Fahrradurlaub – vom Alltagsradeln zum Urlaub mit dem Fahrrad

In diesem Beitrag erläutere ich dir, wie das Fahrrad unsere Freizeit bereichert und welche Möglichkeiten du hast, einen Fahrradurlaub zu gestalten.

Als Karl Drais 1817 die Draisine erfand, ahnte er sicherlich nicht, welche wichtige Rolle das Fahrrad in unserem Leben einmal einnehmen sollte. Das Fahrrad hat sich im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt. Es gibt eine breite Palette an Modellen und unterschiedlichen Fahrradtypen: Citybike, Trekkingrad, Hollandrad, Mountainbike, Rennrad, Tandem, Liegeräder und inzwischen auf dem Vormarsch die Elektroräder. Viele Menschen nutzen ihr Fahrrad täglich, um staufrei zur Arbeit zu kommen. Doch es hat auch einen sehr hohen Freizeitwert.

Schon als Kind mit dem Rad die Welt entdecken

Schon als Kind bin ich mit dem Fahrrad durch die Gegend gecruist und habe so die große Welt entdeckt. (Zumindest hatte ich früher dieses Gefühl). Das Fahrrad hat meinen Bewegungsradius deutlich erhöht. Busfahren war schließlich teuer und Mama-Taxis gab es damals noch nicht. Urlaube mit dem Fahrrad haben wir allerdings nie unternommen. Das sollte sich aber später ändern.

Draisine
Mit der Draisine fing es an

Sie sammelt Taschen – Er dafür Fahrräder

Ich habe dank meines Mannes damit angefangen, das Fahrrad auch im Urlaub zu nutzen. Mein Mann wurde quasi auf dem Fahrrad geboren. Radfahren ist seine große Leidenschaft. Was in der Damenwelt der berüchtigte Schuh- und Taschentick ist, ist bei ihm ein regelrechter Fahrradtick. So kommt es, dass wir ein enormes Fahrradequipment besitzen. Neben Trekkingrädern stehen in unserem Keller noch Mountainbikes und neuerdings auch Rennräder, da mein Mann das Fahrradfahren als sportlichen Ausgleich nutzt. Dazu gibt es in unserem Keller noch eine entsprechend eingerichtete Werkstatt, damit die Räder allesamt gewartet und auf Vordermann gebracht werden können.

Wofür nutzen wir unsere Räder also?

Angefangen hat mein Mann mit dem Mountainbiken. Ab in den Wald – am liebsten ins Gebirge – und dann mit Vollgas über Stock und Stein. „Ein bisschen Spielen“, wie er immer zu sagen pflegt. Je enger und holpriger der Weg, desto besser. Früher bin ich ein paar Mal mitgefahren. Aber ganz ehrlich: mein Trekkingrad ist mir allemal lieber. Wofür nutzen wir unsere Räder also?

Fahrradurlaub
Mit den Mountainbikes über Stock und Stein

Fahrradausflüge daheim unternehmen

Als unsere Kinder noch klein waren, waren es hauptsächlich die klassischen Fahrradausflüge von zu Hause aus, die wir mit den Rädern unternahmen. Gerne auch gemeinsam mit Freunden, dann macht ein Fahrradausflug gleich viel mehr Spaß. Die Taschen mit ausreichend Proviant bestücken und unterwegs im Grünen ein Picknick einlegen. So sahen unsere Familienausflüge aus. Oder durch die Natur radeln und zwischendurch eine Pause in einem Biergarten einlegen. Deutschland besitzt schließlich viele wunderbare Radwege durch Wälder, an Flüssen oder über Felder. Aber auch Radwanderwege, die über eine lange Strecke verlaufen, gibt es in Deutschland sehr schöne. Und so nahmen wir uns vor, mal eine mehrtägige Radtour auf einem dieser Radfernwegen zu absolvieren.

Mehrtägiger Fahrradurlaub

Unser erster mehrtägiger Fahrradurlaub war der Erft-Radweg. Auf dieser wunderschönen Radtour durften wir viel erleben. Um ausreichend Stauraum für unsere Übernachtungssachen zu haben, besorgten wir uns Packtaschen für den Gepäckträger. Diese Packtaschen sind übrigens auch im Alltag sehr praktisch. Die Bahn brachte uns und unsere Trekkingräder zum Startpunkt. Von dort aus radelten wir gemächlich von der Erftquelle durch die Eifel bis in den Rhein-Kreis-Neuss, wo die Erft in den Rhein mündet. Es gibt zahlreiche sogenannten Fahrradhotels oder Bike-Hotels, die an den stark frequentierten Radrouten liegen. Dort ist man auf Fahrradfahrer und ihre speziellen Bedürfnisse eingerichtet, wie z.B. eine Rad-Garage, Werkzeug oder Radwanderkarten.

Nachdem diese Fahrradreise so wundervoll geklappt hatte, planten wir den nächsten Fahrradurlaub: den Ruhrtalradweg. Leider fiel der im Frühjahr 2020 aufgrund des Corona-Lockdowns aus. Aber aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben.

Das Fahrrad geht mit auf Reisen

Doch nicht nur reine Fahrradurlaube sind etwas Wunderbares. Seit ein paar Jahren begleiten uns die Räder auch auf unseren Reisen mit dem Auto. Hierfür kauften wir uns extra einen PKW-Fahrradträger, da lassen sich recht bequem die Räder verstauen. Und so konnten wir z.B. die niederländische Insel Texel mit dem Fahrrad erkunden. Ein Fahrrad mit in den Urlaub zu nehmen, bringt einen großen Vorteil mit sich: Man kann sich fortbewegen, ohne ständig einen Parkplatz suchen zu müssen. Mal eben zum Essen in den nächsten Ort fahren? Kein Problem, lass uns schnell hin radeln. Löst übrigens auch die Frage: „Wer fährt?“

Fahrradurlaub
Mit dem Rad auf Texel unterwegs sein

In unserem Gardasee-Urlaub nahmen wir ebenfalls unsere Fahrräder mit. Wir hätten uns auch vor Ort welche ausleihen können, es gab dort ausreichend Fahrrad-Verleihe. Aber auf dem eigenen Rad fährt man ja doch irgendwie lieber. Und dann ging es mit den Mountainbikes entlang des Gardasees und ab ins Hinterland. Der Gardasee ist übrigens ein beliebtes Ziel für Alpenüberquerungen mit dem Rad. Mein Mann nahm damals neben seinem MTB auch noch sein Rennrad mit und unternahm dort diverse Fahrradtouren, z.B. über den Monte Velo oder über die Ponalestraße.

Aber auch auf Reisen innerhalb von Deutschland werden die Räder gerne mitgenommen, um die Gegend dort mit dem Rad zu erkunden. Dabei entdecken wir unterwegs wesentlich mehr Details, als wenn wir mit dem Auto unterwegs wären. Und es ist jederzeit problemlos ein kurzer Halt für eine Fotoaufnahme möglich. Dass es bei Radtouren aber auch mal Probleme geben kann, zeigt die folgende Geschichte:

Pleiten, Pech und Fahrradpannen

Es war einmal ein langer Fahrradausflug in einer größeren Gruppe mit Freunden. Das Wetter war ideal, die Laune bei allen sehr gut und wir befanden uns bereits auf dem Rückweg. Wir wollten zum Abschluss noch allesamt in einer Pizzeria einkehren. Ein perfekter Tag also…

Bis ich auf einmal merkte, dass mein Hinterrad einen Platten hat. „Echt jetzt? Da radele ich stundenlang und kurz vor dem Ziel dann das?“ Na ja, kurz vor dem Ziel ist jetzt etwas optimistisch gesagt. Zum Nach-Hause-Schieben waren wir dann doch noch etwas zu weit weg. Natürlich hatten wir ausgerechnet an dem Tag weder Fahrradwerkzeug noch Flickzeug dabei. Und wir standen mitten auf den Feldern, an einem Sonntag. Was also jetzt tun? Da wir ja eine größere Gruppe waren, fand sich eine Mitfahrgelegenheit auf einem der Gepäckträger. Das kaputte Rad wurde dann von einem der Männer beim Fahren „mitgezogen“. So kehrten wir also in besagter Pizzeria ein und verbrachten noch einen schönen Abend.

Und die Moral von der Geschicht‘? Vergiss die hilfreichen Utensilien nicht!

Hilfreiche Utensilien beim Fahrradfahren

Seit diesem besagten Tag nehmen wir auf längeren Fahrradausflügen stets Fahrradwerkzeug und einen Ersatzschlauch mit. Doch als sehr hilfreich hat sich noch ein weiteres Utensil erwiesen: Früher mussten wir während des Radfahrens ständig anhalten, um einen Blick auf die Fahrradkarte zu werfen. Das ewige Ein- und Auspacken sowie Auseinander- und wieder Zusammenfalten der Karten war auf Dauer ganz schön nervig. Heutzutage werfen wir nur noch einen Blick auf einen Fahrradcomputer, der dank einer speziellen Halterung am Fahrradlenker befestigt ist. Alternativ kannst du dein Smartphone am Lenker befestigen, hilfreiche Apps für Fahrradrouten gibt es ja mittlerweile mehrere.

Mein Tipp zum Schluss

Mein ultimativer Tipp für einen gelungen Fahrradurlaub lautet: eine Fahrradhose mit Sitzpolster! Eine gute Fahrradhose habe ich sehr zu schätzen und lieben gelernt, sie lässt dich deutlich länger schmerzfrei auf dem Drahtesel sitzen. Und nimm unbedingt eine Kamera mit, denn es gibt unterwegs immer etwas Schönes zu entdecken.

Drahtesel
Sogenannte Drahtesel

Wenn dich das Thema Fahrrad weiter interessiert, dann besuche doch mal das Fahrradmuseum Velorama in Nijmegen. Dort findest du viele historische Räder, wie z.B. die eingangs genannte Draisine.

Interessant
Jährlich am 03. Juni findet der Tag des Fahrrads statt. Er will auf das hohe motorisierte Verkehrsaufkommen aufmerksam machen und an das Radfahren appellieren. Viele Fahrradverbände richten an diesem Tag besondere Radtouren bzw. -aktionen aus.

Jetzt du! Welchen Fahrradurlaub hast du bereits unternommen? Welche Tipps für Radreisen kannst du geben? Welche Radwanderwege kannst du empfehlen? Hinterlasse doch dein Feedback unten als Kommentar. Vielen Dank.

Du bist lieber zu Fuß unterwegs? Wie wäre es dann mit einer Wanderung durch den Birgeler Urwald oder zum Kasterer See?


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