Auf Entdeckungstour am Elbstrand von Hamburg-Altona

Hamburg ist immer eine Reise wert. Aber heute bewege ich mich abseits der typischen touristischen Highlights und spaziere am Elbstrand von Hamburg-Altona entlang. Auf dem Rundgang entdecke ich die ursprüngliche Lebensweise der Kapitäne und Bootsbauern, wundervolle Gründervillen und Hamburgs ältesten Einwanderer.

Altona: Von der Stadt zum Bezirk

Altona ist ein Bezirk von Hamburg, das mehrere Stadtteile beinhaltet, wie z.B. Blankenese, Altona-Altstadt, Sternschanze oder das hippe Viertel Ottensen. Bis 1937 war Altona eine selbständige Stadt, bevor es dann eingemeindet wurde. Der südlich gelegene Stadtteil von Altona „Othmarschen“ liegt direkt an der Elbe und gehört mit seinem weißen Sandstrand zu den beliebtesten und teuersten Stadtteilen Hamburgs. Von vielen Parks umgeben, ist dieser Stadtbereich von Altona unheimlich schön und lebenswert. Begleite mich auf meinem Ausflug zum Elbstrand und entdecke mit mir gemeinsam diesen Teil von Altona in Hamburg.

Herkunft des Namens „Altona“

Zur Herkunft des Stadtnamens „Altona“ gibt es verschiedene Ansichten:

  • Im 16. Jahrhundert gab es eine Krugwirtschaft des Fischers Joachim vom Lohe, die den Hamburger Ratsherren allerdings „all to nah“ (allzu nah) an der damaligen Stadtgrenze zu Hamburg lag und sich daraus dann der Name „Altona“ entwickelte.
  • Man geht aber eher davon aus, dass der Name „Altona“ von dem nahe gelegenen Bach „Altenau“ stammt.

Mir persönlich gefällt ja die erste Version besser, wie sieht es mit dir aus?

Startpunkt: das Altonaer Kinderkrankenhaus

Meinen Spaziergang beginne ich am Altonaer Kinderkrankenaus, denn dies ist überhaupt der Grund meines Aufenthaltes in Hamburg. Das Gebäude stammt aus dem Jahre 1859 und sieht genau so aus, wie man sich ein älteres Krankenhaus vorstellt. Vor dem ehemaligen Haupteingang verläuft ein Brunnen. Am interessantesten finde ich die Aufschrift über einem der Kellerabgänge: „Säuglingsmilchküche“. Nostalgie pur.

Altonaer Kinderkrankenhaus
Altonaer Kinderkrankenhaus

Elbchaussee: Nobelvillen und herrschaftliche Landhäuser

Vom Krankenhaus aus wende ich mich vorbei am Rathenaupark in Richtung Elbchaussee. Dies ist zwar eine viel befahrene Straße, dennoch ist sie eine Top-Adresse. Hier stehen große Nobelvillen und herrschaftliche Landhäuser, viele aus der Gründerzeit. Eine Villa größer als die andere. Nennenswert sind z.B. das „Säulenhaus“ oder der „Halbmond“. Aufgelockert wird das Villenviertel immer wieder durch Park- und Grünanlagen.

Hinter dem Schröders Park komme ich an dem Halbmond-Haus vorbei, einer halbmondförmigen Remise. Leider wird sie zur Zeit restauriert und ist daher eingerüstet. Daher wende ich mich von der Elbchaussee ab und begebe mich über die Ringelnatztreppe hinab zum Elbstrand.

Elbstrand: kilometerlanger weißer Sandstrand

Trotz des angenehmen und sonnigen Wetters ist hier am Strand noch nicht allzu viel los. Das mag sicherlich an der noch frühen Tageszeit liegen. Es begegnen mir nur einzelne Spaziergänger und Jogger. Im Hochsommer ist der Strand allerdings gut gefüllt mit Familien, die auch in der Elbe baden gehen.

Elbstrand Hamburg
Der Elbstrand

WISSENSWERT
Durch Strömung und Wellen wird der Sand mit der Zeit vom Strand auf den Grund der Elbe befördert. Damit der Strand nicht verschwindet und die Elbe irgendwann versandet, was den Schiffsverkehr beeinträchtigen würde, wird der Sand mit viel Aufwand zurück auf die Strandflächen aufgespült.

Alter Schwede: Hamburgs ältester Einwanderer

Und so spaziere ich am Strand entlang und sehe etwas, bei dem ich mir denke: „Alter Schwede“. Damit meine ich aber nicht den allseits bekannten Ausruf, sondern eine historische Sehenswürdigkeit direkt am Strand. Ich komme bei meinem Spaziergang am Elbestrand an einem großen Brocken vorbei. Hierbei handelt es sich um einen Granitstein, der während der Eiszeit vor ca. 400.000 Jahren aus Schweden hierher gelangt. Er wurde 1999 bei Baggerarbeiten gefunden und ist der älteste Findling Deutschlands. Hamburg bezeichnet ihn liebevoll als seinen ältesten Einwanderer.

Alter Schwede
Hamburgs ältester Einwanderer

Himmelsleiter: hoch hinaus mit Weitblick

Vom Elbstrand führt eine schmale steile Treppe hinauf zur Elbchaussee, die Himmelsleiter. Oben angekommen hast du einen herrlichen Ausblick auf die Elbe und den gegenüberliegenden Containerhafen. Sportlich Motivierte sprinten diese steile Treppe bei ihrer morgendlichen Joggingrunde hinauf. Auf halber Höhe der Himmelsleiter verläuft am Fuße des Elbhanges der Oevelgönner Weg.

Fischer- und Kapitänshäuser: romantisches Ensemble

Dieser kleine Fußweg führt genau zwischen den ehemaligen Wohnhäusern von Schiffern, Kapitänen und Bootsbauern und deren Gärten, die direkt am Strand enden. Ich spaziere an schnuckeligen Fischerhäusern und prachtvoll verschnörkelten Häusern vorbei und bin total angetan von den wunderschönen Gebäuden. Jedes ein Unikat für sich und doch so völlig anders als im restlichen Stadtviertel. Manche besitzen eine wunderschöne gusseiserne Veranda an der Vorderseite, andere haben gusseiserne Balkone. Dazwischen immer wieder auch kleinere einstöckige Backsteintraufenhäuser. Alle sind liebevoll restauriert und dekoriert. Ich könnte den ganzen Tag hier entlang spazieren, es strahlt Urlaubsfeeling pur aus.

Kapitänshäuser Altona
Fischerhäuser Altona

Altona fiel 1640 an den dänischen König und stand mehr als 200 Jahre unter dänischer Herrschaft. Dies zeichnet sich wahrscheinlich ein wenig am Häuserstil mit ab. Ein Häuschen direkt am Elbstrand zu besitzen, ist sicherlich traumhaft. Mit ihren großen Gärten zum Strand hin, genießen sie durch ihre leicht erhöhte Lage einen wunderschönen Ausblick.

Oevelgönner Seekiste: wo noch Seemannsgarn gesponnen wird

Zwischen den romantischen Häusern entdecke ich ein Schild mit der Aufschrift „Oevelgönner Seekiste“. Hier liegt leicht versteckt im Hinterhof ein ca. 300 Jahre altes Kapitänshaus, in dem ein kleines Museum untergebracht ist. Dort kannst du ein Sammelsurium an maritimen Dingen aus der Seefahrtsgeschichte besichtigen. Eine Menge interessanter Geschichten und auch Seemannsgarn gehören laut Museums-Beschreibung zum Besuch ebenso dazu. Leider ist es zur Zeit vorübergehend geschlossen, wahrscheinlich eine Folge der Corona-Pandemie, da in dem kleinen Häuschen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können.

Oevelgönner Seekiste
Besichtigungen nach Anmeldung möglich.
Weitere Infos: www.seekiste.org/museum

Der Schulberg

An der nächsten Kreuzung erreiche ich den Schulberg. Eine kleine Straße führt recht steil zur Elbchaussee hinauf. Auf halber Höhe steht das ehemalige Schulhaus von Oevelgönne aus dem Jahr 1743. Doch ich wende mich wieder zurück zum Strand und erreiche den Strandkiosk „Strandperle“.

Strandperle: den Tag am Strand genießen

Am Strand sitzen, einen Latte Macchiato trinken und dabei dem Rauschen der Wellen zuhören: es fühlt sich wie Urlaub an. Einfach mal die Seele baumeln lassen, während ab und an ein Schiff vorbei kommt.

Die Strandperle ist aus der ehemaligen „Milchhalle“ entstanden, ein Lokal aus dem Jahr 1911, in dem Lotsen und Bootsfahrer nach Feierabend einkehrten. Heute ist sie ein sehr beliebter Treff für Jung und Alt.

Strandperle Altona
Relaxen in der Strandperle

Altes Lotsenhaus

Ich setze meinen Erkundungsgang auf dem Oevelgönner Weg fort und spaziere weiter an der hübschen Häuserzeile entlang. Vorbei komme ich am Alten Lotsenhaus, einem Fachwerkhaus, in dem 1745 die Lotsenbruderschaft gegründet wurde. Vorerst als Vereinshaus genutzt, beherbergt es seit 1801 bis heute ein Restaurant und gehört damit zu Hamburgs ältesten Gasthäusern.

Ich schlendere weiter und erreiche eine steinerne Pyramide. Genau darunter verläuft der über 3 km lange Neue Elbtunnel. Nimm doch ein paar Minuten auf den Stufen der Pyramide Platz und genieße ebenso wie andere Spaziergänger, die es sich hier gemütlich gemacht haben, den Ausblick auf den Museumshafen Oevelgönne.

Museumshafen Oevelgönne: historische Kutter, die noch fahrtüchtig sind

Der Museumshafen Oevelgönne ist der älteste Museumshafen in Deutschland. Seit 1976 werden hier historische Schiffe restauriert und präsentiert. Dabei kannst du die Kutter nicht nur besichtigen, sondern teilweise auch eine Fahrt auf den Schiffen mitmachen. Dargeboten werden Segel-, Dampf- und Motorschiffe, die hauptsächlich aus der Zeit von 1880 bis 1930 stammen. Zu sehen gibt es aber auch ein historisches Wartehäuschen, den Leuchtturm ‚Pagensand-Süd‘ und den ‚Eisernen Handkurbelkran‘.

Museumshafen Oevelgoenne
Historische Kutter im Museumshafen Oevelgönne

Bergauf durch den Rosengarten

Vom Museumshafen aus könnte man noch weiter an der Elbe entlang marschieren und käme am Hafenbahnhof vorbei, dem früheren Wartesaal der Altonaer Bahn, bis hin zum Cruise Center, wo die großen Kreuzfahrtschiffe anlegen. Und schließlich würde man in der Altona-Altstadt ankommen.

Doch ich begebe mich vom Museumshafen aus zum Rosengarten, einem Lustgarten aus dem 17. Jahrhundert. Über viele Treppenstufen gelange ich zurück auf die Elbchaussee. Von dort aus wende ich mich dann dem Philosophenweg zu.

Einladendes Betty-Stift

Auf dem Philosophenweg fällt mir ein besonderes Gebäude auf einem recht großen Grundstück auf: der Betty-Stift. Es handelt sich um ein weißes Gebäude mit Fachwerkfassade und Ecktürmchen. Gebaut wurde es 1905 und diente als Wohnsitz für gebildete, alleinstehende und ältere Damen. Dieses Senioren-Wohnheim würde ich mir auch gefallen lassen.

Betty-Stift Hamburg
Willkommen im Betty-Stift

Den Abschluss meines heutigen Spaziergangs krönt ein Besuch bei den „Eisprinzessinnen“. Hier gibt es täglich wechselnde Eissorten, die so manches Mal sehr exotisch klingen, wie z.B. geröstete Sonnenblumenkerne oder Basilikum. Und so endet mein heutiger Tagesausflug durch den vom Elbstrand geprägten Stadtteil von Hamburg-Altona.

HÄTTEST DU ES GEWUSST?
Die allgemeine Begrüßungsformel in Hamburg lautet ‚moin‘. Und zwar unabhängig von der Tageszeit. Viele Touristen neigen aber dazu, die Begrüßung zu verdoppeln, also ein fröhliches „moin moin“ zu rufen. Doch wenn du wie ein echter Insider wirken möchtest, dann mach es wie die Hamburger mit einem schlichten ‚moin‘.

Mein Fazit

Auf meinem Streifzug durch Altona habe ich eine Menge wunderschöner Villen und historischer Häuser bewundern dürfen. Und nicht zu vergessen der Elbstrand, der einem inmitten der Großstadt ein echtes Urlaubsfeeling beschert. Der feine Sandstrand lädt viele Altonaer zum Verweilen und Relaxen ein, ebenso wie die vielen Parks und Grünflächen, die im gesamten Stadtteil verteilt liegen. Für mich persönlich ein Wohngebiet mit viel Charme und absolutem Wohlfühlcharakter.

Elbstrand Hamburg-Altona

Jetzt du! Wie hat dir mein Ausflug zum Elbstrand gefallen? Bist du auch schon einmal dort gewesen? Welche anderen Ausflüge in Hamburg kannst du empfehlen? Ich freue mich über deine Meinung. Bitte hinterlasse doch dein Feedback unten als Kommentar. Vielen Dank.


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2 Gedanken zu “Auf Entdeckungstour am Elbstrand von Hamburg-Altona

  1. Hallo,
    ich bin ein großer Hamburgfan und habe schon viele Ecken der Stadt erkundet. Övelgönne z.B. ist sehr interessant mit seinem Schiffsmuseum und dem Elbstrand. Danke für die Tipps. Beim nächsten Hamburgtrip werde ich da gerne noch mehr entdecken.
    Liebe Grüße
    Renate

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