RevierRoute Grubenfahrt: Mit dem Fahrrad quer durch das Ruhrgebiet

Wir unternehmen heute eine Grubenfahrt mit den Rädern. Unsere heutige Fahrradtour auf der „RevierRoute Grubenfahrt“ führt uns durch das Ruhrgebiet vorbei an Industriedenkmälern und lässt uns so den ehemaligen Bergbau „erfahren“ (im wahrsten Sinne des Wortes).

Begleite uns auf unserer Rundfahrt und entdecke mit uns die Spuren des Steinkohlebergbaus. Erfahre, wo du dem Zauberlehrling begegnen, einen Obelisken finden und den Eiffelturm des Ruhrgebiets bewundern kannst.

Die RevierRoute Grubenfahrt im Überblick

RevierRoute Grubenfahrt
Auf der RevierRoute Grubenfahrt die Industriedenkmäler erkunden

Unsere Radtour führt durch Teile des Ruhrgebietes und leitet uns an Industriedenkmälern vorbei. Unterwegs erhält man Einsichten in den ehemaligen Steinkohlebergbau und entdeckt historische Zeugnisse. Dabei verläuft der Radweg abwechslungsreich durch ehemalige Zechensiedlungen, vorbei an Abraumhalden und durch sehr viele grüne Landschaften. Die RevierRoute Grubenfahrt stellt keine besonderen technische oder körperliche Anforderungen und die insgesamt 200 Höhenmeter sind absolut moderat. Diese Radtour ist eine von mehreren der Ruhr Tourismus GmbH.

Unsere Anreise zur RevierRoute Grubenfahrt

Anfahrt: Unsere Räder sind schnell ins Auto geladen und schon kann es losgehen. Über die Autobahnen A40 (Ausfahrt Essen-Frillendorf) oder A42 (Ausfahrt Gelsenkirchen-Heßler) erreichst du am besten unseren Startpunkt der RevierRoute Grubenfahrt.

Parken: Parken kannst du am besten direkt an der Zeche Zollverein.

Sehenswertes auf der RevierRoute Grubenfahrt

Los geht unsere heutige Radstrecke an der Zeche Zollverein. Doch diese werden wir später besichtigen. Erst einmal wollen wir losradeln. Schon bald fahren wir auf einem ehemaligen Bahndamm entlang, der uns direkt ins Grüne befördert. Von der Hektik der Großstadt Essen ist hier nichts zu bemerken.

Zeche Zollverein
Vorbei am UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein

Kolonie Hegemannshof

Die erste Sehenswürdigkeit lässt nicht lange auf sich warten. Wir erreichen die Kolonie Hegemannshof. Hierbei handelt es sich um die erste Zechenkolonie in Essen-Katernberg. Ab 1860 lebten hier die Bergmänner der Zeche Zollverein mit ihren Familien in den gleich aussehenden Häusern mit Selbstversorgergärten. Damals bestanden diese Häuser noch aus vier Wohneinheiten, heute sind es Einfamilienhäuser.

Die RevierRoute Grubenfahrt führt uns als nächstes an der Emscher entlang. Vielleicht wäre dies ja ein nächster Fluss-Radweg für uns?

Carbon Obelisk

Ein Obelisk in Essen? Ja, du hast richtig gelesen. Wir befinden uns an der Kreuzung zwischen Emscher und Rhein-Herne-Kanal in Altenessen. Und hier steht ein 14 Meter hoher, glänzend schwarzer Obelisk. Es handelt sich hierbei aber nicht um ein Mitbringsel von Obelix, sondern um eine Kunstinstallation. Dabei bezieht sich die Landmarke auf das Steinkohle-Zeitalter, also dem Erdzeitalter, in dem die Steinkohle entstanden ist (also jenem Produkt, für das das Ruhrgebiet bekannt ist).

Carbon Obelisk
Sieht aus wie ein riesiger Bleistift, oder?

Mathias-Stinnes-Hafen

Weiter geht es am Rhein-Herne-Kanal entlang, bis wir am Matthias-Stinnes-Hafen vorbei kommen. Dies ist der ehemalige Industriehafen der gleichnamigen Zeche. Die Mathias-Stinnes-Zeche wurde jedoch in den siebziger Jahren stillgelegt. Daher tummeln sich heutzutage viele Angler am Stinnes-Hafen.

Wir radeln munter weiter, vorbei am Stadion Mathias Stinnes. Errichtet wurde es 1925 und diente den Wettkämpfen unter den Bergleuten. Heute bietet es einen trostlosen Anblick, denn es verfällt seit einigen Jahren immer mehr.

Gartenstadt

Eine freundlichere Atmosphäre strahlt dagegen die Gartenstadt aus. Die Arbeitersiedlung in Bottrop-Welheim wurde ebenfalls für Bergleute errichtet und ist eine der größten im Ruhrgebiet. Die Gegend kommt mir sehr bekannt vor. Tatsächlich sind wir bereits während unserer Staffelwanderung durch den Ruhrpott durch diese beschauliche Siedlung gelaufen.

Gartenstadt
Die ehemalige Arbeitersiedlung

Tetraeder

Schon nach wenigen Minuten kommen wir an der Halde Prosperstraße vorbei, auf der sich eine Skihalle befindet. Sie ist übrigens mit einer Piste von 640 Metern die längste Skihalle der Welt. Nur kurz danach erreichen wir die Himmelsleiter der Halde Beckstrasse, die hinauf zum Tetraeder führt. Beim Anblick dieser Treppe denke ich an den doch recht anstrengenden Aufstieg während unserer Staffelwanderung zurück. Da wir den Tetraeder bereits damals besichtigt haben, lassen wir ihn heute getrost links liegen und sparen uns den Anstieg auf die Halde. Falls du noch nie beim Tetraeder warst, empfehle ich dir eine Besichtigung dieser Pyramide aus Stahlrohren.

Tetraeder
Hoch hinauf führt die Himmelsleiter zum Tetraeder

Burg Vondern

Die RevierRoute Grubenfahrt führt uns nun zur mittelalterlichen Burg Vondern in Oberhausen. Diese Wasserburg wurde erstmalig 1266 urkundlich erwähnt. Durch das Tor der stattlichen Vorburg aus dem 16. Jahrhundert mit ihren Ecktürmen gelangt man auf den Burghof. Hier verbirgt sich das Herrenhaus und die angrenzende Remise. Scheinbar fand hier am Vortag ein Festival statt, für das die Aufräumarbeiten noch in vollem Gange sind. Daher ist das Café leider geschlossen, so dass wir nach einer kurzen Umschau wieder weiterziehen. 

Übrigens ist es möglich, sich auf Burg Vondern das Ja-Wort zu geben. Außerdem finden in der Burg Vondern regelmäßig Konzerte, Ritterspektakel oder Mittelalterfeste statt.

Burg Vondern
Die mittelalterliche Burg Vondern

Verkaufsanstalt GHH

Ganz in der Nähe der Burg Vondern befindet sich die ehemalige Verkaufsanstalt IV der Gutehoffnungshütte Oberhausen. Errichtet wurde das auffällige Gebäude 1910 in der Zechensiedlung Vondern. Die Verkaufsanstalt GHH diente damals als Supermarkt (früher „Konsumladen“ genannt) für die Bergmannsfamilien der Gutehoffnungshütte.

Der Zauberlehrling

Ein paar kräftige Pedaltritte weiter überqueren wir die Emscher und den parallel verlaufenden Rhein-Herne-Kanal. Von der Ripshorstbrücke aus erhalten wir einen wunderbaren Blick auf den Zauberlehrling. Dieser „tanzende Strommast“ erfreut seit 2013 die Vorbeiziehenden mit seinem Anblick. Es wirkt, als würde uns die 35 Meter hohe Stahlskulptur zum Abschied zuwinken.

Zauberlehrling
Als wollte uns der Zauberlehrling zuwinken

Haus Ripshorst

Wirklich weit weg fahren wir nach diesem Anblick nicht. Schon bald legen wir einen Stopp am Haus Ripshorst ein. Dieser historische Gutshof ist aus einem Rittersitz aus dem 14. Jahrhundert entstanden. Heute beherbergt das Anwesen das Informationszentrum des Emscher Landschaftsparks. In der Scheune findest du viele Informationen sowie eine große begehbare Karte des Emscher Landschaftsparks. Wir nutzen die Gelegenheit, in dem kleinen Café eine Rast einzulegen und uns in der Sonne sitzend einen Kaffee und ein Stück Kuchen zu gönnen.

Nach dieser Stärkung geht es auch schon schwungvoll weiter. Wir radeln weiter auf der RevierRoute Grubenfahrt durch das Grüntal Läppkes Mühlenbach und das Hexbachtal. Wieder einmal zeigt sich das Ruhrgebiet von seiner grünen Seite.

Haus Ripshorst
Das Informationszentrum im Haus Ripshorst

Brausewindhang und Radschnellweg

Die Straße „Brausewindhang“ macht ihrem Namen alle Ehre: hier oben pfeift der Wind ganz ordentlich. Aber dafür erhält man von hier oben eine Panorama-Aussicht auf das Essener Stadtzentrum.

Kurz danach befinden wir uns auf dem Radschnellweg 1 (RS 1). Er verläuft auf der ehemaligen Bahnlinie und am ehemaligen Bahnhof Essen-Altendorf vorbei. Bis 1960 verlief hier der Personenverkehr. 2002 wurde auch der Güterverkehr stillgelegt. Heute erinnern lediglich eine alte Signalanlage, die begrünten Bahngleise sowie ein Hinweisschild an die frühere Nutzung.

RevierRoute Grubenfahrt
Vorbei geht’s am ehemaligen Bahnhof Essen-Altendorf

Naherholungsgebiete

Jetzt rollt es sich weiter durch schön angelegte Naherholungsgebiete. Zuerst kommen wir am Niederfeldsee vorbei, an dem sich ein Café angesiedelt hat. Weiter führt die RevierRoute Grubenfahrt an der Zeche Helene Amalie vorbei und direkt zum Krupp-Park, in dem sich der Krupp-See befindet.

Wir bahnen uns nun einen Weg durch Essen, bis wir schließlich zur Zeche Zollverein gelangen.

Zeche Zollverein Essen

Die Zeche Zollverein Essen solltest du dir unbedingt näher anschauen. Auf dem Gelände des ehemaligen Steinkohlebergwerks ist ein interessantes Industriedenkmal entstanden.

Die Zeche Zollverein war einst die größte Steinkohlenzeche weltweit und zählt samt seiner Kokerei heute zum UNESCO-Welterbe. Der berühmte Doppelbock-Förderturm wird auch liebevoll als „Eiffelturm des Ruhrgebiets“ genannt.

Wenn du die Zeche von innen besichtigen möchtest, kannst du an einer Führung teilnehmen. Ansonsten kannst du dich auf dem Außengelände frei bewegen und dich von der enormen Größe des ehemaligen Industriegeländes beeindrucken lassen. Die Zeche Zollverein besitzt unter anderem einen Denkmalpfad, das Ruhr Museum sowie das Red-Dot-Design-Museum. Außerdem finden auf dem Gelände regelmäßig diverse Festivals und Konzerte statt.

Wir radeln durch das Gelände der Zeche Zollverein und entdecken zahlreiche industrielle Monumente, bevor wir unsere heutige RevierRoute Grubenfahrt in einem Biergarten auf dem Gelände ausklingen lassen.

Ruhr Museum
Das Ruhr Museum in der alten Kohlenwäscherei
Red-Dot-Design-Museum
Das Red-Dot-Design-Museum

Sehenswertes in der Umgebung der RevierRoute Grubenfahrt

Kettwig: Wenn du schon einmal in Essen bist, dann unternehme doch unbedingt einen Abstecher in das historische Essen-Kettwig. Hier erwartet dich eine hübsche Altstadt mit Fachwerkhäusern.

Hattingen: Ebenfalls malerisch ist die Altstadt von Hattingen. Fast 150 mittelalterliche Gebäude gibt es in Hattingen zu bewundern. Erfahre, warum der Kirchturm schief ist, woher das Bügeleisenhaus seine Bezeichnung hat und was es mit dem Spruch „Darauf trinken wir einen!“ auf sich hat.

Ruhrtalradweg: Zwei Tage lang sind wir auf dem ersten Abschnitt des Ruhrtalradwegs von Winterberg bis nach Fröndenberg durch das waldreiche Sauerland gefahren. Erfahre, was es alles zu erleben und zu besichtigen gibt. Außerdem erhältst du noch ein paar wichtige Tipps für den Ruhrtalradweg.

Bergbauwanderweg Muttental: Im Muttental in Witten waren einst zahlreiche Kleinzechen angesiedelt, die die Steinkohle aus Stollen und Schächten förderten. Noch heute ist die Gegend durchzogen von den stillgelegten Stollen, die in den Berg hinein geschlagen wurden, um an das „schwarze Gold“ zu gelangen. Der Bergbauwanderweg Muttental ist eine schöne Gelegenheit, um mehr über die Steinkohleförderung in dieser Gegend zu erfahren, in der die Kohleflöze teilweise zu Tage treten.

RevierRoute Grubenfahrt
Die RevierRoute Grubenfahrt führt dich auch durch grüne Landschaften

Lohnt sich die RevierRoute Grubenfahrt?

Die RevierRoute Grubenfahrt ist eine schöne Runde durch sehr viel Grün. Da behaupte doch nochmal jemand, der Ruhrpott wäre nur grau und hässlich. Das können wir so nicht stehenlassen. Es gibt auf den vielen ehemaligen Zechengeländen gut umgesetzte Renaturierungsmaßnahmen. Die abwechslungsreiche Fahrradtour führt durch schöne grüne Oasen und vorbei an interessanten Industriedenkmälern. Ich kann dir jedenfalls empfehlen, den Bergbau selber einmal zu „erfahren“.

Info
Länge: Unsere heutige Radtour war etwa 40,6 km lang und dauerte ungefähr 2,5 Stunden reine Fahrzeit.
Höhenmeter: Wir hatten insgesamt einen Anstieg von circa 200 Höhenmeter zu absolvieren.
Schwierigkeit: einfach

Falls du die RevierRoute Grubenfahrt auch gerne fahren möchtest, findest du alle Details zu unserer heutigen Fahrradtour auf www.komoot.de und kannst sie dort herunterladen.

(Geradelt im Juli 2023)

Wie hat dir unsere Radtour „RevierRoute Grubenfahrtgefallen? Welche der Highlights findest du besonders lohnenswert? Kannst du uns auch eine schöne Radroute empfehlen? Ich freue mich über deine Meinung. Hinterlasse doch dein Feedback unten als Kommentar.

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Weitere Inspirationen für unser schönes Deutschland:

Bremen: Die interessanten Bremen Sehenswürdigkeiten an einem Tag erkunden? Das funktioniert hervorragend, wir waren sehr angetan von Bremen. Ich zeige dir, was die charmante Stadt zu bieten hat und verrate dir, wer im Bremer Loch steckt, was Bremen mit Ägypten gemeinsam hat und wo Meißner Porzellan zum Klingen gebracht wird.

Monschau: Bist du bereit für eine Zeitreise? Der romantische Ort Monschau mit seinen idyllischen Fachwerkhäusern, engen Gassen und dem Kopfsteinpflaster versetzt dich in längst vergangene Zeiten. Besichtige die Monschau Sehenswürdigkeiten, während es dir so vorkommt, als würdest du durch ein Freilichtmuseum schlendern.

Wachtendonk: Du bist gerne draußen unterwegs? Wie wäre es denn mit einer Wanderung an der Niers? Dabei läufst du nicht nur durch die idyllische Natur, sondern kannst auch noch den historischen Ortskern von Wachtendonk besichtigen.

Füssen: Die romantische Stadt Füssen liegt vor einem malerischen Alpenpanorama. Ich zeige dir, auf welche Highlights du dich freuen darfst und verrate dir, welche der Füssen Sehenswürdigkeiten du unbedingt gesehen haben solltest. Erfahre, was es mit den schiefen Fenstern auf sich hat, wer einen Drachen besiegte und wo du den Teufel tanzen sehen kannst.

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