Manchmal sind es die Geschichten der Menschen hinter den Blogs, die das Reisen erst richtig spannend machen. In „Netreisetagebuch trifft“ lernen wir Blogger kennen, erfahren, was sie antreibt und welche Orte ihr Herz höherschlagen lassen. Heute sprechen wir mit Sabine von Ferngeweht. Seit mehr als einem Jahrzehnt teilt sie ihre Reiseerlebnisse zwischen Natur, Genuss und Abenteuer. Dabei ist sie immer mit einer positiven Einstellung unterwegs. Im Steckbrief erfährst du die wichtigsten Fakten über Sabine und ihren Blog, danach folgt das Interview mit ihren persönlichen Geschichten und Lieblingsreisezielen.
Ferngeweht im Überblick

- Name: Sabine Olschner
- Beruf(ung): Ich bin freiberufliche Journalistin und PR-Texterin.
- Lieblingsreiseziel: Südostasien – ich habe (bis auf Myanmar)alle Länder dort mindestens einmal bereist und liebe die Vielfalt der Landschaften und das leckere Essen.
- Traumziel (noch unerfüllt): Madagaskar – wegen der einmaligen Tierwelt.
- Ich reise am liebsten… in die Natur – immer selbst organisiert und in der Regel mit meinem Mann.
Interview mit Sabine
Wann hast du mit deinem Reiseblog begonnen und warum?
Ich habe 2014 begonnen, in meinem Reiseblog über meine Erlebnisse auf Reisen zu schreiben. Da ich schon seit meiner Jugendzeit in vielen Ländern unterwegs war, fragten mich Freunde oft um Rat. Damit ich nicht immer wieder das Gleiche erzählen muss, habe ich angefangen, meine besten Tipps und Geschichten aufzuschreiben und mit Fotos zu versehen.
Welche Art von Reisen spricht dich am meisten an: Abenteuer, Kultur oder Entspannung?
Ich bin Typ Natur – „Hauptsache draußen“ ist nicht umsonst das Motto meines Reiseblogs Ferngeweht. Das kann je nach Land und Region mal mehr, mal weniger abenteuerlich sein. Kultur interessiert mich nicht so sehr, und entspannen kann ich nach der Reise, wenn ich wieder zu Hause bin. Mein Mann und ich sind eher die Aktivurlauber, die viel sehen und erleben möchten. Viel im einem Land unterwegs zu sein, ist für uns kein Stress, sondern Entspannung vom Alltag.
Was war dein schönster oder skurrilster Moment unterwegs?
Es gab schon viele schöne Momente. Die meisten davon haben irgendwie mit Tieren zu tun: Schnorcheln mit Riesenschildkröten auf den Galapagos, Nachtspaziergang mit einem zahmen Tapir in einer Regenwald-Lodge, die Begegnung mit einem Nasenbär in einer Unterkunft auf Borneo…
Was vermisst du unterwegs? Und was vermisst du nie?
Ich vermisse im Ausland oft ordentliches Brot, wie wir es aus Deutschland kennen, und häufig auch eine gute Matratze. Mittlerweile nehme ich immer ein bequemes Reisekopfkissen mit, damit lässt sich so manche harte Matratze besser aushalten. Was ich nie vermisse, ist mein Kleiderschrank – ich kann bestens drei, vier Wochen mit drei T-Shirts und zwei Hosen leben.
Welches Zitat oder Motto begleitet dich auf deinen Reisen?
„Geht nicht gibt’s nicht.“ Egal, wie verfahren eine Situation in dem Moment auch scheint – es findet sich immer irgendwie eine Lösung. Wir mussten noch nie auf der Straße schlafen, obwohl wir hin und wieder lange nach einer Unterkunft gesucht haben. Wir sind noch nie irgendwo gestrandet, weil kein Bus mehr fuhr – zur Not fragt man vor Ort nach Hilfe. Ein bisschen Gelassenheit hilft natürlich und die Zuversicht, dass es immer irgendwie weitergeht.
Was war dein beeindruckendstes Naturerlebnis?
Da wir fast immer in der Natur unterwegs sind, gab es schon viele beeindruckende Momente. Dazu gehörten ein Sonnenuntergang im Köcherbaumwald in Namibia (tolle Kulisse für Fotos!), der Besuch der Laguna Verde im Hochland von Bolivien (die ist so schön, dass ich bei ihrem Anblick ein bisschen weinen musste …) oder der Gletschersee Jökulsárlón in Island mit seinen bizarren Eisformationen.

Welches Reiseziel würdest du allen Leser:innen wärmstens empfehlen?
Jeder muss sein eigenes Lieblings-Reiseziel finden. Ein Land oder eine Stadt zu empfehlen, die allen Leser:innen gleichermaßen gefällt, halte ich für ausgeschlossen. Ich kann nur sagen, wo ich mich sehr wohlgefühlt habe und warum:
1. In Norwegen haben mich die wechselnden Landschaften schwer beeindruckt – hinter jeder Ecke wartet ein neuer Wow-Moment. Norwegen ist am besten als Roadtrip zu bereisen.
2. Auf den Galapagos-Inseln in Ecuador konnte ich die tollsten Tiere aus nächster Nähe beobachten.
3. Ich liebe Regenwälder. Den bisher schönsten Dschungel habe ich auf Borneo besucht – wobei gerade dort die Regenwälder besonders bedroht sind.
Welche Reise-„Fehler“ sollte man unbedingt vermeiden?
Der größte Fehler ist aus meiner Sicht, respektlos gegenüber Land und Leuten zu reisen. Wenn ich in einem mir fremden Land bin, respektiere ich selbstverständlich die Sitten und Gewohnheiten der Einheimischen und setze nicht belehrend die deutsche Brille auf. Im besten Fall informiert man sich vor der Reise, wie man sich in einem Land verhält, ohne negativ aufzufallen.
Ein zweiter Punkt, der für mich ein No-go ist: Wildtiere anfassen oder bedrängen, nur um ein gutes Foto zu bekommen. Respekt zeigt sich für mich auch gegenüber der Natur. Leider sehe ich immer wieder Beispiele von fehlendem Verständnis (oder Ignoranz) für die Besonderheiten eines Landes oder einer Landschaft.
Was würdest du jemandem raten, der gerne reisen würde, sich aber (noch) nicht traut?
Die meisten Länder sind einfacher zu bereisen, als du vielleicht denkst. Mit ein bisschen Organisationsgeschick und gesundem Menschenverstand kommst du so gut wie überall hin. In vielen Ländern sind die Menschen zudem sehr hilfsbereit, wenn es doch mal irgendwo hakt oder du dich unsicher fühlst. Mein Rat also: sich über ein Land informieren, eine grobe Route planen und dann einfach machen. Leichter wird es, wenn man Englisch und Spanisch spricht – damit kommst du in den meisten Ländern schon sehr weit.
Hast du eine Reiseroutine, an die du dich immer hältst?
Die einzige Reiseroutine, auf die mein Mann und ich nie verzichten: Jeder ist für einen Teil des Gepäcks verantwortlich – der eine für die großen Rucksäcke, der andere für die kleinen Tagesrucksäcke. Nachdem uns auf unserer allerersten gemeinsamen Reise vor über 20 Jahren ein Rucksack geklaut wurde, weil keiner von uns richtig aufgepasst hatte, sind die Rollen jetzt klar verteilt. Seitdem ist uns nie wieder etwas abhandengekommen.

Welches Feedback von Leser:innen hat dich am meisten berührt?
Ich freue mich jedesmal, wenn sich ein Leser oder eine Leserin persönlich bei mir meldet, um sich für die Informationen auf meinem Blog zu bedanken. Einmal rief mich ein 80-jähriger Herr an, der mit seinem Enkel nach Norwegen reisen wollte. Er wollte von mir wissen, ob er sich solch eine Tour wohl zutrauen könnte. Ich habe ihm gut zugesprochen und hoffe, dass die beiden eine tolle Reise hatten.
Und zum Schluss: Kaffee oder Tee?
Tee. In Sri Lanka haben wir gesehen, wie der Ceylon Tea geerntet wird. Seitdem habe ich größten Respekt vor den Teepflückerinnen und trinke meinen Tee jeden Morgen noch bewusster.
Zum Abschluss
Mit ihrer Leidenschaft für Naturerlebnisse, ihrer Offenheit gegenüber fremden Ländern und ihrem respektvollen Umgang mit Mensch und Umwelt inspiriert Sabine dazu, die Welt mit neugierigen Augen zu entdecken. Wer noch mehr Inspiration für Naturreisen, Roadtrips und außergewöhnliche Tierbegegnungen sucht, sollte unbedingt einen Blick auf ihren Blog werfen.
Liebe Sabine, vielen Dank für die spannenden Einblicke in deine Reisewelt.
Schon neugierig, welchen Gast wir beim nächsten Interview in meiner Serie „Netreisetagebuch trifft“ begrüßen dürfen? Lass dich überraschen, es wird wieder sehr persönlich.
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Vielen Dank für die interessanten Fragen und dass ich bei Deiner Interviewreihe dabei sein durfte!
Liebe Sabine,
ich habe mich sehr gefreut, dass du teilgenommen hast!