Virtueller USA Ostküste Roadtrip 2020

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Dieses Jahr hatten wir eine große Reise in die USA geplant. Wir wollten einen USA Ostküste Roadtrip unternehmen und unsere Tochter freute sich bereits riesig auf diesen Urlaub. Monatelang planten wir die Route, informierten uns über mögliche Sehenswürdigkeiten und überlegten, welche Städte wir besuchen wollen. Alles war bereits gebucht: Flüge, Mietwagen und die Unterkünfte.

Doch dann machte uns Corona einen dicken Strich durch die Rechnung. Plötzlich wurde die Einreise für uns Europäer eingeschränkt und die gesundheitliche Lage spitzte sich immer weiter zu. Mit Erschrecken mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass unsere Urlaubsplanung extrem auf der Kippe steht. Und tatsächlich: das Einreiseverbot in die USA wurde verlängert. Somit mussten wir unsere Reise leider absagen.

Dann unternehmen wir den USA Ostküste Roadtrip eben virtuell

Aber frei nach dem Motto „Wenn der Berg nicht zu dem Propheten kommt, kommt der Prophet eben zum Berg“ werde ich unseren Urlaub am Leben erhalten: „Wenn wir nicht in die USA kommen, kommen die USA eben zu uns!“. Daher werde ich in den nächsten 18 Tagen täglich über unsere virtuelle Reise entlang der USA-Ostküste berichten. Jeden Tag wird dieser Beitrag ein Stückchen wachsen. Du darfst gespannt sein!

Tag 1: Hinreise nach New York

Heute geht es also endlich los: wir fliegen in die USA! Die Koffer sind gepackt, die Tickets, die Reisepässe und Visum sind eingesteckt und alle sind bereits sehr aufgeregt. Wir haben einen Direktflug nach New York gebucht. Genau wie auf unserer Hinreise nach Sri Lanka haben wir auch dieses Mal wieder das extreme Glück, ein Upgrade in die Business-Class zu erhalten. Und so sitzen wir nun also im Flieger, schlürfen einen leckeren Cocktail und fliegen unserem Abenteuer entgegen.

In New York angekommen, sind wir schon ziemlich müde, hier beträgt die Ortszeit zwar erst 20 Uhr, doch unsere innere Uhr verspürt gerade die Müdigkeit von 2 Uhr nachts Heimzeit. Also holen wir schnell unseren Mietwagen ab und fahren nach Princeton zu unserem Hotel, um uns ein wenig auszuruhen, bevor morgen unser USA Ostküste Roadtrip beginnt.

Auf zum USA Ostkueste Roadtrip
Mit dem Flieger nach New York

Tag 2: Philadelphia (Pennsylvania)

An unserem ersten Tag in den USA machen wir uns nach dem Frühstück auf nach Philadelphia. Philadelphia ist nicht nur die sechstgrößte Stadt der Vereinigten Staaten, sondern auch quasi die Geburtsstätte der Vereinten Nationen. Hier wurde die Loslösung von der britischen Krone beschlossen und am 04. Juli 1776 die amerikanische Unabhängigkeitserklärung verkündet. Bei der Verlesung wurde damals die Liberty Bell geläutet, die wir natürlich besichtigen.

Auch die Verfassung wurde in Philly am 17. Juli 1787 unterzeichnet und zwar in der Independence Hall, dem ehemaligen Parlamentsgebäude des US-Bundesstaats Pennsylvania (Pennsylvania State House).

Da es sich hier ja um eine virtuelle Reise handelt, besichtigen wir statt der Independence Hall in Wirklichkeit eine Ausstellung zur Entstehung des Deutschen Grundgesetzes im Haus der Geschichte in Bonn.

Außerdem gibt es in Philadelphia einige Drehorte des oscarprämierten Boxerfilms „Rocky“ von 1976 mit Sylvester Stallone. So joggte Rocky z.B. am Ende seines Trainingslaufs die 72 Treppenstufen des Philadelphia Museum of Art hinauf und stellt sich oben angekommen in eine Sieger-Position. Und so machen wir es Sylvester Stallone nach und sprinten leichten Fußes eine Treppe hinauf: Yeah!

rocky-treppenlauf
Yeah, geschafft!

Tag 3: Baltimore (Maryland)

Nachdem wir uns gestern so sportlich betätigt haben (spüre ich da etwa einen leichten Muskelkater?), machen wir uns auf den Weg nach Washington. Unterwegs legen wir in Baltimore eine Pause ein. Es ist die größte Stadt im US-Bundesstaat Maryland. Hier wurde die legendäre große US-Flagge genäht, die Francis Scott Key zur Nationalhymne der USA „The Star-Spangled Banner“ inspirierte.

In Baltimore nahm außerdem 1830 die Baltimore & Ohio Eisenbahngesellschaft mit der Dampflokomotive „Tom Thumb“ den Betrieb der ersten Eisenbahnlinie der USA auf.

Statt der US-amerikanischen Dampflokomotive kann das DB Museum in Nürnberg besucht werden. Dort befindet sich ein Nachbau des „Adlers“, der ersten Dampflok von Deutschland. Diese damals hochmoderne Dampflok unternahm 1835, also nur 5 Jahre später, ihre erste Bahnfahrt in Nürnberg.

Dampflok Adler
Der „Adler“: zu besichtigen in Nürnberg

Tag 4: Washington D.C.

Wir sind in Washington, der Hauptstadt der USA seit 1800 und Sitz des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Den ganzen Tag über streifen wir durch die Metropole und besichtigen die vielen Denkmäler und Sehenswürdigkeiten. Das Wahrzeichen der Stadt, das Weiße Haus, steht natürlich ganz oben auf unserer Besichtigungsliste. Hier wohnt und regiert der amtierende US-Präsident. Doch wir bekommen ihn heute nicht zu sehen, wahrscheinlich ist er zu beschäftigt.

Also bewundern wir noch das Gebäude des Supreme Court, das Kapitol und das World War II Memorial. Mit dem Besuch des National Galery of Art beenden wir den heutigen Tag und setzen unserer USA Ostküste Roadtrip morgen fort.

Weisses Haus
Der Präsident kam heute nicht aus dem Weissen Haus

Tag 5: Charlottesville und Richmond (Virginia)

Willkommen in den Südstaaten. Unseren nächsten Halt machen wir in Charlottesville. Diese Stadt wurde nach der deutschen Prinzessin Sophia Charlotte von Mecklenburg-Strelitz benannt. Besichtigen wollen wir das Herrenhaus von Monticello, das von Thomas Jefferson, dem dritten amerikanischen Präsidenten, entworfen und bewohnt wurde. Ebenso wie die von ihm entworfene University of Virginia.

Herrenhaus Colombischloessle Freiburg
Statt Monticello: das Herrenhaus Colombischlössle in Freiburg bewundern

Anschließend reisen wir weiter nach Richmond, der Hauptstadt des Bundesstaates Virginia. Diese Stadt besitzt wichtige Schauplätze des Bürgerkriegs. Im Konföderationsmuseum finden wir eine Sammlung von Kriegsartefakten der Konföderierten.

Außerdem wollen wir das Maggie L. Walker Haus besuchen, ein viktorianisches Reihenhaus aus Backstein, in dem Maggie Lena Walker (1867-1934) lebte. Sie ist die erste Frau in den Vereinigten Staaten, die eine Bank gründete und zudem als erste Afroamerikanerin ein Bankhaus leitete. Dafür verdient sie meinen vollen Respekt. Richmond ist übrigens auch heute noch ein bedeutendes Banken- und Finanzzentrum.

Tag 6: Williamsburg (Virginia)

Williamsburg ist die ehemalige Hauptstadt der königlich britischen Kolonie von Virginia. Ein großer Teil der Stadt wurde als Museusmdorf „Colonial Williamsburg“ wieder aufgebaut und unter Denkmalschutz gesetzt. Hier wird das Leben der damaligen Siedler dargestellt. Neben den damaligen Häusern, wie z.B. den Gouverneuspalast, das Gerichtsgebäude und das Kapitol, kann man auch die vielen Handwerksberufe, wie z.B. Buchbinderei, Perückenmacher, Silberschmied und Büchsenmacherei erleben. Gemeinsam mit Jamestown und Yorktown bildet Williamsburg das „Historische Dreieck“.

Auch in Deutschland gibt es verschiedene Freilichtmuseen, in denen man etwas über das Leben der damaligen Menschen erfahren kann. Die Art, wie sie gewohnt und teils sehr hart gearbeitet haben, lässt sich dort gut nachvollziehen.

Freilichtmuseum Kommern
Das frühere Leben nachvollziehen, wie hier im Freilichtmuseum Kommern

Tag 7: Jamestown (Virginia)

In Jamestown gingen 1607 die ersten englischen Siedler an Land und errichteten trotz widriger Umstände, wie Hunger und Krankheiten, die erste dauerhafte Siedlung. Es heißt, die Siedler sollen in ihrer Verzweiflung auch vor Kannibalismus nicht zurückgeschreckt haben. Hier findet auch die bekannte Geschichte von der Indianerprinzessin Pocahontas ihren Ursprung. Die Tochter des Häuptlings der Powhatans heiratete 1614 John Rolfe, einen englischen Sieder aus Jamestown. Im Historic Jamestowne können wir uns die Ausgrabungsstätte des alten Forts und der Siedlerhäuser anschauen.

Im Wikinger Museum Haithabu in Busdorf (Schleswig-Holstein) wird dir in einer wieder aufgebauten Wikinger-Siedlung gezeigt, wie die Menschen dort im Frühmittelalter gelebt haben.

Wikinger Museum Haithabu
Die Wikinger-Behausung im Wikinger Museum Haithabu

Tag 8: Wilmington (North Carolina) und Boone Hall Plantation (South Carolina)

Heute besuchen wir unter anderem Wilmington in North Carolina. Diese Stadt wuchs Anfang des 19. Jahrhunderts durch die Dampfschifffahrt zu einer bedeutenden Hafenstadt. Hier liegt auch das ‚Battleship North Carolina‘. Dieses Schlachtschiff aus dem Zweiten Weltkrieg sehen wir uns genauer an und begeben uns an Deck.

Anschließend spazieren wir durch die Airlie Gardens, einem historischen Botanischen Garten, in dem wir sehr viele wundervoll blühende Pflanzen bewundern dürfen.

Anschließend setzen wir unseren USA Ostküste Roadtrip fort und besuchen noch die Boone Hall Plantage in South Carolina. Darauf freue ich mich schon lange. Bekannt ist sie aus der Serie „Fackeln im Sturm“. Über eine lange Auffahrt, die von einer jahrhundertealten Eichenallee gesäumt ist, deren Äste bereits moosbedeckt sind, gelangen wir zum imposanten Anwesen.

Gegründet wurde die Plantage 1681 von dem Engländer Major John Boone. Ausgiebig erkunden wir das Anwesen. Wir bewundern nicht nur das Haupthaus, sondern besichtigen auch die Sklavenhütten, die uns bei einer Führung durch Nachkommen des Gullah-Volkes gezeigt werden. Dabei wird das Leben der damaligen Sklaven mit Geschichten aus vergangenen Zeiten veranschaulicht. Wir fühlen uns in eine andere Zeit versetzt, in der Leid und Wohlstand so nah beieinander waren.

Farmer bei der Arbeit
Ein Farmer bei der Arbeit

Tag 9: Charleston (South Carolina)

Charleston, die ehemalige Hauptstadt von South Carolina, besitzt viele historische Häuser, die wir uns alle in Ruhe anschauen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Gebäude in der sogenannten Antebellum-Architektur, dem klassizistischen Baustil in den Südstaaten.

Über die Hafenstadt Charleston sind während der Sklaverei viele Sklaven in die USA eingereist. Im Old Slave Mart Museum, der letzten erhaltenen Sklavenauktionsgalerie in South Carolina, erfährst du mehr zu dem Thema.

Übrigens wurde der bekannte Charleston-Tanz aus den 1920er Jahre tatsächlich nach dieser Stadt benannt.

In der Nähe von Charleston steht eine ca. 400 – 500 Jahre alte Eiche, die Angel Oak. Um die Eiche ranken sich Geschichten von Geistern ehemaliger Sklaven, die als Engel um den Baum herum erscheinen. Dieser 20 m hohe Baum mit seinen riesigen Ästen steht daher ebenfalls auf unserer Besichtigungsliste.

Grosser Baum
Beeindruckende Bäume bekamen wir auch in Sri Lanka zu sehen

Tag 10: Savannah (Georgia)

Heute besichtigen wir die Südstaatenstadt Savannah in Georgia. Sie war einst ein wichtiger Hafen für Baumwolle, die in den vielen umliegenden Plantagen angepflanzt wurde. Mit ihren öffentlichen Grünanlagen und den restaurierten ehemaligen Herrenhäusern lädt Savannah zu einem ausgedehnten Streifzug ein.

Wir besichtigen zwei der ehemaligen Herrenhäuser:
Das Davenport Haus, das 1820 im föderalen Stil erbaut wurde und das Owens-Thomas-Haus, das 1819 durch den Schifffahrtskaufmann und Sklavenhändler Richard Richardson im Regency-Stil erbaut wurde. Beide Häuser beherbergen jeweils ein Museum, in dem Savannahs Blütezeit dokumentiert wird.

Herrenhaus
Auch in Deutschland gibt es Häuser aus der Gründerzeit

Jetzt bist du dran! Wie gefällt dir meine virtuelle Reise an der USA Ostküste entlang? Musstest du aufgrund Covid-19 ebenfalls deine Urlaubspläne verschieben? Warst du schon einmal an der Ostküste der USA? Und was hat dir dann dort am besten gefallen? Ich freue mich auf dein Feedback. Bitte hinterlasse doch unten einen Kommentar, vielen Dank.


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