Gardasee Rennradtour – durch das Sarcatal und die Limaro-Schlucht

Gekürzte Rennrad-Runde über den Tennosee, Passo del Ballino , Limaro-Schlucht und Marocche di Dro nach Torbole.

Als krönenden Abschluss für den Urlaub hatte ich mir noch eine etwas längere Gardasee Rennradtour von ca. 95 km ausgesucht. Diese sollte am Tennosee vorbei über mehrere kleinere Pässe bis Tione di Trento und dann über Stenico und die Limaro-Schlucht führen.

Erstmal Richtung Tennosee

In den vergangenen Tagen hatte es allerdings schon mehrere heftige Gewitter gegeben und da im Gebirge mit dem Wetter nicht zu scherzen ist, ging der Blick immer wieder hoch zu den Wolken. Aber dennoch wagte ich die Fahrt mit dem Rennrad.

Mit dem Fahrrad durch Pranzo am Gardasee
Pranzo

Zunächst führte die Straße mich aber wie so häufig nach Riva und von dort nach Nord-Westen Richtung Tennosee. Wieder stieg die Straße an und führte über eine Reihe von Kurven durch Pranzo an den Tennosee (mehr zum Tennosee selber und unserer Wanderung dort).

Ich ließ den See allerdings heute rechts liegen und fuhr weiter Richtung Passo del Ballino, mit 750 Hm die erste Erhebung des Tages. Hier sieht und spürt man den österreichisch-tirolerischen Einfluss schon deutlich, die Häuser sehen anders aus und es ist merklich kühler. Im Winter ist dies auch schon eine Wintersportgegend, es gibt erste Schilder zu Langlaufloipen und verblichene Werbung für Skiwachs.

Rennradtour mit Ausblick auf den Tennosee
Tennosee

Dem Wetter zum Trotz

Leider wurde es deutlich kühler und das lag nicht nur an der Höhe, sondern auch an einer dunklen Wolkenfront, die genau aus dem Tal zog, in das mich mein Weg führen würde. Nicht nur dass sie komplett schwarz war, es blitzte auch noch fröhlich und grollte vor sich hin. Auf ein Gewitter im Gebirge hatte ich so gar keine Lust, also Handy und Radcomputer befragen. Hilft ja nix, eine Abkürzung gefunden und statt weiter über die Pässe, rechts abgebogen und auf direktem Weg nach Comano Terme. Das verkürzte die Strecke um rund 30 km und etliche Höhenmeter. Aber vielleicht ließ es sich ja so vermeiden, dass mich das Gewitter auf einem Pass oder im Freien erwischt.

Fahrradtour am Gardasee bei Gewitter
Da kommt eine Gewitterfront

Schneller zur Limaro-Schlucht

Durch die Abkürzung war auch schon der höchste Punkt erreicht und es ging fast nur noch bergab. Zunächst in schneller Fahrt auf der Hauptstraße Richtung Dasindo, da recht wenig Verkehr war und die Straße schön breit, konnte ich es laufen lassen und sehen, was die Flachlandübersetzung so hergibt. Nach Comano Terme wechselt man wieder auf einen ausgeschilderten Radweg, der einen Richtung Limaro-Schlucht führt. Das Gewitter rückte derweil immer näher und machte sich durch einigen Wind bemerkbar. Gott sei Dank als Rückenwind, ansonsten wäre ich keinen Millimeter mehr vorangekommen.

Gewitter in der Limaro-Schlucht
Oh, oh…

Wie der Blitz durch das Sarcatal

Im Sarcatal ist der Fahrradweg auf der ehemaligen Autostraße geführt und die Autos quälen sich durch einen Tunnel. So hat man neben einem gigantischen Aus- und Tiefblick in die Schlucht, auch eine zweispurige Straße für den windgetriebenen rasenden Ritt zurück ins Sarcatal in Richtung Heimat. Trotz drohendem Nass und entspanntem Radeln musste ich immer wieder stehen bleiben und die beeindruckenden Bilder aufnehmen, die diese riesige Schlucht bietet. Auf dem normalen Weg zum Gardasee bleibt einem dieser Anblick verwehrt, lohnt aber auf alle Fälle einen Ausflug.

Blick auf die Limaro-Schlucht
Blick auf die Limaro-Schlucht

Vollgas auf dem Radweg und anschließend auf der Straße, schlängelt sich die Strecke ins Tal und findet dort wieder den offiziellen Sarcatal Radweg, der vom Toblino See bis Torbole führt. Aus der Limaro-Schlucht blies jetzt wie ein Turbo ein Rücken- und Seitenwind, der mich trotz Gewicht über den Weg schob.

Kurz hinter Pietra Murata war es dann soweit, über die mehr als 1000 m hohe Felswand schoben sich die schwarzen Wolken und mit einem gewaltigen Donnerschlag gab das Gewitter bekannt: „Ich wäre jetzt da..:“ ist ja auch fies, ich musste um den Berg rum und das Gewitter hatte einfach abgekürzt.

Schon fielen die ersten Tropfen und ich unterbrach meine Gardasee Rennradtour. Ich suchte mir einen Unterstand in einer Scheune. Armlinge angezogen, Windweste drüber und in den Windschatten gestellt. Die Idee mit dem Unterstand hatte nicht nur ich, sondern auch der zugehörige alte Bauer. Radebrechtend erklärte ich ihm meine Lage und er bedeutete mir, dass das nur kurz dauert und dann eine Regenpause kommt.

Beim Fahrradfahren am Gardasee den Regen erwischt
Warten auf die Regenpause

Es kam die versprochene Regenpause…

Und wie sollte es auch anders sein, es hörte auf zu regnen und der Bauer ging. Ich schnappte mir mein Rad und fuhr auf dem Radweg weiter. Was er mir allerdings nicht erklärt hat, ist, dass es zwar kurz aufhört. Aber dann so richtig das Regnen anfängt und schon erwischte mich der Regen in voller Stärke und es sah nicht aus, als ob es wieder aufhören wollte.

…dann kam der Weltuntergang

Unter jedem Dach und Vorsprung sah ich jetzt andere Radfahrer stehen und abwettern. Ich war eh schon tropfnass und hatte noch keinen Kaffee, zudem war es beim Stehenbleiben recht frisch, also weiter und Strecke machen nach Hause. Außer mir war niemand mehr unterwegs und die Pfützen waren so warm, dass beim Durchfahren die Füße gewärmt wurden.

Als nächstes ging es nach Dro, im Ort war der Regen noch stärker, und als ich ein offenes Café sah, war die Entscheidung schnell gefällt. Da tropfe ich mal vorbei. Die lokalen Rentner bestaunten den nassen Rennradfahrer. „Cane e tedesci“- ein Wetter, bei dem nur Hunde und Deutsche rausgehen. Ich bekam aber trotzdem einen Latte Macchiato und ein Panini. So ließ es sich aushalten und wieder etwas Wärme sammeln.

Der Ort Dro am Gardasee
In Dro auf die nächste Regenpause warten

Der Rückweg von der Gardasee Rennradtour

Nach ca. 1 Stunde war der Regen gefühlt weniger und ich machte mich auf den Heimweg, treten, Pfützen vermeiden und fahren. Vom Rest gibt es nichts Wichtiges mehr zu erzählen, alles einfach zu nass und nur durchgerauscht. Den Rückweg ab Ceniga findet ihr auch noch mal ausführlicher beschrieben in der finalen Tour bis zur Ponte Romano mit meiner Frau. Zusammenfassend, eine sehr schöne Rennradtour, auch in der gekürzten Version und trotz sehr nassem Ende.


Ihr findet meine Gardasee Rennradtour auch bei Komoot, oder diese und viele weitere Touren auf dem Portal von www.gardatrentino.it.

(Geradelt im August 2019)

Dieser Beitrag wurde von meinem fahrradbegeisterten Ehemann geschrieben und freundlicherweise als Ergänzung zu meinen Gardasee-Beiträgen zur Verfügung gestellt.


Jetzt du! Bist du auch schon mit dem Fahrrad durch das Sarcatal und die Limaro-Schlucht gefahren? Und hat dich auch schon einmal beim Fahrradfahren so ein Gewitter erwischt? Bitte hinterlasse doch unten dein Feedback als Kommentar. Vielen Dank.


Du möchtest zukünftig keinen Beitrag mehr verpassen? Dann abonniere den Newsletter und du wirst per E-Mail benachrichtigt, sobald ein neuer Beitrag online ist!

Schicke diesen Beitrag auf Reisen, indem du ihn teilst:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.