Torbole – die Surfhochburg am Gardasee

Das ehemalige Fischerdorf Torbole ist heute ein lebhafter Ort, der viele Sport- und Ausflugsmöglichkeiten bietet und dazu noch viele Sehenswürdigkeiten besitzt.

Torbole befindet sich im Norden des Gardasees und ist damit für viele Touristen die erste Anlaufstelle, denn sie kommen quasi automatisch an Torbole vorbei. Und dann fahren sie entweder westlich oder östlich weiter am See entlang zu ihren Urlaubszielen.

Doch wir fahren nicht weiter, sondern verbleiben in Torbole. Denn unser Urlaubsdomizil für die nächsten zwei Wochen befindet sich genau hier. Von hier aus wollen wir viele Ausflüge rund um den Gardasee unternehmen. Hier wollen wir aber auch am Strand liegen, im See baden, Wanderungen unternehmen und einfach unseren Urlaub in vollen Zügen genießen.

Urlaub in Torbole am Gardasee

Torbole bietet viel Programm, auch abends

Es ist zwar ein recht lebhafter Ort, aber das ist unseren Teenies gerade recht und für uns ist es noch absolut im Rahmen des Erträglichen. So können wir abends noch an der Strandpromenade entlang flanieren und das allabendliche Gelato genießen.

Für das leibliche Wohl sorgen die vielen Restaurants und Bars im Ort. Ob nun am charmanten Goetheplatz, in einer ruhigen Seitengasse oder direkt an der Strandpromenade gelegen: es wird dir eine große Auswahl geboten. Bei schönem Wetter sind die Außenbereiche natürlich sehr gefragt.

Paradies für Wassersportler

Bekannt ist Torbole vor allem für sein großes Angebot an Wassersport. Surfer lieben diese Region wegen des berüchtigten Windes, der täglich vorbeiweht. Dann ist der Blick auf den See geprägt von unzähligen Surfsegeln. Anfänger können bei einem der vielen Surfschulen erste Kenntnisse erlangen. Aber auch Stand-Up-Paddeln wird dir hier angeboten.

Und natürlich kann man auch einfach nur im See baden bzw. schwimmen oder sich auf seiner Luftmatratze treiben lassen.

Torbole - Paradies für Wassersportler
Ein Paradies für Wassersportler

Vielseitiger Zeitvertreib am Strand

Der Strand von Torbole ist, wie schon erwähnt, von vielen Wassersportlern geprägt. Doch es gibt auch Abschnitte, die speziell den Badegästen vorbehalten sind. Hier führen Rettungsschwimmer die Aufsicht, du kannst also ganz unbesorgt schwimmen gehen. Das Wasser ist sehr sauber und der Einstieg angenehm flach. Wer kein Picknick zum Strand mitnehmen möchte, der kann sich an den umliegenden Strandbars verpflegen. Besonders schön ist, dass der Strand nicht direkt an einer Straße liegt. Dafür führt eine lange Strandpromenade bis nach Riva, auf der viele Spaziergänger und Radfahrer unterwegs sind.

Am Strand gibt es ein Beachvolleyball-Feld, sehr zur Freude der Volleyball-Liebhaber unter uns. Wem das an Sport nicht ausreicht, der kann wie wir einen Plank-Wettkampf starten. Der kommt ohne Hilfsmittel aus und benötigt nicht viel Platz. Einfach die Plank-Position auf deinem Badetuch einnehmen und so lange wie möglich durchhalten. Oder zumindest so lange, bis alle anderen vor dir aufgeben. Das Abendessen will ja schließlich verdient werden.

Übrigens mündet hier am Strand der Fluss Sarca in den Gardasee. Es lässt sich gut an diesem Fluss entlang spazieren und auch ein Fahrradweg führt an der Sarca vorbei, der bei Radfahrern äußerst beliebt ist.

Auf Entdeckungstour durch die Altstadt

Altstadt von Torbole
Enge Gasse durch Torbole

Torbole musst du zu Fuß entdecken. Denn wenn du nur über die Hauptstraße durch Torbole durchfährst, kannst du gar nicht erahnen, welche schönen Ecken es in diesem alten Fischerdorf gibt. Einige Sehenswürdigkeiten in der Altstadt möchte ich dir jetzt vorstellen:

Casa del Dazio – altes Zollamt am Hafen

Am Hafen steht ein wirklich kleines und schmales Haus. Im Casa del Dazio befand sich früher das Zollamt, denn hier verlief bis zum Ersten Weltkrieg die Grenze zwischen Österreich und Italien. Es ist bestimmt das am meisten fotografierte Haus in Torbole. Besonders abends bei Dämmerung versetzt es einen mit den davor liegenden Booten in alte Zeiten.

Casa del Dazio - altes Zollamt am Hafen von Torbole
Casa del Dazio – altes Zollamt am Hafen

Casa Beust – Haus mit Seeblick

In unmittelbarer Nähe des alten Zollamtes befindet sich das tiefrote Casa Beust. Hier lebte der deutsche Mineraloge und Geologe Friedrich Constantin Freiherr von Beust. Heute befindet sich in dem Gebäude ein Restaurant mit Außenterrasse zum See. An der Fassade siehst du ein Wandgemälde von Hans Lietzman, das den heiligen Antonio zeigt, wie er zu den Fischen spricht.

Casa Beust in Torbole
Das Casa Beust mit Fresko

Piazzetta Hans Lietzmann – schöner Platz am Strand

Vom Casa Beust aus gelangst du auf die Strandpromenade. Du erreichst dann sehr bald den Platz Hans Lietzmann, benannt nach einem deutschen Maler, der in Torbole lebte. An der Mauer, die diesen Platz eingrenzt, hängt zur Zeit eine Fotoausstellung zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg. Diese Region war nämlich von den Österreichern und den Italienern sehr stark umkämpft. Am Ende des Platzes steht eine kleine weiße Kirche.

Abends findest du hier auf dem Platz diverse Straßenmusiker, die die Touristen mit ihrer musikalischen Darbietung unterhalten möchten.

Piazzetta Hans Lietzmann in Torbole
Piazzetta Hans Lietzmann

Colonia Pavese – vom Grand-Hotel zum Sanatorium

Neben der Piazzetta Hans Lietzmann fällt sofort ein großes Gebäude auf. Es ist das einstige Grand-Hotel, das in den Dreißigerjahren zu einem Sanatorium für lungenkranke Kinder ausgebaut wurde. Seit vielen Jahren steht das beeindruckende Gebäude leider leer und es lässt sich nur noch erahnen, wie es in seinen Glanzzeiten herrschaftlich in bester Lage am See gewirkt haben muss.

Goetheplatz – wo einst Goethe nächtigte

Wir verlassen die Strandpromenade und begeben uns durch die verwinkelten Gassen von Torbole, bis wir auf den Goetheplatz gelangen. An einem grünen Haus (dem Casa Alberti) hängt eine Gedenktafel, die an den kurzen Aufenthalt von Johann Wolfgang von Goethe erinnert. Er nächtigte hier während seiner Italienreise am 12. September 1786 und arbeitete inspiriert durch den schönen Gardasee an der “Iphigenie auf Tauris”.

Goethe-Gedenktafel in Torbole
Goethe-Gedenktafel am Casa Alberti

„Heute hab ich an der Iphigenie gearbeitet, es ist im Angesichte des Sees gut von statten gegangen.“

Johann Wolfgang von Goethe

Auf dem Hügel liegt die Kirche Sant‘ Andrea

Folge am Goetheplatz der Beschilderung zur Kirche Sant Andrea. Dann kommst du nach einigen Treppen zu dieser kleinen Pfarrkirche. Sie ist umgeben von Olivenbäumen und von hier aus hast du einen tollen Blick auf den Ort und den Gardasee.

Strada di Santa Lucia – wenn Galeeren auf den Straßen rollen

Diese antike römische Hauptverbindung zwischen dem Etschtal und dem Gardasee ist eine kopfsteingepflasterte Straße. Sie führt durch Olivenhaine und eignet sich wunderbar für eine Wanderung zum Castel Penede. Der Wanderweg startet am Goetheplatz.

Was den ehemaligen Hauptverbindungsweg aber wirklich besonders macht: 1439 beförderten die Venezianer auf dieser Straße große Galeeren und zahlreiche Boote nach Torbole. Dort wurden sie dann zu Wasser gelassen, um gegen die Mailänder Flotte zu kämpfen.

Strada di Santa Lucia in Torbole
Strada di Santa Lucia

Torbole ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge

Torbole eignet sich wunderbar, um von hier aus Ausflüge zu starten. Egal ob mit dem Auto, dem Fahrrad oder dem Schiff.

Von Torbole aus kannst du mit dem Auto ziemlich zügig die Orte im Osten, wie zum Beispiel Malcesine mit seiner Scaligerburg erreichen. Oder du fährst die Westküste entlang, um zum Beispiel den Ort Limone zu erkunden, in dem früher Zitronen angebaut wurden. Auch einen Ausflug in die berühmte Stadt Verona, der Heimat von Romeo und Julia, mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten kann ich dir empfehlen. Oder besuche das historische Sirmione im Süden des Gardasees. Diesen Kurort liebten schon die Römer und auch Maria Callas.

Wenn du nicht unbedingt mit dem Auto fahren möchtest, ist das kein Problem. Denn am Hafen von Torbole legt regelmäßig ein Boot an, mit dem du ebenfalls die wichtigsten Orte anfahren kannst.

Mit dem Ausflugsboot über den Gardasee fahren
Mit dem Ausflugsboot über den Gardasee fahren

Oder du unternimmst schöne Fahrradausflüge. Dabei hast du sowohl die Möglichkeit, sportlich anspruchsvolle Strecken in den Bergen zu wählen oder gemäßigtere Strecken in den Tälern, zum Beispiel an der Sarca entlang. Die berühmte alte Ponalestraße, die ausschließlich für Radfahrer und Wanderer geöffnet ist, befindet sich auch in der Nähe.

Tipp:
Wenn man einen sportbegeisterten Papa hat, lässt man sich und sein Rad von ihm mit dem Auto hochfahren, um dann mit dem Fahrrad die Abfahrt auf der Ponalestraße zu genießen. Der sportliche Papa fährt anschließend mit dem Rad diese Strecke wieder zurück, um oben das Auto zu holen.
Die ganze Geschichte dazu findest du hier: Ponalestraße kindertauglich bewältigen.

Auch Wanderer kommen hier voll auf ihre Kosten. Es gibt unzählige Wanderrouten in dieser Gegend. Viele sind in direkter Nähe, z. B. zu den Marmitte dei Gigante oder der Panoramaweg von Busatte nach Tempesta. Empfehlenswert ist außerdem ein Ausflug zu den beiden Gebirgsseen in der Nähe: dem Ledrosee, an dem du eine frühgeschichtliche Pfahlbautensiedlung besichtigen kannst, und dem Tennosee, einem türkisfarbenem Gebirgssee. Von hier aus ist auch eine Wanderung zum mittelalterlichen Bergdorf Canale di Tenno möglich. Eine ausgiebigere Wanderung mit atemberaubenden Ausblicken kannst du rund um das Refugium Nino Pernici unternehmen.

In direkter Nachbarschaft zu Torbole liegt der sehr beliebte Kurort Riva mit seiner belebten Altstadt. Ein Stück ins nördliche Hinterland hinein, erreichst du die Kletterhochburg Arco. Besichtige den Dom oder genieße eine Auszeit in einem der Cafés am Marktplatz.

Du siehst also, bei einem Urlaub in Torbole gibt es zahlreiche Möglichkeiten für abwechslungsreiche Tätigkeiten, sowohl im Ort selber als auch in der näheren Umgebung.


Hat dir dieser Beitrag gefallen? Was kannst du in Torbole besonders empfehlen? Welchen Eindruck hast du von Torbole gewonnen? Bist du eher der Wassersportler oder der Wanderer? Ich freue mich über deine Meinung. Bitte hinterlasse dein Feedback unten als Kommentar! Vielen Dank.


Auch in Deutschland kannst du wundervolle Fahrradtouren unternehmen, zum Beispiel auf dem Erft-Radweg.
Erfahre weitere Möglichkeiten für einen Fahrradurlaub.

Aber auch sehr schöne Wanderungen sind in Deutschland möglich. So gibt es zum Beispiel den Wanderweg durch den Nationalpark De Meinweg an der Dalheimer Mühle oder den Rundwanderweg Eignerbach rund um den Kalksteinbruch in Velbert.


Du möchtest zukünftig keinen Beitrag mehr verpassen? Dann abonniere den Blog und du wirst per E-Mail benachrichtigt, sobald ein neuer Beitrag online ist!

 

Loading

Auf Pinterest merken:

Auf Pinterest merken
Auf Pinterest merken
Schicke diesen Beitrag auf Reisen, indem du ihn teilst:

2 Gedanken zu “Torbole – die Surfhochburg am Gardasee

    1. Liebe Sandra, vielen Dank für dein Feedback. Am Gardasee gibt es wirklich viele schöne Ecken. Den Plank-Wettstreit hättest du auf alle Fälle mit uns mitgemacht, es gilt schließlich: mitgefangen…mitgehangen :-)) LG Annette

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.