Nürnberg in der Weihnachtszeit erleben

Ein Besuch des Christkindlesmarktes in Nürnberg ist eine gute Gelegenheit, auch andere interessante Dinge dort zu besichtigen, z.B. die historischen Felsengänge. Und natürlich darf der Lebkuchen nicht fehlen.

Christkindlesmarkt Nürnberg

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit zieht der Nürnberger Christkindlmarkt Millionen Besucher aus aller Welt an. Als einer der ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands bietet er neben Glühwein, Nürnberger Lebkuchen und anderen Speisen auch viel handwerklichen Weihnachtsschmuck und Dekorationen. 

Der Nürnberger Weihnachtsmarkt beginnt zwischen dem Alten Rathaus und dem St. Sebald (Sebalduskirche) und mündet dann auf den Hauptmarkt. Von hier aus kann man das Christkind sehen, wenn es zur Eröffnung des Christkindlesmarktes die Empore der Frauenkirche betritt.

Christkindlmarkt Nürnberg am Hauptmarkt mit Liebfrauenkirche und Schöner Brunnen
Liebfrauenkirche und Schöner Brunnen

Hinter der Liebfrauenkirche gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt der Partnerstädte. Hier sind Stände aus aller Welt zu finden, die ihre eigenen regionale Spezialitäten mitbringen und anbieten. Vertreten sind z.B. Städte wie Krakau (Polen), Atlanta (USA), Córdoba (Spanien), Prag (Tschechien), Antalya (Türkei), Kalkudah (Sri Lanka), San Carlos (Nicaragua) und viele mehr.

Tipp: Besuchen solltet ihr auch den Kinder Weihnachtsmarkt. Dieser befindet sich auf dem Hans-Sachs-Platz. Im Mittelpunkt steht ein nostalgisches Kinderkarussell und auf den Weihnachtsbuden könnt ihr Märchenfiguren finden, die sich größtenteils bewegen.

Nürnberger Kinderweihnacht
Nürnberger Kinderweihnacht

Nürnberger Lebkuchen

Nürnberg ist berüchtigt für seinen Lebkuchen. Diese vor allem in der Weihnachtszeit sehr beliebte Süßigkeit ist an fast jeder Ecke zu ergattern. Hierbei handelt es sich um eine runde flache Teigmasse, bestehend aus Honig, Mandeln, Nüssen und vielen Gewürzen, wie z.B. Piment, Kardamon, Koriander, Nelken und vielen mehr. Es gibt sie verziert mit Zuckerguss oder mit Schokoglasur. Da die Teigmasse recht klebrig ist, wird sie auf Oblaten gebacken.

Vorläufer gab es zwar schon zu Römerzeiten, aber stark vertreten sind die Lebkuchen in Nürnberg seit dem Mittelalter. In Nürnberg siedelten sich 1315 die ersten Lebküchner an, die in einer 3-jährigen Ausbildung ihr Handwerk erlernten. Anfangs begaben sie sich dafür auch auf Wanderschaft, doch das wurde später untersagt. Wollte man doch verhindern, dass das Rezept überall bekannt wurde und sich dann jeder seine Lebkuchen gar selber backt.

Die Lebküchner verkauften ihr feines Gebäck an hungrige Pilger und reiche Patrizier. Den Gewürzen, die für den Lebkuchen verwendet werden, wurden heilende und schmerzlindernde Eigenschaften nachgesagt. Mönche und Nonnen durften daher von diesen kleinen Speisen in der Fastenzeit so viel essen, wie sie wollten.

In der Adventszeit wird eine Lebkuchenführung durch eine Lebküchnerin im historischen Gewand angeboten. Karten und nähere Infos dazu erhaltet ihr in der Tourismus-Info.

Nürnberger Lebkuchen: eine weltberühmte Spezialität

Historische Felsengänge in Nürnberg

Im Mittelalter bauten die Bierbrauer in Nürnberg unter ihre Brauereien Kellergewölbe. Dort lagerten sie bei konstanten 10 Grad Celsius ihre Bierfässer. Bier war damals das Hauptgetränk, selbst Kinder bekamen es zu trinken. Obwohl das Bier zwar damals „nur“ ein Prozent Alkohol enthielt, mutet diese Vorgehensweise aus heutiger Sicht sicherlich befremdlich an. Doch man muss die damaligen Hygienebedingungen berücksichtigen, aufgrund dessen es leider kein sauberes Trinkwasser gab. Im Gegensatz zum verunreinigten Brunnen- und Flusswasser, war das Bier durch die Erhitzung keimfrei und durch den Alkohol zudem noch haltbar.

Das Be- und Entladen der Keller mit Bierfässern oblag einzig dem sogenannten Schröder, der jeden Ein- und Ausgang genau verzeichnete. Dadurch sollte sichergestellt werden, dass jeder Liter Bier rechtmäßig versteuert wurde.

Im Zweiten Weltkrieg dienten die in Sandstein gebauten Kellergewölbe den Nürnbergern als Luftschutzbunker. In den 25.000 qm Felsengängen, die durch Stollenwege miteinander verbunden sind, fanden bei Luftangriffen durch die Alliierten 35.000 Menschen Schutz. Es gab über der ganze Stadt verteilt insgesamt 35 Einstiege.  

Historische Felsengänge in Nürnberg
Unter einem großen Teil der Altstadt verlaufen die historischen Felsengänge.

Heute werden Führungen zu unterschiedlichen Themen durch diese Felsenkeller angeboten. Auch einen Escape-Room gibt es mittlerweise. Und so begeben wir uns in die Unterwelt und marschieren durch die vielen verwinkelten Kellergänge. Dabei müssen wir so manches Mal unsere Köpfe einziehen, da die Gänge teilweise recht niedrig gebaut sind. Im Mittelalter waren die Menschen halt allesamt etwas kleiner als heute. Ebenso gab es damals keine DIN-Normen für Treppenstufen. Das merken wir beim Treppauf und Treppab, denn die Kellergewölbe befinden sich auf mehreren Etagen. Insgesamt ist es eine sehr interesante Tour durch die Felsengänge, die schlussendlich in einer der noch wenigen verbliebenen Brauereien endet. Eine Verkostung des Nürnberger Rotbieres im Anschluss ist obligatorisch.

Rundgang durch die Felsengänge in Nürnberg
Überbleibsel aus vergangenen Tagen

Albrecht-Dürer-Haus

In diesem Fachwerkhaus lebte und arbeitete der Maler Albrecht Dürer mit seiner Frau Agnes. Es befindet sich am Tiergärtnertorplatz und wurde gegen 1420 gebaut. 1509 erwarb Albrecht Dürer das Dürerhaus und lebte dort bis zu seinem Tod 1528. Anschauen könnt ihr euch die Wohnräume sowie seine Werkstatt. Außerdem findet man im Albrecht-Dürer-Haus einige Kopien seiner Werke und eine alte Druckerpresse.

Albrecht-Dürer-Haus in Nürnberg
Albrecht-Dürer-Haus an der Ecke
Druckerpresse im Dürerhaus in Nürnberg
Druckerpresse im Dürerhaus

Das Tiergärtnertor am Tiergärtnerplatz

Dieses beeindruckende Stadttor aus dem 13. Jahrhundert befindet sich am Tiergärtnerplatz, gegenüber vom Albrecht-Dürer-Haus und ist Teil der Stadtmauer. Seinen Namen hat das Tor von dem ehemaligen Wildgehege des Burggrafen erhalten. Den Platz umgeben einige sehr gut erhaltene Bürgerhäuser aus dem 15. Jahrhundert, in denen sich heute Cafés und Restaurants befinden. Im Sommer ist dieser Platz durch die Außengastronomie sehr belebt.

Tiergärtnertor in Nürnberg
Tiergärtnertor in Nürnberg

Direkt hinter dem Platz ragt das Wahrzeichen Nürnbergs empor: die Kaiserburg. In nur wenigen Minuten lässt sie sich von hier aus erklimmen. Mehr Infos zu dieser Doppelburg erhaltet ihr demnächst in einem separaten Beitrag.

Tipp: Bitte verwechselt den Tiergärtnerplatz nicht mit dem Dürerplatz. Der Albrecht-Dürer-Platz befindet sich nicht, wie es vermuten läßt, am Albrecht-Dürer-Haus. Vielmehr findet ihr ihn weiter südlich auf dem ehemaligen Milchmarkt. Erkennen könnt ihr ihn an dem Albrecht-Dürer-Denkmal, das hier steht. Hier befindet sich übrigens auch der Einstieg für die Besichtigung der historischen Felsengänge.

Die Kaiserburg von Nürnberg
Oberhalb des Tiergärtnerplatzes liegt die Kaiserburg.

Anreise nach Nürnberg

Nürnberg ist sehr gut auf verschiedene Arten zu erreichen. Zunächst einmal natürlich mit dem Auto und Bussen.

Außerdem lässt sich Nürnberg wunderbar mit dem ICE besuchen, denn aus vielen Teilen Deutschlands passieren Züge den Nürnberg Hauptbahnhof. Zudem besitzt Nürnberg einen Flughafen.

Innerhalb von Nürnberg bewegt man sich am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Stadt besitzt ein sehr gut erschlossenes U-Bahn-Netz.

Nürnberg in der Weihnachtszeit

Dies war jetzt ein kleiner Einblick zu Nürnberg während der Vorweihnachtszeit. Weitere Beiträge zu dieser Studentenstadt folgen demnächst. Dann stelle ich euch weitere Sehenswürdigkeiten vor. 

(Erlebt im Dezember 2019)


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4 Gedanken zu “Nürnberg in der Weihnachtszeit erleben

  1. Das hört sich ja wirklich toll an! Kaum zu glauben, dass ich nur zwei Stunden von Nürnberg entfernt wohne und noch nie da war. Wie ich sehe muss sich das unbedingt schnellstmöglich ändern. Lieben Dank für die Inspiration.

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