Der Erft-Radweg in 2 Etappen – Tag 1

Zwei Tage lang radeln wir auf dem Erft-Radweg. Dieser verläuft von der Quelle in Nettersheim-Holzmülheim in der Eifel bis zur Rheinmündung in Neuss. Insgesamt werden wir 138 km durch wunderschöne Landschaften radeln und dabei viel erleben.

Tag 1 – Von Blankenheim bis Weilerswist

Mit der Bahn zum Startpunkt in der Eifel

An einem Samstagmorgen packen wir unsere sieben Sachen und begeben uns mit unseren Fahrrädern zur Bahn. Wir wollen das sonnige Herbstwochenende nutzen und eine zweitägige Fahrradtour entlang der Erft unternehmen. Mit der Bahn fahren wir samt unseren Rädern zu unserem Startpunkt in die Eifel. Da das Wetter an diesem Wochenende so wundervoll ist, begegnen wir in der Bahn sehr vielen Fahrradfahrern, doch alle finden irgendwie noch einen Platz für ihren Drahtesel.

Kölner Hauptbahnhof
Früh morgens am Kölner Hauptbahnhof

Einsame Fahrradtour durch herrliche Natur

In Blankenheim-Wald startet unsere Tour durch die traumhafte Landschaft in der Eifel. Wir fahren eine ganze Zeit lang an Bahngleisen und Wäldern entlang. Immer wieder sehen wir Hochstände, die jedoch zu dieser Zeit nicht besetzt sind. Meine Bedenken, dass die Radtour von Radfahrern überfüllt sein würde, waren unbegründet. Wir sind auf dieser Strecke fast alleine unterwegs, nur ab und zu begegnen wir Wanderern und so können wir die herrliche Natur und die Stille ganz für uns genießen.

In Blankenheim starten wir den Erft-Radweg
Ab Blankenheim geht es los

Den Römern auf der Spur

Wir passieren die alte Fernstraße „Via Agrippa“ aus Römerzeiten, die einst von Köln nach Trier verlief. In der Nähe befindet sich der Archäologische Landschaftspark, in dem es römische Ausgrabungen von Wohn- und Befestigungsanlagen, sowie eines römischen Tempels gibt. Doch heute müssen diese antiken Sehenswürdigkeiten links liegen gelassen werden. Es geht hochmotiviert weiter durch die wundervolle Landschaft.

VIA Erlebnisraum Römerstraße auf dem Erft-Radweg
VIA Erlebnisraum Römerstraße „Agrippastraße“

Idyllisches Nettersheim

In Nettersheim angekommen, müssen wir an einer geschlossenen Bahnschranke warten und nutzen daher die Gelegenheit, einen kleinen Abstecher durch die schöne Altstadt mit den vielen Fachwerkhäusern zu machen. Wir fühlen uns hier wie in einem Freilichtmuseum. Vor einem Café sitzen die Leute und halten einen Plausch bei herrlichem Sonnenschein.

Nettersheim
Wie im Freilichtmuseum
Erftradweg
Idyllische Ortschaft

Alte Kalkbrennöfen in Nettersheim

Ein Stück weiter gelangen wir zum Naturzentrum Eifel. Dieses Besucherzentrum für Umweltbildung will mit ihren Ausstellungen die  Natur- und Geschichtsschätze der Eifel nahebringen. Ganz in der Nähe befinden sich außerdem alte Kalkbrennöfen der ehemaligen Kalkbrennerei aus dem 19. Jahrhundert. Man kann übrigens in einen der beiden Brennöfen hindurchgehen. (Aus zuverlässiger Quelle weiß ich, dass das auch mit dem Fahrrad funktioniert).

Naturzentrum Eifel in Nettersheim
Naturzentrum Eifel
Kalkbrennöfen in Nettersheim
Kalkbrennöfen

Bislang gefällt mir die Gegend sehr gut und ich würde hier gerne mehr Zeit verbringen, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns. Daher radeln wir weiter durch herrliche Landschaften, vorbei an der Ahekapelle, einer Wallfahrtskapelle, sowie einigen Pferdekoppeln. Immer noch können wir die aussichtsreiche Natur in aller Ruhe genießen, da wir fast alleine unterwegs sind. Übrigens verläuft hier auch der Jakobsweg.

Ahekapelle in Nettersheim
Ahekapelle
Erftradweg
Die Sonne begleitet uns

Pausen müssen sein

Am frühen Nachmittag legen wir in dem kleinen Eifelort Frohngau eine Pause ein. Direkt gegenüber der Kirche befindet sich die alte Schule. Heute beherbergt sie den „Dorftreff“ mit angeschlossener Bäckerei und einem kleinen Dorfladen, in dem die wichtigsten Dinge des Lebens erhältlich sind. Mit einem Kaffee und einem Stück köstlichem Kuchen bewaffnet, setzen wir uns draußen in die Sonne, um uns zu stärken. Dabei dürfen wir einigen einheimischen Damen beim Kaffeeklatsch zuhören und den örtlichen Dialekt kennenlernen.

Der Dorftreff
Der „Dorftreff“ in der alten Schule

Dort wo die Erft entspringt: die Erftquelle

Und dann erreichen wir den Kern dieser Radtour: die Erftquelle. In Nettersheim-Holzmülheim sprudelt sie aus den Tiefen der Erde heraus und fließt durch den Wald. Rund 110 km ist die Erft lang, bis sie in Neuss in den Rhein mündet. Sie wird uns von nun an stets auf unserem Weg begleiten. Ich halte meine Finger in das Wasser, um die Temperatur zu prüfen und schrecke zurück. Das Wasser ist so eiskalt, dass es fast schon schmerzt.

Erftquelle in Nettersheim
Hier entspringt die Erft – die Erftquelle

Der Radweg ist sehr abwechslungsreich. Mal fahren wir durch Wälder, mal durch kleine idyllische Ortschaften. So drehen wir z.B. in Schönau eine Extrarunde durch den kleinen Ort, nur um uns die hübschen Fachwerkhäuser anzuschauen.

Historisches Bad Münstereifel

Von Bad Münstereifel haben sicherlich schon viele von euch mal gehört. Aber wusstest ihr auch, dass die komplette Innenstadt mittlerweile ein großes Outlet-Center ist? So lässt sich eine Besichtigung der beeindruckenden Altstadt, mit den vielen wunderschönen und gut erhaltenen Fachwerkhäusern, sehr gut mit einem Einkaufsbummel verbinden. Wem das zu viel Rummel ist, der kann einen Spaziergang auf der Stadtmauer entlang unternehmen. Auf alle Fälle fühlt man sich, sobald man die Innenstadt durch eines der 4 Stadttore betritt, in eine andere Zeit versetzt. Der Innenstadtkern aus dem Mittelalter ist noch vollständig erhalten geblieben.

Bad Münstereifel
Bad Münstereifel
Stadttor von Bad Münstereifel
Stadttor
Fachwerkhäuser in Bad Münstereifel
Fachwerkhäuser in Bad Münstereifel

Leider befinden wir uns nicht ganz im Zeitplan, anscheinend habe ich zu viel gebummelt beim Fotografieren. Daher bleibt uns keine Zeit für einen längeren Aufenthalt in Bad Münstereifel. Und so machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Euskirchen. Die Landschaft verändert sich allmählich, statt Wälder gibt es nun viele Felder, an denen wir entlang radeln. Und auch die Erft ist nicht mehr ein kleines Bächlein, sondern entwickelt sich zusehends zu einem Fluss.

 LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller in Euskirchen

Als wir in Euskirchen sind, unternehmen wir noch einen Abstecher nach Euskirchen-Kuchenheim zur ehemaligen Tuchfabrik Müller. Diese stellte 1961 von einem Tag auf den anderen ihren Betrieb ein und beherbergt nun ein LVR-Industriemuseum. Leider sind wir zu spät dran und haben die letzte Führung für heute verpasst. Schade, wir hätten die Fabrik gerne in ihrem Dornröschen-Schlaf besichtigt. So bleibt uns nur, im Museums-Café noch eine kleine Pause einzulegen, bevor wir uns auf die Schlussetappe begeben.

Das Museumsgästehaus der Tuchfabrik Müller
Das Museumsgästehaus der Tuchfabrik Müller

Da wir für den Abstecher zur ehemaligen Tuchfabrik den Erft-Radweg verlassen haben, versuchen wir ihn nun wiederzufinden. Dies ist allerdings gar nicht so ganz einfach, da wir des öfteren einen Wegweiser nach Weilerswist entdecken, allerdings jeweils in entgegengesetzte Richtungen. Doch schließlich nähern wir uns wieder der Erft an und können den Rest unserer Tagesstrecke auf dem Erft-Radweg absolvieren.

Auf der Suche nach dem Erft-Radweg
Auf der Suche nach dem Erft-Radweg

Etappen-Sieg in Weilerswist

Unsere heutige Etappe endet in dem kleinen Örtchen Weilerswist. Noch ein letzter Anstieg bis zu unserer Pension und wir haben es für heute geschafft. Puh, jetzt freue ich mich auf eine heiße Dusche, ein warmes Essen und eine „echte“ Sitzgelegenheit. Wir übernachten in einer Pension in einem alten Fachwerkhaus mit uriger Weinstube und so lassen wir den Tag Revue passieren und ruhig ausklingen. Denn morgen geht’s weiter…

Unsere Pension in Weilerswist
Unsere Pension in Weilerswist

Fazit zum ersten Teil des Erft-Radwegs

Da es unsere erste mehrtägige Fahrradtour ist, wusste ich vorher nicht genau, was mich erwarten würde. Auch konnte ich vorher nicht einschätzen, wie anstrengend es werden würde. Umso glücklicher bin ich, als wir gegen Abend dann endlich unser Tagesziel tatsächlich erreicht haben. Ich muss allerdings zugeben, dass ich ziemlich erschöpft bin. Dennoch war es bislang eine wirklich wundervolle und abwechslungsreiche Fahrt. Wir haben an diesem Tag viel erlebt, obwohl ich meinen Mann durch das viele Fotografieren etwas ausgebremst habe. Aber es gab unterwegs einfach zahlreiche schöne Motive. Den ein oder anderen Ort werde ich mir auf alle Fälle mal auf meiner Bucketlist merken, um ihn noch einmal bei einem separaten Ausflug zu besuchen.

Weitere Informationen über den Erft-Radweg erhaltet ihr unter www.erftweg.de.

Wie es morgen weitergehen wird und was wir im weiteren Verlauf des Erft-Radwegs alles erleben und besichtigen werden, erfahrt ihr im zweiten Teil.

Unser Fahrradgepäck während der Radreise

Einige von euch haben mich gefragt, was wir denn an Gepäck dabei hatten und wie wir es transportiert haben. Das möchte ich euch gerne verraten:

  • Ganz wichtig: Eine gepolsterte Fahrradhose, die wir unter unser Kleidung getragen haben. Ohne sie hätte ich es nicht die beiden Tage auf dem Rad ausgehalten.
  • Getragen haben wir während der Fahrradtour leichte Funktionsshirts. Zwiebellook war das Zauberwort, um von den kühlen Morgenstunden bis zu den warmen Nachmittagsstunden immer passend gekleidet zu sein.
  • Eine leichte Windjacke und eine Regenjacke hatten wir außerdem dabei.
  • Für die Übernachtung packten wir Schlafzeug und Necessaire-Sachen ein, jeweils als Mini-Produkt, um Platz zu sparen.
  • Ins Gepäck kamen noch Wechselwäsche und ein Satz normale Klamotten für den Abend.
  • Außerdem hatten wir Müsliriegel und Powergele für zwischendurch dabei.
  • Fehlen durfte auf gar keinen Fall unser Fahrradwerkzeug und ein Ersatzschlauch sowie eine Mini-Luftpumpe.
  • Eine Powerbank haben wir für alle Fälle immer dabei, zudem Ladekabel für unsere Handys.
  • Ein Radreiseführer mit Fahrradkarte steckte ebenfalls in unserem Gepäck.
  • Verstaut haben wir unsere Sachen in wasserabweisenden Fahrrad-Packtaschen, die seitlich am Gepäckträger befestigt werden. Dort lassen sie sich ganz einfach ein- und ausklicken.

Ich wünsche euch eine gute Fahrt und viel Spaß bei eurer Radreise!

(Geradelt im September 2019)


Hat dir dieser Beitrag gefallen? Bist du den Erft-Radweg bereits einmal gefahren? Was hat dir dabei besonders gut gefallen? Welche Tipps kannst du für diese Route geben? Ich freue mich auf dein Feedback. Bitte hinterlasse doch unten einen Kommentar. Vielen Dank.

Du bist lieber zu Fuß unterwegs? Dann kann ich dir den Rundwanderweg zur Grube 7 und durch Gruiten-Dorf empfehlen.
Oder wie wäre es mit einer Wanderung um das Eiszeitliche Wildgehege Neandertal?

Warum sich das Fahrrad hervorragend als Urlaubsbegleiter eignet, erfahrt ihr hier: Fahrradurlaub – vom Alltagsradeln zum Urlaub mit dem Fahrrad.


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