Portimão – die einstige Sardinenflotte an der Algarve

Portimão war einst bekannt für seine Sardinenfischerei und Fischkonserven. Heute ist die alte Hafenstadt vor allem wegen seines Strandes Praia da Rocha bekannt.

Der Ort Portimão liegt ca. 70 km westlich von Faro und ca. 30 km östlich von Lagos. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zu einer wichtigen Fischfang- und Konservenindustrie. Urlaubern ist diese alte Hafenstadt wohl hauptsächlich wegen des südlich gelegenen Strandes Praia da Rocha mit seinen Felsformationen ein Begriff. Doch es lohnt sich auch ein kurzer Abstecher in die Altstadt von Portimão.

Sehenswürdigkeiten von Portimão

Unseren ersten Urlaubstag an der Algarve starten wir mit einer kurzen Besichtigung der Sehenswürdigkeiten von Portimão.

Igreja do Colégio

Wir parken ganz zentral unterhalb des Praca de Republica und erblicken somit beim Hinaufkommen als erstes die imposante Kirche Igreja do Colégio.

Das Jesuitenkolleg mit der dazugehörigen „Kirche der Barmherzigkeit“, wie sie auch genannt wird, stammt aus dem 17. Jahrhundert. Sie ist die größte Kirche an der Algarve und fällt auf dem großen Platz sofort ins Auge.

Igreja do Colegio in Portimao
Igreja do Colegio

Gleich um die Ecke beginnt auch schon die Shoppingmeile. Hier befinden sich viele Geschäfte mit unterschiedlichen Angeboten. Sehr angenehm ist, dass die Einkaufsstraße mit Sonnensegeln bespannt ist. Das macht das Flanieren für dich im Hochsommer wesentlich erträglicher.

Nossa de Senhora da Conceição

Ganz in der Nähe des Jesuitenkollegs befindet sich die Pfarrkirche „Nossa de Senhora da Conceição“ aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurde durch das Erdbeben 1755 allerdings schwer beschädigt. Nur das Hauptportal sowie der Wasserspeier sind heute noch von der ursprünglichen Kirche zu bewundern.

Nossa de Senhora da Conceicao in Portimao
Nossa de Senhora da Conceicao

Jardim 1 de Dezembro

Der Platz Jardim 1 de Dezembro ist nicht allzu groß. Aber du kannst dir beim Gang hindurch diverse Fliesengemälde anschauen. Auf den für Portugal typischen Azulejo-Fliesen ist die Geschichte Portugals abgebildet.

Azulejo-Fliesen im Jardim 1 de Dezembro
Azulejo-Fliesen im Jardim 1 de Dezembro

Der Platz ist umsäumt von Häusern. Hier sind ebenso wie in der restlichen Altstadt sehr hübsche Häuser anzusehen, deren Fassaden mit den Azulejo-Fliesen verziert bzw. verkleidet sind.

Am Ende des Platzes findest du das Stadttheater Teatro Municipal de Portimão (TEMPO). Direkt daneben befindet sich übrigens das Tourismusbüro.

Geflieste Häuser in der Altstadt von Portimao
Geflieste Häuser in der Altstadt von Portimao

Kleine Pause in der Pastelaria Arade

Am anderen Ende des Jardim 1 de Dezembro gibt es ein kleines Café, die Pastelaria Arade. Hier kehren wir ein und kosten einige der vielen süßen portugiesischen Spezialitäten (den bolos und pastéis). Auch drinnen schmücken wieder die klassischen Kacheln die Wände. Mein Mann lacht heute noch, weil ich den Tipp für diese Pastelaria in einem 20 Jahre alten Reiseführer gefunden habe. Dort heißt es:

„Ein Paradies für Leute, die nicht auf ihre Figur achten müssen. Zwei alte Damen führen diese Tee- und Kaffeestube, sie fertigen ihre leckeren regionalen Küchlein und Pasteten selbst an.“

MARCO POLO Reiseführer Algarve , 8. aktualisierte Auflage 2000, Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern

Heutzutage sind keine 2 alten Damen mehr zu sehen, sie scheinen sich wohl in der Zwischenzeit zur Ruhe gesetzt zu haben. Übernommen hat die Pastelaria ein junger Mann, der allerdings jetzt – 20 Jahre später – sich im besten mittleren Alter befindet. Trotz allem hat es uns sehr gut geschmeckt und wir sind mehr als satt geworden.

Pastelaria Arade in Portimao
Pause in der Pastelaria

Portimão Uferpromenade – Ribeirinha

Danach bewegen wir uns Richtung Wasser. Hier führt eine breite und lange Uferpromenade (die Ribeirinha, an den alten Docks) am Fluss Arade entlang. Alles wirkt recht neu hergerichtet, ebenso wie der im Boden eingelassene Springbrunnen. Ringsum sind sehr viele Restaurants ansässig, in denen Fischliebhaber unter anderem gegrillte Sardinen kosten können. Bewundern kann man auch einige der Boote, die hier liegen.

Portimão besitzt nicht nur einen Yachthafen, sondern auch ein Fährterminal, an dem regelmäßig Kreuzfahrtschiffe anlegen.

Ribeirinha in Portimao
Ribeirinha

Museu de Portimão

Folgt man der Ribeirinha immer weiter, gelangt man zum Museu de Portimão. Im 19. Jahrhundert erlangte der Fischfang und die Fischverarbeitung in Portimão große Bedeutung. Doch mittlerweile ist diese Blütezeit vorbei. Daher ist in der alten Fischkonservenfabrik Feu Hermanos ein Heimatmuseum untergebracht. Es werden unter anderem Ausstellungen zur regionalen Sardinenfischerei und -konservierung gezeigt. Besucher-Infos findet ihr unter www.museudeportimao.pt

Museum von Portimão

1. September bis 31. Juli
Dienstag (14:30 – 18:00 Uhr) | Mittwoch bis Sonntag (10 – 18 Uhr)
Geschlossen: Montag, Dienstag (bis 14:30 Uhr) und an Nationalfeiertagen
Freier Eintritt: Sonntag von 10 bis 14 Uhr
1. bis 31. August
Dienstag (19.30 – 23.00 Uhr) | Mittwoch bis Sonntag (15.00 – 23.00 Uhr)
Geschlossen: Montag, Dienstag (bis 19:30 Uhr) und an Nationalfeiertagen
Freier Eintritt: Sonntag von 15 bis 19 Uhr

Câmara Municipal de Portimão

Für uns geht es wieder stadteinwärts. Als nächstes kommen wir am Rathaus von Portimão vorbei. Die Fassade des Câmara Municipal de Portimão ist sehr hübsch anzusehen.

Camara Municipal de Portimao
Camara Municipal de Portimao

Straßenkunst in Portimão

In unmittelbarer Nähe des Rathauses entdecken wir einige Häuser, die keine Azulejo-Fliesen an den Hausfassaden tragen, sondern mit einem Graffiti verziert sind. Hier ein Beispiel:

Straßenkunst in Portimao
Straßenkunst in Portimao

Barrierefreie Wege in Portimão

Besonders positiv aufgefallen ist mir, dass es durch die gesamte Stadt einen „Rollstuhlweg“ gibt. Dabei handelt es sich um einen geteerten Streifen, auf dem die Rollstuhlfahrer das Kopfsteinpflaster besser durch- bzw. überqueren können. Auch Eltern von Kleinkindern dürfte dies erfreuen. So können sie den Kinderwagen wesentlich leichter und ruhiger über das holprige Kopfsteinpflaster schieben.

Negativ aufgefallen ist mir dagegen der viele Verkehr rund um die Kirche Nossa de Senhora da Conceição. Einzig die „Shoppingmeile“ ist autofrei.

Fischerei in Portimao
Der Fischerei ein Denkmal gesetzt, zu sehen auch der Rollstuhlweg

Fazit

Portimão eignet sich hervorragend für einen kurzen Abstecher zwischendurch. Dabei kannst du einen ausgedehnten Spaziergang an der Promenade entlang machen oder durch die vielen kleinen Geschäfte bummeln. Außerdem lässt sich im Museum die einstige Arbeit hier an diesem Ort erleben. Anschließend gibt es die Möglichkeit, in einem der vielen Restaurants an der Uferpromenade gegrillte Sardinen zu speisen.

(Erlebt im Oktober 2019)


Jetzt du! Hast du auch bereits Portimão erkundet? Oder warst du bislang nur am Strand Praia da Rocha? Ich freue mich auf dein Feedback. Bitte hinterlasse doch unten einen Kommentar. Vielen Dank


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2 Gedanken zu “Portimão – die einstige Sardinenflotte an der Algarve

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