Gardasee Mountainbike-Tour: kraftvoll hinauf zum Refugium Nino Pernici

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Die Tour: Torbole – Ponalestraße – Ledrosee – Refugium Nino Pernici und zurück

Auf dieser Gardasee Mountainbike-Tour ging es mit dem Mountainbike über die Ponalestraße zum Ledrosee. Anschließend fuhren wir zum Refugium Nino Pernici mit toller Aussicht und schließlich wieder zurück nach Torbole.

Lang ersehnte Fahrradtour am Gardasee

Fahrradtour mit herrlichem Blick auf den Gardasee

Wie bei meiner 1. Tour beschrieben, war der Gardasee bei mir schon früher ein beliebtes Ziel für Urlaube. Hauptsächlich zum Windsurfen, aber dann ab Anfang der 90er auch zum Radfahren. Inspiriert von Bike Magazinen und Moser Bike Guides, waren es Namen wie Tremalzo, Ponale, Sentiero 501 etc., die auf der berühmten Bucketlist landeten. Ein paar konnten abgehakt werden, für andere fehlte die Zeit, die Kondition, das Material (Downhill mit 4 cm Federweg??) oder wie im Falle der Ponalestraße stand die Natur im Weg, so dass ab 1998/2000 die Ponalestraße nicht mehr freigegeben oder komplett unfahrbar war.

Die Ponalestraße stand also schon eine Weile auf meiner Mountainbike-Tour Bucketlist, zieht sie sich ja wie ein klar sichtbarer Strich spektakulär an der nördlichen Westseite in fast senkrechter Wand stetig ansteigend entlang und verschwindet dann im Ledrotal.

Für die Routenplanung hat sich auch hier die Kombination aus Komoot und den Broschüren des Tourismusbüros in Torbole bewährt. Die Region Trentino stellt mehrere übersichtliche Führer zur Verfügung, gegliedert nach Mountainbike, Rennrad, Klettertouren und einer speziellen Zusammenstellung familientauglicher Touren.

Mountainbike-Tour am Gardasee mit Aussicht

Heute mit dem Mountainbike unterwegs

Also bin ich nach ein paar Tagen Ruhe (Mann würde ja nie zugeben, dass die erste Tour doch anstrengend war…) auf an den Ledrosee. Zusätzlich motivierend war der Umstand, dass zufällig gute Bekannte mit einem radfahrenden Mann Urlaub am Ledrosee machten, ich also auf der zweiten Hälfte der Tour einen Begleiter hatte. ‚Leider‘ war dieser auf dem E-Bike unterwegs und hatte von meiner Frau den Auftrag bekommen: „Mach den mal richtig schön müde.“ So sieht also die Rache aus, wenn man mal eine kleine Mountainbike -Tour mit der Frau plant und ihre Fahrkünste überschätzt.

Von Torbole aus ging es los

Ich startete also in Torbole. Von hier aus fährt man recht entspannt, am Ufer des Gardasees entlang, umkurvt ca. 10.000 Urlauber und durchquert Riva (zu Riva auch ein gesonderter Beitrag hier). Riva gilt nicht umsonst als die Hauptstadt des Mountainbike -Tourismus in der Region, es wimmelt nur so von Bike-Verleihern und Shops.

Tipp: Es ist ohne Probleme möglich, in Torbole und Riva jegliche Fahrräder zu testen, zu leihen und zu reparieren, vorausgesetzt es handelt sich um relativ neue Teile. Bei meiner Frau hatte sich allerdings ein Kettenblatt verbogen und es war schier unmöglich, für ein 10 Jahre altes Mountainbike ein passendes Teil zu bekommen. In Torbole befindet sich ein Kleinod, ein echter Schrauber mit Liebe zu alten Bikes und einer nachhaltigen Maxime: „Repair first, Replace later“. Leider ohne Internet und auf Google Maps nicht zu finden. Dieser hat sich des Rades meiner Frau angenommen und das Kettenblatt zurecht gebogen und lauffähig gemacht.

Beliebte und belebte (meistens) Ponalestraße

Mit dem Fahrrad auf der Ponalestraße
Auf der Ponalestraße

Kurz nach der Innenstadt von Riva, bevor die Hauptstraße in den Galerien und Tunneln verschwindet, geht es über eine Brücke auf die Ponalestraße. Diese zieht in dezenter Steigung durch Tunnel und wie auf einem Balkon immer bergauf. Es ist sinnvoll, diese Tour früh zu beginnen, bevor die Shuttle-Busse ihre Last oben ausspucken und die behelmten Enduristi und die entspannten E-Biker bergab strömen und Unruhe verbreiten. Ich bin ja immer noch der Meinung, wer nicht selber hochfahren kann, muss auch nicht oben sein und runterbrechen.

Am Ristorante Alto Belvedere lohnt sich ein erster Stopp mit Aussicht auf den Altissimo und den mit Segeln übersäten Gardasee.

Zwischenstopp am Ledrosee

Nach ein paar geteerten Serpentinen und einer kurzen Strecke auf der Hauptstraße geht es ab jetzt links am Ponale entlang immer aufwärts Richtung Ledrosee. Man passiert Predi und Molina, ohne mit der Hauptstraße in Berührung zu kommen. Alles sehr gut befahrbar, aber auch ab und zu recht zünftig steil. Man sollte gewarnt sein, wenn die Entfernung nicht proportional zur noch verbleibenden Höhenmeter-Zahl abnimmt, da kommt noch ein wirklich fieses Stück.

Nicht mehr weit bis zum Ledrosee
Nicht mehr weit bis zum Ledrosee

Aber auch das habe ich gut überwunden und meinen ersten echten Kaffeestopp bei den Freunden auf dem Campingplatz erreicht. Kaffee, Kekse und 10 Minuten wirkten Wunder und die gemeinsame Fahrt von Pieve die Ledro zum Rifugio Pernucci konnte beginnen.

Serpentine um Serpentine bis zum Refugium Nino Pernici

Durch Locca, Enguiso zog sich die Straße bis Lenzumo. Dort zweigte sie dann gut markiert auf die Stichstraße Richtung Refugium Nino Pernici ab. Serpentine um Serpentine klettert man nach oben. Ab und zu überholt von meinem surrenden E-bikenden Kollegen, der fröhlich grinste. Aber er wartete stets und bedauerte mich. Nach einigen Kilometern ging der Weg dann in Schotter über, der sich bis zur Alm Malga Trat zieht (die bewirtschaftete Alm bietet neben normalen Getränken auch Käse, Honig, Marmeladen und einen beeindruckenden Grappa an. Sehr belebend und perfekt für eine entspannte Abfahrt).

Hinter der Malga Grat wird der Weg endlich trailiger und verlangt noch mal nach den restlichen Körnern des Tages, bis das Refugium Nino Pernici erreicht ist. Hier gibt es zum Ausblick auf den Monte Velo (siehe Beitrag zur 1. Tour), Riva und Monte Brione auch Getränke und Essen. Nach einem Weißbier lässt es sich deutlich besser bergabfahren.

Aussicht vom Refugium Nino Pernici
Aussicht vom Refugium Nino Pernici

Der Rückweg unserer Mountainbike Tour

Da die Bekannten allerdings am Ledrosee wohnten, ging die Route nicht wie ausgewiesen direkt bergab nach Riva, sondern auf gleichem Weg zurück über den Ledrosee, Ponalestraße und durch Riva nach Torbole. Dabei zeigte sich der Vorteil, wenn der Hinweg fast komplett bergauf geht: Zurück muss man kaum treten und kann die Fahrt genießen. Kurz gesagt, es war zwar eine anstrengende, aber sehr entspannte Runde.

Im Beitrag meiner Frau findet sich mehr zum Wandern rund ums Refugium Nino Pernici …, ich war übrigens nicht schuld am anstrengenden Wandern, nur am Ziel der Pernici Hütte.

Der Rückweg unserer Mountainbike-Tour
Zurück ging es bergab

Ponalestraße kindertauglich bewältigen

Nachtrag: Auch meine Tochter hat sich von mir bequatschen lassen, mit mir eine ‚Runde‘ Mountainbike zu fahren. Irgendwie hat sie aber von meiner Frau gelernt und sich strikt geweigert, eine komplette Runde zu fahren. Zitat zur Ponalestraße: „OK, sieht gut aus. Bergauffahren kannste aber voll vergessen!“

Also zwei Räder ins Auto gepackt und mit dem Wagen an den Ledrosee gefahren. Von dort aus sind wir beide dann mit den Fahrrädern über die Ponalestraße entspannt zurück gecruist. Anschließend das Kind am Hotel abgegeben und gedreht, mit dem Rad wieder an den Ledrosee über die Ponalestraße und das Auto geholt. (Irgendwie muss man sich ja die Pizza verdienen). Auch das eine lohnende Runde.

Was kommt als nächstes?

Nachdem jetzt Touren nach Westen und Osten abgehakt waren und im Süden der See liegt, was bleibt einem dann noch übrig? Logisch, eine Tour nach Norden. Dazu mehr demnächst.

Fahrrad-Hinweis-Schild am Gardasee
Bitte nicht stürzen!

(Stand: August 2019)

Dieser Beitrag wurde von meinem fahrradbegeisterten Ehemann geschrieben und freundlicherweise als Ergänzung zu meinen Gardasee-Beiträgen zur Verfügung gestellt.


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