpentinenartig den neu angelegten Weg hinauf. Dies scheint eine beliebte Joggingstrecke zu sein: uns begegnet so mancher Läufer. Von der Erhöhung aus erhalten wir einen guten Blick in den Kalksteinbruch. Der Tagebau ist so enorm groß, dass die sich darin befindlichen Bagger wie kleine Spielzeugautos wirken.

HÄTTEST DU ES GEWUSST?
Kalk wird unter anderem für die Abwasserreinigung und die Trinkwasseraufbereitung verwendet. Außerdem kann es Giftstoffe binden und damit unschädlich machen.

Im weiteren Verlauf unserer Wanderung entdecken wir am Wegesrand einen Findling, der mit einem Schildchen versehen ist. Auf diesem steht: „Operation Hinkelstein 2009. Für Asterix, Obelix und Thomas“. Also, Asterix und Obelix kennen wir ja, aber wer mag denn wohl Thomas sein? Es gelingt uns nicht, dieses Geheimnis zu lüften. Und so gehen wir schmunzelnd weiter unseres Weges.

Als nächstes gelangen wir zu einer Aussichtsplattform, die wohl einen Blick auf das Auerochsengehege gewähren soll. Leider ist die Aussichtsplattform aber durch einen Bauzaun versperrt. Daher gehen wir weiter und erreichen eine renaturierte Parkanlage. Sie besteht aus großen Rasenflächen mit Spazierwegen und einem Steinkreis, in dem sich ein Bouleplatz befindet. Wir umrunden die große Anlage und marschieren den Weg im Bogen hinauf. Dort oben blicken wir noch einmal auf den großen Platz, bevor uns der Rundwanderweg Eignerbach nun in ein waldiges Stück eintauchen lässt.

Rundweg Eignerbach
Renaturiertes Sedimentationsbecken
Steinkreis Eignerbach
Bouleplatz

Kaum lichten sich die Bäume wieder, sehen wir ihn: den großen See. In dem ehemaligen Sedimentationsbecken (Schlammbecken) wurden die mineralischen Feststoffe aus den Gesteinen gewaschen. Ein Teil des stillgelegten Sedimentationsbecken „Eignerbach“ wurde anschließend mit Wasser aufgefüllt und bildete so einen großen See. Der Rundwanderweg Eignerbach führt uns einmal um den schönen See herum. Dieser ist allerdings umzäunt, so dass man nicht an das Wasser herankommt. Folglich handelt es sich also nicht um einen Badesee, sondern hier sollen sich die Tiere einen ungestörten Lebensraum einrichten, allen voran Wasservögel.

Sedimentationsbecken
See im ehemaligen Sedimentationsbecken

Wir haben nun schon mehr als die Hälfte der Wanderroute geschafft, als wir an einem Steg kommen, der zu einer Panoramaplattform führt. Hier steht eine Bank, die nicht nur zum Pausieren einlädt, sondern auch eine schöne Aussicht ins renaturierte Gelände des ehemaligen Absetzbeckens bietet. Als wir ankommen, absolviert eine Sportlerin noch ihre letzten Trainingseinheiten um die Bank herum. Eine Infotafel erklärt, dass hier zur Biotoppflege Auerochsen und Tarpane aus dem Wildgehege Neandertal eingesetzt werden. Trotz intensiver Beobachtung können wir jedoch keines der Tiere entdecken.

Rundwanderweg Eignerbach
Panoramaplattform

Der letzte Teil unserer Rundwanderung kann leider nicht mehr ganz das halten, was der anfängliche Weg versprochen hat. Der recht breite Weg führt zwar durch ein waldiges Stück Land, allerdings schnurgerade und gleicht daher einer regelrechten Waldautobahn. Dabei passieren wir alle paar Meter eine Schutzhütte. Aber auch dieses Stück geht bald vorbei. Kurz bevor wir wieder zu der anfänglichen Weggabelung gelangen, erhalten wir noch einmal einen guten Blick in den Kalksteinbruch. Hier wurde auch ein idyllischer Bachlauf angelegt, der fast schon Gebirgsfeeling vermittelt. Unbeirrt bahnt er sich seinen Weg hinab Richtung Tagebau. Und somit gelangen wir dann schließlich auch schon wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück.

Bachlauf Eignerbach
Gebirgsfeeling

Meine Eindrücke dieser Wanderroute

Es ist schön, dass das ehemalige Sedimentationsbecken des Kalksteinbruchs renaturiert wurde und so ein Naherholungsgebiet geschaffen wurde. Noch wirkt zwar alles etwas künstlich und karg. Doch mit der Zeit wird sich dies sicherlich noch ändern, wenn sich die Natur ihr Territorium erst einmal wieder zurückgeholt hat und die Pflanzen an Größe gewonnen haben. Auf alle Fälle ist es für die Anwohner ein Gewinn, sind sie doch so zu einem Haus am See gekommen.

Mein Fazit zum Rundwanderweg Eignerbach

Die Runde um den See war für uns mal eine willkommene Abwechslung zu unseren sonstigen „Wald“-Wanderungen. Dennoch ist der Rundwanderweg Eignerbach für passionierte Wanderer wahrscheinlich eher ein kleiner „Sonntagsspaziergang“. Aber für Familien mit Kindern finde ich ihn sehr interessant. Ebenso für Leute, die nicht allzu trittsicher sind. Allerdings würde ich empfehlen, die Strecke genau andersherum zu laufen: zum ‚Aufwärmen‘ erstmal das lange gerade Stück und anschließend den abwechslungsreicheren Teil.

Tipp [Werbung, unbeauftragt]
Das Gasthaus ‚Kleine Schweiz‘ eignet sich wunderbar für eine Einkehr vor oder nach der Wanderung. Der große Spielplatz mit Ziegengehege sowie das Wildtiergehege hinter dem Parkplatz sind gerade für Familien mit Kindern besonders attraktiv.

Alle Details zu unserer Wanderung kannst du dir auf www.komoot.de ansehen. Dort kannst du dann auch die Daten zum Nachwandern herunterladen.

Ausflugsziele in der Umgebung des Kalksteinbruchs

  • Eiszeitliches Wildgehege Neandertal: Im Naturschutzgebiet Neandertal bei Mettmann kannst du auch wunderschöne Wanderungen unternehmen. Bei einem Rundgang um das Eiszeitliche Wildgehege Neandertal werden dir außerdem nachgezüchtete Auerochsen, Tarpan-Pferde und Wisente begegnen. Ein abenteuerliches Erlebnis nicht nur für Kinder.
  • Historisches Gruiten-Dorf: In Haan gibt es ein kleines Juwel: das historische Gruiten-Dorf. Dieses sehr idyllische Dörfchen besteht komplett aus historischen Fachwerk- und Schieferhäusern und liegt direkt an der Düssel. Du wirst dich zwischen all den denkmalgeschützten Gebäuden wie in einem Freilichtmuseum fühlen An jedem Haus hängt eine Tafel, auf der etwas zum Ursprung des jeweiligen Gebäudes erklärt wird. Gruiten-Dorf lässt sich auch mit einer sehr schönen Wanderung verbinden: Rundweg Grube 7 und Gruiten.
  • Der grüne Zoo Wuppertal: Nur zwölf Kilometer entfernt befindet sich der Wuppertaler Zoo. Bei einem ausgedehnten Besuch können rund 3.500 Tiere aus allen Kontinenten bewundert werden. Für Kinder sicher sehr interessant und auch recht lehrreich. Infos zu aktuellen Öffnungszeiten und Eintrittspreisen erhältst du auf der Homepage vom grünen Zoo Wuppertal.
  • Deutsches Röntgen Museum: Alles rund um die bahnbrechende Erfindung von Wilhelm Conrad Röntgen erfährst du im Deutschen Röntgen-Museum in Remscheid. Von der Entdeckung bis zum Einsatz der Röntgenstrahlen gibt es viele Informationen und Ausstellungsstücke zu bewundern. Weitere Infos dazu auf der Homepage des Röntgen-Museums.
  • Hattinger Altstadt: Besuche doch mal Hattingen mit seiner malerischen Altstadt und bewundere rund 150 Fachwerkhäuser. Besonders zur Vorweihnachtszeit ein beliebtes Ausflugsziel, wenn die Altstadt stimmungsvoll beleuchtet ist. Doch auch in der restlichen Jahreszeit sehr sehenswert.
Wildgehege Kleine Schweiz
Neugierige Blicke begegnen uns

(Erwandert im Dezember 2020)

Wie hat dir der Rundwanderweg Eignerbach gefallen? Kennst du weitere Beispiele für gelungene Rekultivierungen? Welche weiteren Ausflugstipps hast du für die nähere Umgebung? Ich freue mich über deine Meinung. Bitte hinterlasse doch dein Feedback unten als Kommentar. Vielen Dank.

Unsere Wanderung rund um Alt-Kaster führte uns auf dem renaturiertem Gelände des ehemaligen Braunkohletagebaus.

Du suchst nach weiteren interessanten Ausflugszielen in NRW? Dann kann ich dir das märchenhafte Schloss Drachenburg in Königswinter im Siebengebirge empfehlen.

Weitere abwechslungsreiche Wanderungen sind im Nationalpark De Meinweg und im Birgeler Urwald möglich.
Oder probiere doch mal den Premium-Wanderweg Galgenvenn und unternehme einen Abstecher zur Sequoiafarm.


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